Kunden helfen Kunden beim Stromspar-Check

Stromsparhelfer Ekkehard Speth (2.v.l.) und Projektleiter Thomas Koslowski (2.v.r.) an ihrem Stand im Jobcenter. (Foto: Jeanette Wölling)

Stromsparhelfer Ekkehard Speth (2.v.l.) und Projektleiter Thomas Koslowski (2.v.r.) an ihrem Stand im Jobcenter. (Foto: Jeanette Wölling)

Hagen. Einmal im Monat stehen Mitarbeitende der Caritas im Eingangsbereich des Jobcenters am Berliner Platz. Sie sprechen Kundinnen und Kunden an. Das Ziel: Energie sparen. Denn gerade für einkommensschwache Haushalte zählt jeder Cent und bei Strom und Wasser gibt es meist eine Menge Einsparpotenzial. Ekkehard Speth und seine Kollegen im Jobcenter bewerben ihr für ALG II/Sozialhilfe- und Wohngeld-Berechtigte kostenloses Angebot. „Die meisten Leute sind zunächst skeptisch, weil es auch viele gewerbliche Stromvertreter gibt. Aber wenn wir ihnen dann erklären, dass dies ein Projekt des Bundes und das Jobcenter mit im Boot ist, dann lassen sich doch einige beraten“, erklärt Speth.
Ablauf des Stromcheck
Wer eine Energiesparberatung wünscht, macht einen Termin aus, denn der Stromspar-Check selbst findet in den Haushalten statt. Wie so eine Beratung abläuft, beschreibt Projektleiter Thomas Koslowski: „Beim ersten Termin wird die Ist-Situation analysiert. Anhand der Verbrauchsrechnungen sowie durch Messungen werden der aktuelle Strombedarf sowie Einsparmöglichkeiten ermittelt und dokumentiert. Anschließend wird ein auf den Haushalt abgestimmtes Stromspar-Konzept erstellt.“ In einem zweiten Termin würden die entsprechenden Strom- und Wassersparmaßnahmen wie LEDs, Wasserperlatoren, schaltbare Steckdosenleisten etc. kostenlos installiert. Gleichzeitig würden Hinweise gegeben auf Möglichkeiten zum energiesparenden Verhalten
Eine Rückmeldung bezüglich der Ergebnisse des Stromsparchecks bietet das „Monitoring“. Das ist ein dritter Haushaltsbesuch, bei dem nach frühestens einem Jahr der bereits beratene Haushalt erneut aufgesucht wird und die geplanten Einsparungen überprüft werden.
Der Caritasverband Hagen ist seit 2008 als Projektträger „Stromspar-Check“ für die Stadt Hagen und den Ennepe-Ruhr-Kreis. Bei allen bereits abgeschlossenen 1.912 Hagener Haushalten konnten im Durchschnitt pro Haushalt (knapp 3 Personen) jährlich rund 116 Euro Stromkosten (211 Euro mit Tausch des Kühlgerätes), 37 Euro Wasserkosten und sechs Euro Heizkosten (v.a. durch die Einsparung von Warmwasser) eingespart werden.
Seit Ende 2013 gibt es im Rahmen des Stromsparchecks auch einen Gutschein über 150 Euro für die Anschaffung eines neuen Kühlschranks. Den bekommt, wer sein Kühlgerät, das älter als zehn Jahre sein muss, gegen ein Neugerät der Energieeffizienzklasse A+++ mit einer Ersparnis von 200 kWh im Jahr eintauscht.
Die Stromsparhelfer sind wieder im Jobcenter, Berliner Platz 2, am Mittwoch, 18. Oktober. Von 9 bis 11 Uhr stehen sie im Eingangsbereich rechts.