Juwelen aus Stein: Haus der glücklichen Mieter Fassadenförderung in Wehringhausen

Das Haus Augustastraße 45 gehört zu den 38 Objekten in Wehringhausen, die im Rahmen des Projekts „Fassaden- und Hofgestaltung“ herausgeputzt wurden. Helmut Schreiber, Inini Vassiliadis und Anja Hegel-Söhnchen (vorne v.r.) sind genauso sicher wie Martin Vöcks (l.) und Hans-Peter Miele (r.), dass es sich in Wehringhausen gut leben lässt. (Foto: Andrea Schneider)

Hagen. (as) Helmut und Manfred Schreiber sind begeistert. Seit Wochen, nein Monaten teilen sie auch im „Netz“ ihre Freude darüber mit, wie sich Wehringhausen und vor allem das Haus, in dem sie wohnen, verwandelt. „Die Prinzessin ist bis auf ihre Schuhe fertig“, hieß es am 26. Oktober.

Die Prinzessin, so nennen sie „ihr“ Haus. Die Fassade war gestrichen, nur der Sockelanstrich, die Schuhe fehlten noch. Gleichzeitig werkelten die beiden Wehringhauser im Garten, in ihrer grünen Oase. Am Montag schließlich war die Freude überschäumend. „Es ist wie ein Traum. Wir sind fertig geworden“, teilte Helmut Schreiber via Facebook mit. Gemeint war der Garten. Doch auch zur Straße hin hatte die Prinzessin ihr schönstes Kleid angelegt. Ihre Grautöne, das Weiß und das warme Rotbraun zogen alle Blicke auf sich, als Architekt Hans-Peter Miele das Gebäude an der Augustastraße 45 als weitere Perle des lebendigen Stadtteils vorstellte.

Die Prinzessin ist eines von 38 Häusern in Wehringhausen, die bislang im Rahmen des Programms „Fassaden- und Hofgestaltung“ im Programmgebiet „Soziale Stadt Wehringhausen“ gefördert wurden. Weitere sieben oder acht Anträge auf Förderungen können in den nächsten Tagen bewilligt werden, schätzt Anja Hegel-Söhnchen vom Fachbereich Immobilien, Bauverwaltung und Wohnen der Stadt Hagen. Wehringhausen, das ist kaum noch zu übersehen, putzt sich heraus.

Förderprojekt bis Ende 2018

Nicht nur in der Augustastraße, auch in der Lange Straße, der Moltke- oder der Bachstraße beispielsweise haben viele Jugendstiljuwelen zu funkeln begonnen. Das Haus Nummer 45 in der Augustastraße gehört zwar nicht zum Wehringhausen prägenden Jugendstil, gehört aber auch zu den Edelsteinen der Baukunst in diesem Stadtviertel. „Noch bis Ende des nächsten Jahres läuft das Förderprojekt“, sagt Martin Vöcks vom Quartiersbüro Wehringhausen.

Gemeinsam mit Anja Hegel-­Söhnchen und ihrer Kollegin Irini Vassiliadis macht er sich dafür stark, das Förderprogramm „Fassaden- und Hofgestaltung“ in Wehringhausen zu verlängern. „Wir haben einen Antrag gestellt“, sagt Martin Vöcks. „Wir hoffen auf eine Verlängerung, und wir hoffen auf weitere finanzielle Mittel.“

Das Gebäude Augustastraße 45 (l.) zieht die Blicke auf sich. Das Haus nebenan, die Nummer 47, hat ebenfalls eine Schönheitskur bekommen. (Foto: Andrea Schneider)

Genau wie Architekt Miele setzt auch Martin Vöcks auf den Dominoeffekt. Kaum ist ein Haus fertiggestellt, schon tut sich nebenan oder gegenüber etwas. Hier eine neue Haustür, dort wird bereits das Gerüst aufgebaut, auf dem vielleicht wieder Ingolf Schmidt von Van Goch Raumdesign den Stuckarbeiten neues Leben einhaucht und die verschmutzte Fassade mit frischer Farbe zum Leuchten bringt.

Häuser müssen in gutem Zustand sein

Zugegeben, nicht jeder Antrag kann so mir nichts, dir nichts bewilligt werden. „Die Häuser müssen in einem guten Zustand sein“, sagt Anja Hegel-Söhnchen. Hans-Peter Miele ergänzt: „Die Dächer müssen in Ordnung sein. Wir schauen uns die Fallrohre an, die Bäder, die Treppenhäuser.“

Denn das Förderprojekt soll die Häuser nicht nur kosmetisch aufwerten. Auch die Substanz muss in Ordnung sein, bevor Fördergelder fließen können.

Erstberatungen für renovierungsinteressierte Hausbesitzer bietet das Stadtteilbüro in Wehringhausen, Lange Straße 22, an.

Gemeinschaft und Zufriedenheit

Helmut und Manfred Schreiber zeigen ihre Begeisterung über das Projekt besonders deutlich. Sie werden nicht müde, die Hauseigentümerfamilie Trost zu loben, die Zusammenarbeit mit Hans-Peter Miele. „Wir würden viel dafür geben, wenn Wehringhausen nicht immer so runtergezogen würde“, sagt Manfred Schreiber. „Wir lesen immer wieder über Missstände. Doch hier gibt‘s auch das Gegenteil. Gemeinschaft, zufriedene Menschen, glückliche Mieter.“