Katzen über Katzen

Hagen (ric). „Auch in diesem Jahr reißt es nicht ab. Wir haben Katzen über Katzen und wissen einfach nicht mehr weiter“, erklärt eine entsetzte Birgit Ganskow vom Hagener Tierschutzververein. „Nachdem wir schon mehrfach auf das Problem der freilebenden Katzen hingewiesen haben, hatten wir die Hoffnung, dass es in diesem Jahr nicht so schlimm wird. Leider ist es aber noch schlimmer geworden“, stellt die Tierschützerin fest.

Dabei haben sich die Mitglieder des Vereins in der Vergangenheit immer wieder engagiert eingesetzt: Freilaufende, herumstreunende Katzen wurden eingefangen und kastriert. Die Hoffnung, dadurch das Leben der Tiere zu verbessern, hat sich nun nicht bestätigt. Viele Menschen lassen ihre Tiere nach wie vor nicht kastrieren. Und immer wieder werden Katzen einfach ausgesetzt.

In Pensionen

Zahlreiche Katzen warten sehnsüchtig auf ein neues Zuhause: Das Hagener Tierheim platzt derzeit aus allen Nähten. (Foto: Tierschutzverein Hagen)

Dies macht sich derzeit auch massiv im Tierheim bemerkbar. „Wir sind restlos überfüllt“, wissen die Tierschützer. „Die Kapazitäten im Katzenhaus sind definitiv ausgeschöpft.“ Das Schlimmste an dieser Situation: Im Hagener Tierheim sitzen derzeit fast nur erwachsene Katzen. Und die haben so gut wie keine Vermittlungschance – schließlich erblicken zur Zeit unendlich viele, süße Miezen das Licht der Welt. „Wir haben allein 34 Kitten“, so Ganskow. „Da wir im Tierheim keinen Platz mehr haben, müssen die Kätzchen in Pensionen leben.“ Und Pensionen kosten sehr viel Geld. Hinzu kommen übliche Probleme der Tieraufzucht: „Bei einem Wurf ist die Mutterkatze verstorben. Jetzt muss der Betreuer alle zwei Stunden, auch nachts, die Kätzchen per Hand füttern.“

Unglaublich viel Einsatz ist also gefragt. Und: „Täglich erreichen uns Meldungen von Bürgern, dass wieder Katzen mit Jungen gesehen werden. Überall in dieser Stadt laufen unkastrierte Katzen und Kater herum und vermehren sich! Ehrenamtliche Helfer verbringen Nächte damit, die Katzen einzufangen, damit sie kastriert werden können und nicht noch mehr Katzenelend entsteht“, so Ganskow. Wer Mutterkatzen mit ihren Welpen entdeckt, sollte sich sofort an den Tierschutzverein wenden: Oft benötigen die Tiere erst einmal medizinische Hilfe.

Schutzengel gesucht!

Um die Situation in den Griff zu bekommen, sucht der Hagener Tierschutzverein nun dringend nach „Katzenschutzengeln“. Durch eine Kastrationspatenschaft kann den Tieren viel Leid erspart bleiben. Dringend benötigt werden aber auch Futterspenden. Nassfutter, Katzenmilch und spezielles Kittenfutter sind derzeit Mangelware.

„Außerdem hoffen wir sehr, viele Tiere in gute Hände vermitteln zu können“, so Birgit Ganskow. Nicht nur die niedlichen Kitten, auch die ausgewachsenen Katzen suchen dringend ein neues, geeignetes Zuhause bei lieben und verantwortungsbewussten Menschen.