Dortmund-Syburg. Dass auch abseits der großen Sommerstücke an der Naturbühne Hohensyburg Theater gemacht wird, hat seit einigen Jahren Tradition.

So auch das Genre des Jugendstückes mit mindestens einer Produktion im Jahr. Wie in den vergangenen Jahren startet das Ensemble der Naturbühne im Frühjahr auf der Studiobühne im gemütlichen Bühnenheim. Gezeigt wird das Jugendstück „Die Welle“ von Morton Rhue. Die Premiere ist am Freitag, 2. März, um 20 Uhr.

Das bekannte Jugendbuch von Morton Rhue basiert auf einem realen Ereignis und gibt Einblick in das Experiment eines Geschichtslehrers. Dieser nimmt mit seiner Klasse den Holocaust durch. Aber statt schockiert zu sein, können die Schüler nicht verstehen, warum die deutsche Bevölkerung die Gräueltaten der Nationalsozialisten tatenlos mit angesehen hat. Also startet der Lehrer ein Experiment: Er drillt die Schüler in simpler militärischer Disziplin, schafft unter ihnen eine Hierarchie und führt neben dem Namen „Die Welle“ auch Symbol, Gruß und Parolen ein.

Kontrolle entgleitet

Innerhalb weniger Tage entgleitet ihm die Kontrolle, als „Die Welle“ auf Initiative seiner begeisterten Schüler außerhalb des Klassenzimmers um sich greift. Bald wird dem Lehrer klar, dass er das Experiment so schnell wie möglich beenden muss, da er unbeabsichtigt eine faschistische Massenbewegung in Gang gesetzt hat.

Das junge Schauspielteam, bestehend aus 21 Darstellern ab 14 Jahren und Regisseurin Kirstin Cramer, haben sich nicht nur mit der Schauspielkunst in dem Stück beschäftigt, sondern auch intensive Gespräche über die Thematik dahinter geführt und sich so dem Stück und seinen Bedeutungen angenähert. „Diese Auseinandersetzung wird der Zuschauer merken“, meint Kirstin Cramer „denn sie zeigt sich in der Intensität und Authentizität des Spiels aller Darsteller“.

Zeitloses Problem

Regisseurin Kirstin Cramer war es wichtig, ihr Stück in keine Zeit zu verorten, sondern mit minimalistischem Bühnenbild und Fokussierung auf das Spiel der Darsteller dafür zu sorgen, dass man erkennt, dass es sich hier um ein zeitloses Problem handelt. Mit Originalaufnahmen aus der Zeit werfen die Zuschauer gemeinsam mit den Kindern der Schulklasse einen Blick zurück in eine unvorstellbare Zeit. Aber auch musikalische Mittel und Rhythmik spielen eine große Rolle in dem Stück, um so den Zuschauer noch mehr mit der Emotionalität der Handlung zu verbinden.

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Empfehlenswert ist „Die Welle“ für Menschen ab 13 Jahren. Aufführungstermine: 2., 3., 9., 10., 16. und 17. März jeweils 20 Uhr an der Naturbühne Hohensyburg. Karten sind an der Abendkasse oder unter www.naturbuehne.de erhältlich. Wegen der begrenzten Platzzahl wird empfohlen, sich rechtzeitig Karten zu sichern.