Klänge vom Feinsten in St. Meinolf Hagen

Hagen. (san) Ein Gottesdienst ohne Orgelklänge? Undenkbar. Aber Orgelmusik als reines Konzertvergnügen? Da müssen auch etliche Musikliebhaber passen. Sind die meisten Organisten Kirchenmusiker, so müssen sich ihre Zuhörer meist auch auf der Kirchenbank einfinden, um in den Genuss dieses imposanten Instrumentes zu kommen.

Die Pfeifenorgeln bestechen durch ihre schiere Größe, durch ihre prachtvolle Architektur, durch ihre gewaltige Klangwirkung im großen und hallenden Raum und durch ihre anspruchsvolle, aber nachvollziehbare Technik. Ein besonderes Beispiel hierfür ist zweifelsohne die Orgel in der St.-Meinolf-Kirche an der Boeler-/Ecke Alexanderstraße. Gerade deshalb finden hier bereits seit 1996 regelmäßig außergewöhnliche und stets kostenfreie Konzerte statt. Mal mit dem Kenner dieser Orgel schlechthin, dem Organisten und Cembalisten Helmut Schröder, mal mit hochkarätigen Gastmusikern – und keineswegs nur mit Kirchenmusikern.

Meinolf-Schönheit

Nachdem die alte Orgel von St. Meinolf durch Brand zerstört war, entschied man sich rasch, eine neue Orgel anzuschaffen, die etwas Besonderes sein sollte. Der australische Orgelbaumeister Rowan West, der im Ahrtal eine Werkstatt betreibt, sollte ein Konzept entwickeln. Nach der Vorstellung verschiedener Musiker baute er eine Orgel „französischen Typs“ (35 Register auf drei Manualen und Pedal). Im September 1995 wurde dann schließlich die heutige Orgel, die sowohl klassische als auch neuere Stilelemente vereint, fertiggestellt. Sie ist nicht nur von eindrucksvoller Schönheit, sondern auch von herausragender Klangfülle. Wichtig eben nicht nur für liturgische, sondern vor allem für „normale“ Klänge.

Aktuelle Konzertreihe

Und diese gibt es reichlich in St. Meinolf an der Boeler Straße 88. “Festliches zum neuen Jahr“ hieß es im Januar mit Händel und Bach. Zum nächsten Konzert am morgigen Donnerstag, 20. Februar, 19 Uhr, ist Stefan Horz aus Bonn zu Gast. Er bringt Werke von Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach, Georg Muffat und Francois Couperin zu Gehör.

Moderner geht es in der übernächsten Veranstaltung am 27. März zu. Dann stehen Alain und Messiaen auf dem Programm sowie Improvisationen von Dr. Winfried Müller aus Münster. Weitere Konzerte zum Vormerken: 12. April „Musik zur Passion“ – Marcel Dupré, mit Helmut Schröder an der Orgel, Hartmut Riemenschneider als Sprecher; 29. Mai Orgelabend mit Werken von Bach, Mozart, Mendelssohn, Reger, gespielt vom Münsterorganist aus Bonn, Markus Karas. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

Orgelunterricht

„Schade, dass die Orgel bei denjenigen, die ein Instrument erlernen möchten, so gering wahrgenommen wird. Dabei ist sie doch so weit nicht vom beliebten Klavier entfernt,“ bedauert Musiklehrer Helmut Schröder. Er kann als überregional tätiger Konzertorganist weit über die handwerklichen Grundkenntnisse hinaus zu solcher Literatur führen, die aufgrund ihres spieltechnischen Anspruchs und des Umfangs in der kirchlichen Liturgie nicht unterzubringen ist.

Die mangelnde Resonanz ergibt sich zum größten Teil natürlich aus der Tatsache, dass das Spielen des Instruments an ein Kirchenhaus gebunden ist. Digitalorgeln sind zwar eine Alternative, aber bei weitem nicht so attraktiv. Im Gegensatz zu vielen anderen Instrumenten kann man das Orgelspiel in der Regel auch nicht an Musikschulen erlernen. Die städtische Max-Reger-Musikschule bildet hier eine seltene Ausnahme. Hier steht nicht der Kirchenmusiker, sondern der Musikpädagoge als Lehrer zur Seite und kann trotzdem die Möglichkeit zum Spiel auf der Kirchenorgel bieten. Ein Studium am Klavier allein kann die Orgel, nicht nur wegen des fehlenden Pedals, nicht ersetzen.

Wer sich für das Erlernen der Orgel interessiert, mal eine Schnupperstunde nehmen möchte oder einfach nur Fragen zum Thema hat, dem hilft Musikschulleiter Helmut Schröder unter helmut.schröder@stadt-hagen.de oder Telefon 02331/ 207-3141 weiter.