Korioth macht Schluss

Delstern. (anna) Die 42-jährige Jane Korioth hätte ausreichend Gründe, um unzufrieden zu sein und das Leben zu verteufeln. Doch das Gegenteil ist der Fall. Jane Korioth ist zwar schwerstbehindert und ihre Lebenszeit ist begrenzt, aber sie ist überglücklich, dass sie überhaupt noch leben darf.

Jane Korioth aus Delstern ist schwerstbehindert, aber sehr glücklich, dass sie überhaupt noch lebt. Anlässlich ihres Abschieds vom TSV Dahl, bei dem sie jahrelang die C-Jugend trainierte, möchte sie ein Benefizturnier veranstalten. (Foto: Anna Linne)
Jane Korioth aus Delstern ist schwerstbehindert, aber sehr glücklich, dass sie überhaupt noch lebt. Anlässlich ihres Abschieds vom TSV Dahl, bei dem sie jahrelang die C-Jugend trainierte, möchte sie ein Benefizturnier veranstalten. (Foto: Anna Linne)

Seit 25 Jahren leidet die Delsternerin unter Asthma, seit 19 Jahren unter der chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn und seit 15 Jahren unter „generalisierter Dystonie“. Durch diese Krankheit wird sie von Muskelkrämpfen geschüttelt und kann sich kaum noch bewegen. Mit dem Nervengift Botox wird sie seit geraumer Zeit behandelt. Das Gift wird in die Muskeln eingespritzt und stellt diese ruhig. Teilweise muss Jane Korioth im Rollstuhl sitzen, weil die Beinmuskeln ihren Dienst versagen.

Liebevoller Beistand

Ehemann Holger und der 16-jährige Sohn Marvin unterstützen Ehefrau und Mutter mit viel Liebe im Kampf gegen die schreckliche Krankheit. Doch den größten Dank zollt die 42-Jährige den Menschen, die ihr seit vielen Jahren medizinisch zur Seite stehen.

Eingebettet in eine verständnisvolle Familie, betreut von kompetenten, warmherzigen Medizinern und einem Freundeskreis, der ausschließlich aus verlässlichen Menschen besteht, versucht die Schwerkranke ihr Schicksal zu meistern. „Ich liebe das Leben über alles“, versichert sie. „Ich bin so glücklich, dass ich noch leben darf.“

Abschied vom TSV Dahl

Nach 37 Jahren eigener Fußballerfahrung beim TSV Dahl trainierte Korioth viele Jahre noch die C-Jugend – teils im Rollstuhl. Von Kindern sowie deren Eltern gleichermaßen anerkannt, gab ihr dieses Engagement viel Kraft und Zuversicht. Doch jetzt ist Schluss – Jane Korioth muss durch ihre fortschreitende Erkrankung den Trainingsjob aufgeben. Als der TSV Dahl für sie eine Abschiedsfeier inszenieren wollte, hatte die 42-Jährige eine andere Idee. Sie wollte ein Benefizturnier veranstalten – zum Wohle anderer Menschen.

Benefizturnier

Unter dem Motto „Kicken für Kids – kicken für die Zukunft“ findet nun am Samstag, 18. Juni 2016, ab 10 Uhr zum dritten Mal ein Fußballbenefizturnier statt.

„Dieses Turnier findet immer großen Anklang und ist beliebt bei vielen Hobbymannschaften“, weiß Initiatorin Jane Korioth.

2012 wurde das Turnier zum ersten Mal ausgetragen. Die Idee dazu kam Jane Korioth, weil sie mit ansehen musste, dass eine Familie nicht in der Lage war, ihr krankes Kind in der Klinik zu besuchen, da das Geld für ein Busticket fehlte. Jane Korioth ist Kopf und Organisatorin dieser Benefizveranstaltung – wie auch 2012 und 2014.

Dies wird ihr letzter öffentlicher Auftritt sein. Und ein letztes Mal möchte sie zeigen, dass jeder helfen kann. Sie hat sich deshalb entschlossen, dieses Turnier auf die Beine zu stellen.

Das Turnier findet in der Volmetalhalle in Dahl statt. Es nehmen 16 Hobbymannschaften teil. Besonders freut sie sich auch auf das Handicap-Team von Berchum/Garenfeld, das von Anfang an dabei war und von Birgit Lindenblatt-Machunze liebevoll betreut wird.

Außerdem findet eine Tombola statt, in die sich viele Hagener Geschäftsleute eingebracht und Sachspenden geleistet haben. Auch dafür möchte sich die Organisatorin herzlich bedanken.
Der gesamte Erlös wird auf drei Organisationen verteilt: Das Geld geht an das Kinderhospiz Sternentreppe, die Kinderklinik des AKH und die Schlaganfallstation des Johannes-Hospitals.

Wieder lächeln können

„Diese Veranstaltung ist sicherlich nur wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, aber wenn jeder etwas von seinem Lebensglück und Lebenszeit verschenkt, werden viele Kinder wieder lächeln können“, meint Jane Korioth.