Kinder aus dem Bus geworfen

Hagen. (anna) Spezielle Roller, sogenannte Stunt-Skooter, haben es den Boelerheider Jungs Nick (14), Marvin (10) und Jan (11) im Moment angetan. Mit diesen nicht zusammenklappbaren Flitzern können die Jungs wahre Kunststücke vollbringen. So touren die Drei gerne durchs gesamte Stadtgebiet, um nach geeigneten Plätzen zum Fahren Ausschau zu halten. Auch die Skateranlage in Haspe zieht sie „magisch“ an. In der „Half-Pipe“, einer halben Röhre, werden die Jungs mit ihren Rollern zu kleinen Akrobaten.

Die drei Boelerheider Jungs (v.l.) Nick Meyer, Marvin Dessel und Jan Vogel verbringen jede freie Minute auf ihren Stunt-Skooter, mit denen sie die verrücktesten Kunststücke einstudieren. Doch ein Busfahrer mochte diese Roller nicht und verwehrte den Dreien nicht nur den Zutritt in den Bus, er beleidigte sie auch noch. (Foto: Anna Linne)

Es war an einem Samstagnachmittag, als die drei Rollerfahrer auf der Skateranlage in Haspe mal wieder alles gegeben hatten. Mit dem Bus ging es nun zurück nach Boelerheide. Bis zum Hauptbahnhof, wo die Jungen umsteigen mussten, verlief alles glatt. Doch als die Drei mit ihren Rollern am frühen Abend in die Linie 519 steigen wollten, die auch in Boelerheide stoppt, verwehrte ihnen der Busfahrer den Zutritt. Obwohl sich lediglich drei Passagiere im Bus befunden hätten, wollte der Fahrer die Roller-Kinder nicht mitnehmen, klagt das Trio.

„Er hat gesagt, dass wir die Roller gefälligst zusammenklappen sollen“, erinnert sich der 11-jährige Jan Vogel. „Wir haben ihm darauf erklärt, dass unsere Stunt-Skooter aus einem Guss und deshalb nicht klappbar sind und dass wir die Roller immer unter dem Sitz zwischen unseren Beinen deponieren. Da stören sie niemanden“, berichten die Jungs.

Auch noch beschimpft

Doch der korpulente Busfahrer mit Halbglatze und Sonnenbrille bleibt hart. „Ihr kommt hier nicht rein!“, soll er den Jungen geantwortet haben. Und der 14-jährige Nick musste sich noch gefallen lassen, dass der Busfahrer ihn als dick bezeichnete, und er könne ruhig mal zu Fuß gehen, um ein paar Pfund abzunehmen. „Dabei war der Busfahrer selber nicht gerade schlank“, ärgert sich Nick über die dreiste Beschimpfung.

Den Jungen blieb nichts anderes übrig, als eine Stunde lang auf den nächsten Bus zu warten. Der nächste Busfahrer hat sie dann auch anstandslos mitgenommen. „Nur zu Hause gab es etwas Theater, wegen der Verspätung“, erklären die Rollerfahrer, „doch als wir unseren Eltern erzählten, was passiert ist, waren die ziemlich entsetzt über das Verhalten des Busfahrers.“

Kein Problem

Natürlich werde bei der Hagener Straßenbahn seit eh und je Rollern, Kinderwagen und Rollstühlen der Zutritt in den Bus nicht verwehrt. „Ausnahmen“, so der Pressesprecher auf wk-Anfrage, „gibt es, wenn der Bus überfüllt ist. Dann müssen Personen mit sperrigen Sachen eben auf die nächste leerere Fahrgelegenheit warten.“

Laut den Beförderungsbedingungen ist der Transport von Rollern, Fahrrädern, Kinderwagen und Rollstühlen in Bussen in der Tat gestattet. Kein Busfahrer kann sich nach eigenem Gutdünken darüber hinweg setzen. „So wird das Verhalten dieses Fahrers, wenn er dann zu ermitteln ist, garantiert Konsequenzen haben“, verspricht der Pressesprecher.