Kalkwerke Hohenlimburg

Hohenlimburg. „Es ist immer besser, miteinander statt übereinander zu reden“, waren sich Dr. Christian Lange, gemeinsam mit seinem Bruder Dr. Matthias Lange Geschäftsführer der Hohenlimburger Kalkwerke (HKW), und Frank Schmidt von den Bürgern für Hohenlimburg (BfHo) vor einigen Wochen bei einer Gesprächsrunde in Oege einig. Deshalb vereinbarten sie einen Besichtigungstermin, in dessen Rahmen sich neun Mitglieder der Wählergemeinschaft umfangreich über den Betrieb und seine Zukunftspläne informierten.

Ausgiebige Diskussion

Die Gebrüder Lange hatten für die politischen Gäste vielfältige Steinbruch-Informationen vorbereitet, die sie in Wort und Bild präsentierten. Die beiden Unternehmer stellten zunächst die Besonderheiten der bis zu 360 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten dar, umrissen Verwendungsmöglichkeiten und Verbrauchsmengen. Es folgte eine ausgiebige Diskussion zwischen den Firmeninhabern und den BfHo-Mitgliedern, bevor im zweiten Teil des Besuchs ein renaturierter Bereich, der aktuell genutzte Steinbruch sowie das Gebiet der geplanten Erweiterung in Augenschein genommen wurden.

Breiten Raum nahmen die Erweiterungspläne der HKW ein, die nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster vom 30. September 2014 deutlich angepasst werden müssen. Das Gericht hatte nach einem komplizierten Verfahren entschieden, dass die HKW ihren Steinbruch vorerst nicht wie geplant um rund zehn Hektar erweitern und auf Letmather Gebiet ausdehnen dürfen. Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen.

Nun soll ein neuer Antrag bei der Stadt Hagen gestellt werden, der sich auf die Flächen zwischen dem aktuellen Abbaugebiet und der Grenze zwischen Hohenlimburg und Letmathe bezieht. Sollte dem Antrag entsprochen werden, so steht den HKW ein immerhin 7,5 Hektar großes Abbaugebiet zur Verfügung ( Klinke“), das Planungssicherheit für weitere 15 Betriebsjahre und nicht zuletzt auch für die Beschäftigung von 50 Mitarbeitern einräumt.

Kritisch haben die Bürger für Hohenlimburg in den vergangenen Jahren den Betrieb der HKW vor allem wegen des hohen Landschaftsverbrauchs bewertet. Deshalb nahm das Thema Renaturierung breiten Raum im Besuchsprogramm ein. In Augenschein nahm die Gruppe den Steinbruch Rolloch 1, dessen Gesteinsvorkommen zunächst abgebaut wurden, bevor er als Schlammteich zum Waschen des abgebauten Gesteins eine neue Nutzung erfuhr.

Der Natur überlassen

Als auch dieser Verwendungszweck entfiel, begann die Renaturierung: Man überließ die Fläche der Natur, prompt entwickelte sich eine hochwertige Vegetation. Auch seltene Reptilien und diverse Vogelarten haben mittlerweile vom alten Steinbruch Besitz ergriffen. „Insgesamt“, so Dr. Matthias Lange, „hat sich die Natur diesen Bereich größtenteils zurückgeholt.“

Nach strengen Vorgaben

Die HKW betreiben aber auch aktive Renaturierung, kümmern sich zum Beispiel um die Aufforstung abgeholzter Flächen – und zwar nach strengen Vorgaben. „Für einen Baum, der von uns gefällt wird, müssen wir drei neue anpflanzen. Nicht gefragt sind dabei Nadelhölzer; stattdessen verschiedene Arten von Laubbäumen“, erläuterte Dr. Christian Lange.

Die Bürger für Hohenlimburg wollen nun bei Anwohnern und Naturschützern Meinungsbilder zum Thema Steinbruch einholen. HKW und BfHo wollen den Informationsaustausch fortsetzen.