Klassik, Comedy, Pop: Im Kirchenschiff gemixt

Kirchenmusiker Frank Förster bastelt an einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm der Stadtkirchengemeinde. Er will hinter den Kirchentüren wirklich jedem etwas bieten können – von Klassik über Comedy bis zum Pop. (Foto: C. Eckhoff)

Hagen. Frank Förster behält die Bauarbeiten an der Johanniskirche am Markt gespannt im Auge. Immerhin entsteht hier in einer gewaltigen Baumaßnahme ein Veranstaltungsort, den auch er bald mit Leben und vor allem mit viel Musik erfüllen wird.

Unzählige Male an der Orgelbank

„Ich arbeite gerade am neuen Veranstaltungsprogramm für die Stadtkirchengemeinde in der Markus- und der Johanniskirche“, sagt der Kirchenmusiker. Seit 18 Jahren spielt er für die Stadtkirchengemeinde die Orgeln. „Vorher war ich Musiklehrer“, erzählt der 60-Jährige. Es gibt zwar eine Vertretung für ihn als einzigen hauptamtlichen Organisten und einige nebenamtliche Musiker. Dennoch droht es öfters eng zu werden rund um die Besetzung der Orgelbänke.
Unzählige Gottesdienste hat Frank Förster an der Orgel begleitet. „Angefangen habe ich im Jahr 2000 in der reformierten Gemeinde Wetter-Freiheit. Im Jahr 2008 begann ich in der Paulus-Gemeinde und vor zwei Jahren habe ich den Organisten-Posten in der Markuskirche geerbt“, berichtet er. „Und Anfang 2018 kam dann auch noch die Johanniskirche dazu.“

Programmstart mit historischer Lesung

Das neue Veranstaltungsprogramm der Stadtkirchengemeinde, an dem er arbeitet, beginnt am Freitag, 7. September, in der Markus-Kirche mit einer musikalischen Lesung. Im historischen Gewand wird Autor Uwe Schumacher aus seinem Buch „Das dunkle Geheimnis der Klutert“ lesen. Er entführt sprechend und singend das Publikum in das 13. Jahrhundert, als der Mord an Erzbischof Engelbert die Menschen erschütterte und die Geschichte umschrieb. Musikalisch begleitet wird er von seiner Frau Gabriele Schumacher an der Gitarre.

Festwoche, Freitagskonzerte und Jahresprogramm

Mit einer Festwoche soll vom 27. Januar bis 3. Februar die Wiederöffnung der Johanniskirche gefeiert werden. „Dabei ist Vielfalt angesagt. Wir wollen wirklich allen etwas bieten“, verrät Frank Förster. „Musik, Lesungen, Comedy… das Programm wird ganz breit gefächert.“
Später im Jahr soll die Reihe der Freitagskonzerte in der Johanneskirche wieder aufleben. Die durch Kirchenmusikdirektor Manfred Kamp gepflegte beliebte Reihe wird von Frank Förster fortgesetzt – mit jeweils einer Veranstaltung pro Quartal.

Von Symphonie bis „Prinzen“

„Insgesamt arbeite ich an einem Mix aus klassischer Musik und modernen Beiträgen bis hin zu Pop“, lässt Frank Förster wissen. Dazu gehört etwa die „Himmlische Nacht der Tenöre“ mit Melodien aus Opern und Operetten, die Zusammenarbeit mit dem Symphonie-Orchester Hagen und ein Auftritt der „Simon & Garfunkel Revival Band“.
Elektrisiert hat die Hagener bereits die Nachricht, dass die „Prinzen“ in der Johanniskirche auftreten werden. Im Rahmen ihrer Kirchentour gibt die Kult-Band aus Leipzig am 4. September ein Konzert am Volmeufer. Die Prinzen kamen neulich schon zu einer Stippvisite nach Hagen, um die Baustelle in Augenschein zu nehmen.
Das tut auch Frank Förster regelmäßig. „Der Plan, schon zu Weihnachten wieder einen Gottesdienst in der Johanniskirche feiern zu können, ist wirklich sportlich“, schmunzelt er. Aber der Glaube versetzt ja bekanntlich ganze Berge.