Kath. Kirche setzt auf große Einheiten

Hagen. (as) Die katholischen Gemeinden in Hagen, in Wetter und in Herdecke stehen vor einer grundlegenden Veränderung. „Wir müssen uns neu aufstellen“, sagt Dechant Dr. Norbert Bathen. Konkret heißt das: Die katholischen Gemeinden werden in drei „pastoralen Räumen“ zusammengeführt. Wetter und Herdecke werden mit Boele, Kabel und Garenfeld einen „Raum“ bilden. Hohenlimburg mit Emst und Halden den nächsten. Auch der Hagener Westen und der Pastoralverbund Mitte wachsen zusammen.

Den ersten Schritt gehen am Sonntag, 27. September 2015, ab 15 Uhr die Pfarreien der Pastoralverbünde Mitte und West. Mit einem Gottesdienst in St. Marien und anschließender Begegnung mit Programm im Foyer des benachbarten Kunstquartiers wollen sich neun Pfarreien auf den Weg zu einem großen „pastoralen Raum“ begeben.

Die jetzigen Einzelgemeinden Liebfrauen Vorhalle, St. Josef Altenhagen, St. Petrus Canisius Eckesey, St. Meinolf Ischeland, St. Marien Stadtmitte, Herz Jesu Eilpe, St. Michael Wehringhausen samt Filialkirche „Maria, Hilfe der Christen“ Kuhlerkamp, St. Bonifatius Haspe und St. Konrad Westerbauer werden unter Leitung von Dr. Norbert Bathen verschmelzen.

Während sich die einzelnen Pfarreien näher kommen, wird eine Pastoralvereinbarung entstehen. Sie soll tägliches Handeln, aber auch den Wandel beschreiben. Eine Frage ist zentral: „Wie stellt man sich künftig für die Seelsorge auf?“

Ein Pfarrer für neun Pfarreien

Mit den „pastoralen Räumen“ beschreitet die katholische Kirche Neuland auf dem Weg zur, wie es heißt, „Konsolidierung der Gemeindestrukturen“. Es entsteht ein Verbund von rechtlich selbstständigen Kirchengemeinden. Doch sie alle agieren unter der Leitung nur eines Pfarrers. Für die neun Pfarreien in der Hagener Mitte und im Westen wird dies Dr. Norbert Bathen sein. Natürlich ist er nicht der einzige Geistliche im neuen „pastoralen Raum“. Ihm zur Seite stehen, wie er sagt, „noch acht Priester, vier Gemeindereferenten und ein Diakon“. Die Betonung liegt allerdings auf dem Wort „noch“. Dr. Norbert Bathen weiß, dass im Laufe der nächsten Jahre auch unbequeme Fragen gestellt werden müssen: „Werden Gemeinden zusammengelegt? Werden Gotteshäuser aufgegeben?“

„Bislang hat jede Gemeinde, und sei sie noch so klein, immer das volle Programm bereit gehalten“, sagt Dekanatsreferent Raphael Gehrmann. Er meint damit nicht nur die Gottesdienste, sondern auch Kindergärten, Seniorenarbeit, Frauengruppen, Jugendarbeit und vieles mehr. „Diese Vielfalt wird es nicht mehr überall geben können“, sagt er. „Wir müssen uns auf Schwerpunkte vor Ort beschränken.“

Weniger Gläubige, weniger Priester

Hintergrund für die Gründung von „pastoralen Räumen“: Der katholischen Kirche laufen die praktizierenden Gläubigen davon. Die Zahlen der Gemeindemitglieder, aber auch der Gottesdienstbesucher sind stark rückläufig. Zurück geht aber auch die Anzahl der jungen Männer, die sich zum Priester weihen lassen und damit dem Zölibat unterwerfen. Gerade einmal drei sollen es in diesem Jahr im Bistum Paderborn gewesen sein.