Klassischer Fehlstart für Phoenix Hagen

Hagen. (Red.) Sie wirkten unkonzentriert, machten zu viele
Fehler, spielten stellenweise ohne Teamgeist, wollten zu oft mit dem Kopf durch
die Wand: Phoenix hat einen Saisonsieg zum Auftakt der Basketball-Bundesliga
verpasst: Die Feuervögel verloren mit 75:84 (39:43) gegen die BG Göttingen vor
2821 enttäuschten Zuschauern.
Fast alle Feuervögel waren bis auf Jeremy Dunbar fit, der mit Rückenproblemen
draußen blieb. Die erste Starting Five der neuen Spielzeit bildeten Richard
Williams, David Bell, Adam Hess, Owen Klassen und Trent Plaisted.
Dass Göttingen unter dem Korb deutlich kleiner aufgestellt war als Phoenix,
schien Adam Waleskowski zunächst nicht zu interessieren. Der 2,03 Meter große
Center brachte sein Team mit zwei Einzelaktionen in Führung. Die ersten
Phoenix-Punkte der Saison steuerte Flügelspieler Hass bei, der erst einen Schuss
von Veikalas blockte und dann auf der Gegenseite auf 2:4 verkürzte (3.). Die
Führung durch Hass zum 9:7 (6.) brachte Schwung in das Hagener Spiel. Nach
Plaisteds Korbleger lag Phoenix mit 13:8 vorn (7.). Kurz vor Viertelende sorgte
Bells Dreier für ein 19:16.
Der nach einer Knöchelverletzung genesene Darius Carter brachte sein Team mit
20:19 in Führung (11.). Nicht nur beim Spielstand von 22:22, hergestellt durch
Yannick Anzuluni (13.) blieb es für längere Zeit, auch das Spiel selbst
gestaltete sich in dieser Phase äußerst ausgeglichen.
Göttingen hielt Führung
Bis zur Halbzeitpause ging aber Göttingen leicht in Front. Mit der Sirene
erzielte Veikalas das 39:43 aus Hagener Sicht.
Kapitän Bell glich auf 43:43 aus (22.). Dann jedoch drehten die Veilchen auf
und setzten sich zwischenzeitlich nach Dreier von Mönninghoff auf 53:45 ab
(25.). Das Spiel entwickelte sich zu einem echten Kampf. Bell verkürzte per
Dreier auf 51:55 (26.), die Veilchen erhöhten blitzschnell auf 51:60 (27.).
Während die Partie zunehmend hitziger wurde, hielt Göttingen eine leichte
Führung. Vor den entscheidenden letzten zehn Minuten hatte Phoenix einen
Rückstand von 59:66 aufzuholen.
Rückstand reduziert
Die Gäste setzten sich weiter ab. Zwischenzeitlich führten die Veilchen beim
Stand von 61:80 sogar mit 19 Punkten (36.). Dennoch gaben die Hausherren nicht
auf und reduzierten den Rückstand.
Fazit: Ein Erfolg zum Saisonstart blieb den Feuervögeln verwehrt. Bis zum
Ende des dritten Viertels blieb die Führung der Gäste aber knapp, erst danach
brach Phoenix ein. Die Differenz der Wurfquoten war eher gering (38 zu 42
Prozent), unter den Körben lag Hagen mit 43 zu 42 Rebounds leicht vorn.
Entscheidend waren eher die kleinen Fehler, die Phoenix oft um den erfolgreichen
Abschluss brachten.
Neue Chancen
Gelegenheit, diese abzustellen, haben die Feuervögel am kommenden Wochenende
schon doppelt: am Freitag, 30. September, ab 18 Uhr bei den Eisbären Bremerhaven
und am Sonntag, 2. Oktober, ab 15.30 Uhr zu Hause gegen Aufsteiger Science City
Jena.
Auch Phoenix-Trainer Ingo Freyer war wenig erbaut von der Leistung seiner
Mannschaft: „Wir haben unseren Rhythmus nicht gefunden. In der Offense konnten
wir unsere Stärken nicht ausspielen. Wir hatten oft Gelegenheit, den Ball unter
den Korb zu bringen, haben es aber nicht geschafft. Auch unsere freien Schützen
haben wir nicht gefunden. Unsere Schwächen konnten wir nicht abstellen, 19
Turnover haben ihr Übriges getan.“