Immer mehr Nager in Emster Gärten

Emst. (AnS) Einigen Emster Bürgern stinkt es gewaltig. Seit mehreren Wochen haben sie neue, tierische Mitbewohner, die allerdings keiner gerne als Nachbarn haben möchte: Ratten. Die Nager laufen ungeniert durch die Gärten und auf Terassen, stets auf der Suche nach Fressbarem. Auch vor Hauseingängen, Waschräumen und Kellern machen sie nicht halt und schrecken so manchen Bewohner rund um die Straßen Annaberghöhe, Felsental und Im Eichenwald auf.
Im Februar wurde das erste Tier gesichtet, in unregelmäßigen Abständen tauchten weitere Ratten auf. „Erst kürzlich ist meinem Besuch ein Tier fast über die Füße gelaufen“, erzählt eine Anwohnerin entsetzt. Das Vogelfutter, ihre ­Vogelvolieren, den Kompost –­ die Emsterin hat alles vermeintlich Fressbare auf ihrem Grundstück entfernt. Gefruchtet hat diese Maßnahme nicht. Auch ihre Hunde halten die Krankheiten übertragenden Nager nicht ab.  Mehrere stattliche Exemplare haben die Emster schon mit Fallen erlegt, ein Nachbar hat jetzt Köder auf seinem Grundstück ausgelegt. Woher die nachtaktiven Plagegeister plötzlich kommen, wissen die Betroffenen nicht. Aber sie haben eine Vermutung.

Müllproblematik an Haltestelle

Häufig, so haben sie beobachtet, werde der Mülleimer an der Bushaltestelle Wasserturm für die Hausmüllentsorgung missbraucht. Oft falle etwas daneben wie auch bei den dort aufgestellten Glascontainern oder beim Abstellen der Gelben Säcke. Zudem sei das ungepflegte Gebüsch dort der ideale Lebensraum für die Ratten. Die Stadt, klagen sie an, würde sich um die Problematiknicht kümmern. Die Anrufe seien bisher ins Leere gegangen.

Im Februar Köder ausgelegt

Mögen die Tiere auf den ersten Blick auch possierlich wirken: Als Mitbewohner möchten die Emster die Ratten nicht haben.(Foto: privat)
Mögen die Tiere auf den ersten Blick auch possierlich wirken: Als Mitbewohner möchten die Emster die Ratten nicht haben.(Foto: privat)

Auf Anfrage des Wochenkuriers bestätigt der städtische Pressesprecher Michael Kaub den Fall als bekannt. Bereits im Februar habe man in diesem Bereich Maßnahmen ergriffen, um den Rattenbefall zu dezimieren – sprich Köder ausgelegt.
Aber, darauf weist er auch hin: Die Stadt Hagen übernimmt die Rattenbekämpfung nur im öffentlichen Raum. Im privaten Bereich ist der Eigentümer laut Infektionsschutzgesetz verpflichtet, selbst tätig zu werden und die Schädlinge mittels Fallen oder Giftköder zu vertreiben.

Bis zu 80 Meldungen

„Ratten sind immer wieder ein Thema“, weiß Michael Kaub. Je nach Witterung – beispielsweise nach einem milden Winter – und Nahrungsangebot träten sie mal mehr, mal weniger in Erscheinung. 70 bis 80 Meldungen verzeichnet das Umweltamt der Stadt Hagen durchschnittlich im Jahr.
Er appelliert an die Bürger, Müll wirklich zu entsorgen und in die bereitgestellten Behälter zu werfen – nicht daneben. Die Meldung auf Emst nimmt die Stadt ernst und will sie gemeinsam mit der Müllproblematik mit WBH und HEB im Auge behalten.

Rattenbefall immer melden

Aufgrund der Gesundheitsgefahr sollte Rattenbefall – egal ob auf städtischem oder privatem Grundstück – in jedem Fall beim Umweltamt gemeldet werden. Es wird dort überprüft und das Amt macht gegebenenfalls auch zuständige Privatleute darauf aufmerksam.
Die Anwohner auf Emst hoffen, das sich das Problem schnell lösen wird: „Man traut sich ja kaum, die Türen offen zu lassen. Und das mitten im Sommer.“