Interview mit Phoenix-Akteuren

Von Olaf Somborn

Hagen. Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen spielt eine sehr gute Saison: Nach etwas mehr als der Hälfte der Saison stehen die Feuervögel mit 20:20 Punkten auf Platz 9 der Tabelle und damit im gesicherten Mittelfeld. Allerdings liegen die Teams zwischen dem 6. und dem 14. Tabellenplatz relativ eng beieinander, so dass es nach oben wie nach unten relativ schnell gehen kann.

Aber die heimischen Korbjäger haben sich durch ihren schnellen Spielstil, den großen Kampfgeist und ihre hohe Treffsicherheit großen Respekt in der höchsten deutschen Spielklasse verschafft. Zwar kassierte man selbst die meisten Punkte in der Abwehr, hat aber auch den – mit Abstand – gefährlichsten Angriff in der gesamten Liga. Der wochenkurier wollte das Geheimnis dieses Erfolges wissen und war auf Stimmenfang innerhalb der Mannschaft.

Phoenix-Cheftrainer Ingo Freyer: „Wir haben einen eigenwilligen Spielstil.“ (Foto: Jörg Laube)

Headcoach Ingo Freyer

Ingo, ihr steht jetzt mit 20:20 Punkten auf dem 9. Tabellenplatz: Würdest du das Saisonziel langsam nach oben korrigieren?

Ingo Freyer: Der 9. Platz ist nur eine Momentaufnahme. Man kann keine neuen Ziele formulieren, wenn man die alten noch nicht erreicht hat. Sollten wir rechnerisch ein Punktekonto aufweisen, das uns zum Ende der Saison sicher für die Plätze 10-14 qualifiziert, dann können wir unsere Ziele korrigieren.

Was macht Phoenix in dieser Spielzeit so (nerven-)stark?

Ingo Freyer: Wir haben einen eigenwilligen Spielstil, auf den sich die Gegner mitunter nur schwer einstellen können. Und wir haben einen guten Mix aus erfahrenen Spielern und Newcomern, insgesamt verfügt unser Kader über mehr Erfahrung und Spielintelligenz als im Vorjahr. Man muss allerdings auch feststellen: die ganze Liga ist stärker geworden, man kann kaum einen Spielausgang vorhersehen. Was man sicher sagen kann: Wir spielen sehr energiegeladen und geben nie auf. Das würde ich aber nicht mit einer besonderen Nervenstärke gleichsetzen.

Wie hat sich die Rückkehr von Mark Dorris ausgewirkt?

Ingo Freyer: Es war für uns wichtig, die sechste Ausländerposition zu besetzen, um Waffengleichheit mit der Konkurrenz herzustellen. Mark gibt uns Qualitäten, die wir vorher nicht hatten, vor allem beim Mitteldistanzwurf aus der Bewegung und in der Defense. Hinzu kommt: Mark brauchte keine Eingewöhnungszeit, weil er Phoenix Hagen kennt. Und er hat als Teamplayer die vorhandene Hierarchie nicht ins Wanken gebracht.

Center Dino Gregory: Das Hagener Team ist für mich wie meine zweite Familie.“ (Foto: Jörg Laube)

Power Forward/Center Dino Gregory

Dino, trotz deiner „nur“ 2,01 m Größe, spielst du Center, holst reichlich Rebounds und deine Blocks sind in der Liga gefürchtet. Fühlst du dich wohl in und mit deiner Position?

Dino Gregory: Dies ist das erste Mal, dass ich so ziemlich die ganze Zeit als Center spiele. Auf dem College habe ich das nicht so oft getan, nur, wenn unser etatmäßiger Center Foulprobleme hatte und so war es auch letzte Saison bei meiner ersten Station als Profi (Bei den Sundsvall Dragons/Schweden, Anm. der Red.). Am Anfang dauerte es einige Zeit, um richtig ins Spiel zu kommen. Aber jetzt fühle ich mich sehr wohl auf dieser Position. Wir spielen schnell und tun eine Menge Dinge im Angriff und in der Verteidigung, um meine Stärken als 2,01m-Center ausspielen zu können.

Fern von Heimat und Familie ist es immer schwer für einen ausländischen Spieler. Was gibt dir Kraft und Unterstützung hier in Hagen?

Dino Gregory: Es ist in der Tat schwierig, so weit weg von zu Hause zu spielen, aber im Hagener Team stehen wir sehr eng zusammen und so ist es für mich wie meine zweite Familie. Wir genießen den Zusammenhalt und die Gemeinschaft untereinander – nicht nur auf, sondern auch abseits vom Spielfeld. Weit weg zu sein von seiner Familie und all den Freunden, kann schon eine Belastung sein, aber die Tatsache, dass wir eine besondere Gruppe von Spielern in diesem Team haben, macht es weniger schwierig.

Small Forward Adam Hess: „Unsere Kondition ist ziemlich gut.“ (Foto: Jörg Laube)

Small Forward Adam Hess

Adam, ihr hattet jetzt ein paar enge Spiele, die ihr aber im Schlussviertel für euch entschieden habt. Seid ihr besonders nerven- oder konditionsstark?

Adam Hess: Wir spielen jeden Tag im Training Fast Break und ich denke, unsere Kondition ist ziemlich gut. Es scheint nicht, dass wir ein Team sind, das schnell nervös wird.

Du bist am Anfang nur langsam „ins Spiel gekommen“ und wirst jetzt immer stärker. Hast du die Einstellung und das Training geändert oder was war vorher los?

Adam Hess: Manchmal dauert es etwas, bis man mit einem neuen Team in den richtigen Rhythmus kommt. Ich starte manchmal „heiß“ in die Saison, manchmal eben nicht. Dieses Mal war es leider das Letztere. Das ist aber nichts Besonderes, nichts Verrücktes, nichts, über das man sich Gedanken machen muss.

Zuletzt hast du ein paar (wie wir meinen) ungerechte Pfiffe mit unsportlichen Fouls kassiert. Wie hast du das gesehen?

Adam Hess: Die Schiedsrichter haben einen schwierigen Job…

Fortsetzung folgt.