Kinderbücher und Krimis: Rückers Geschichten

Hagen. (AnS) Berta Brauksiepe – eine Lehrerin, wie man sie sich wünscht: Sie kümmert sich um ihre Schüler wie um die eigenen Kinder, hat immer ein offenes Ohr für die Eltern, macht sich Gedanken um den Unterricht. Eine Wunschperson eben – zu schön, um wahr zu sein?

Berta Brauksiepe – das ist eine Erfindung von Helmut Rücker. Selbst lange Zeit als Lehrer an einem Gymnasium im Dienst, schreibt er heute Bücher – unter anderem über die nette Grundschullehrerin mit dem großen Herzen. „Das Erzählte beruht auf tatsächlichem Geschehen“, erklärt der Autor. Ähnlichkeiten mit realen Personen allerdings wären rein zufällig, erzählt er über sein neuntes Buch – sein Titel: „Berta Brauksiepe geht noch zur Schule“.

Begebenheiten des Schulalltags – mit Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Humor betrachtet – beschreibt Rücker: Der Muslim-Junge, der keine Schweineöhrchen, obwohl aus Blätterteig, essen darf; die Geschwister Tanja und Finny, die heimlich Mamas und Papas alte Liebesbriefe in Nachbars Briefkästen verteilen, die Jungs, die ihre Kommunionskerzen als Schwerter missbrauchen, oder der Haustiertag der Grundschule, der gründlich „in die Hose“ geht.

Rücker versteht sein Buch nicht als Witzesammlung, denn im Schulalltag finde man längst nicht alles zum Lachen.

Seine 40 Storys sollen Freude bereiten, zum Nachdenken Anlass geben, vor dem Vergessen bewahrt werden. Es sind vorwiegend Begebenheiten, die wohl jeder mal so erlebt oder beobachtet hat.

„Die Geschichten trage ich schon lange mit mir herum“, erzählt Rücker. „Mit Berta Brauksiepe bekam Knuffiges den nötigen Raum, aber auch ernste Themen kommen durchaus zur Sprache.“

Vieles vom Hörensagen

Die Erzählungen von Helmut Rücker lesen sich locker und leicht, der manchmal leicht erhobene Zeigefinger lässt schmunzeln und den einen oder anderen an die eigene Schulzeit erinnern.

Aber auch moderne, aktuelle Elemente baut er mit ein, vergleicht alte mit neuen Schulregeln, mal ernst, mal für die Lachmuskeln. Viele seiner Geschichtchen sind aus seiner Schulzeit, andere vom Hörensagen aus dem Fundus von Bekannten. „Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass die jungen Lehrer von heute kaum etwas zu berichten haben“, wundert er sich.

Seit seiner Pensionierung schreibt der ehemalige Deutschlehrer an Lektüren – ganz klassisch notiert er seine Ideen zunächst handschriftlich, dann auf der guten, alten „Gabriele“. „Die Schreibmaschine begleitet mich schon seit 40 Jahren.“ Auf einem Computer zu schreiben – das kann Rücker sich nicht vorstellen. „ Ich bin halt ein Fossil. Vor einem Bildschirm sprudelt es dann nicht mehr…“, gesteht er.

Tiergeschichten und Krimis

Ideen, die er noch zu Papier bringen möchte, hat er indes genug: Ein Kinderbuch ist bereits erhältlich, ein weiteres kurz vor der Fertigstellung.

„Dieses Mal sind Tiere die Hauptcharaktere“, verrät er. Und auch in diesen Büchern findet sich der reale Bezug, sei es in den Figuren oder bei Örtlichkeiten, wieder. „In Berta Brauksiepe zum Beispiel steckt auch ein Teil von mir“, schmunzelt das Mitglied der Autoren-Vereinigung Ruhr-Mark, das auch noch eine Kriminalgeschichte in diesem Jahr „in petto“ hat.

 „Berta Brauksiepe geht noch zur Schule“ ist in jeder Buchhandlung erhältlich.