Kurioses Phoenix-Spiel zum Ausklang

Hagen. (ME/ph) Das war ein klasse Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen Bonn. Es folgt noch die letzte Saisonpartie am morgigen Donnerstag bei den Löwen in Braunschweig. Und dazwischen stand – am Montagnachmittag – eine Autogrammstunde beim Wochenkurier mit Dutzenden von Fans auf dem Terminplan. Das Ende des Spieljahres hat es für die Korbjäger-Stars von Phoenix Hagen noch einmal richtig in sich.

Stolz: Jana war der erste Fan, der am vergangenen Montag bei der Wochenkurier/Phoenix-Autogrammstunde in unserem neuen Verlagssitz an der Körnerstraße den „Kartensatz“ aller Korbjäger beisammen hatte. (Wk-Foto: Tim Haacke)
Stolz: Jana war der erste Fan, der am vergangenen Montag bei der Wochenkurier/Phoenix-Autogrammstunde in unserem neuen Verlagssitz an der Körnerstraße den „Kartensatz“ aller Korbjäger beisammen hatte. (Wk-Foto: Tim Haacke)

Eine Wahnsinns-Partie bot Phoenix Hagen im letzten Heimspiel der Saison. 3.145 begeisterte Zuschauer in der ausverkauften Enervie-Arena, unter ihnen Basketball-Bundestrainer Chris Fleming, sahen gleich zwei Verlängerungen. Mit 99:101 (92:92, 81:81, 41:38) ging das NRW-Derby gegen die Rheinländer schließlich denkbar knapp verloren. Das Hinspiel konnte Hagen mit 92:80 für sich entscheiden. Fasst man beide Spiele zusammen, hat Phoenix die Nase knapp vorn und darf sich mit dem – natürlich – inoffiziellen und nicht ganz ernst gemeinten Titel des NRW-Meisters schmücken.

Kurioses Spiel

Bei Phoenix war Kapitän David Bell gegen Bonn weiter mit einer Ellbogenverletzung ausgefallen. Auch fehlten die Nachwuchsspieler Jonas Grof und Marcel Keßen, der am Freitag in Oldenburg sein BBL-Debüt gegeben hatte. Sie spielten in Quakenbrück gegen die Young Dragons. Dort machten sie mit einem 72:65-Sieg der Juniors den Einzug in das TOP4-Turnier in eigener Halle perfekt.

Und so gab es denn zum Ausklang einer kuriosen Heim-Saison ein mehr als kurioses Spiel. Die Aufholjagd im vierten Viertel und zwei Verlängerungen machten ordentlich Werbung für den Basketball-Sport. Coach Ingo Freyer (Phoenix Hagen) war denn am Sonntagabend auch etwas traurig: „Es ist schade, wenn Kleinigkeiten am Ende ein Spiel entscheiden, die man nicht wirklich beeinflussen kann. Wir hätten das Spiel gerne gewonnen, aber ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen. Wir haben mit viel Herz gekämpft. Diese gute Einstellung wollen wir ins erste Heimspiel der neuen Saison mitnehmen.“

Einer der auffälligsten Hagener Spieler war auch in Sachen „Autogramme“ am Montag einer der gefragtesten: der 2,06-Meter-Hüne Urule Igbavboa. (Wk-Foto: Tim Haacke)
Einer der auffälligsten Hagener Spieler war auch in Sachen „Autogramme“ am Montag einer der gefragtesten: der 2,06-Meter-Hüne Urule Igbavboa. (Wk-Foto: Tim Haacke)

Bell bleibt

Wie dann die neue Mannschaft aussehen wird, ist natürlich noch lange nicht klar. Der Kapitän bleibt allerdings an Bord: Der US-Amerikaner David Bell hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei Phoenix Hagen um zwei Jahre bis 2017 mit einer Option auf ein weiteres Jahr verlängert. Der 33-Jährige spielt mit einer einjährigen Unterbrechung bereits seit 2010 für das Bundesliga-Team der Feuervögel. Die Statistik der laufenden Saison spricht Bände: 17,7 Punkte, 2,7 Rebounds, 3,8 Assists – und all das in knapp 33 Minuten Einsatzzeit. Die Bedeutung von David Bell für Phoenix Hagen ist immens. In 131  BBL-Spielen hat er insgesamt 2.153 Punkte erzielt. In der am Donnerstag endenden Saison 2014/2015 hatte David Bell, der derzeit am Ellbogen verletzt ist und sich einer Operation unterziehen musste, entscheidenden Anteil am vorzeitigen Klassenerhalt.

Der 1,86 m große Guard soll auch in Zukunft der Leader der Hagener Korbjäger sein. „Ich freue mich sehr darüber, dass David bei uns bleibt. Er ist ein echtes Vorbild, hat große Verdienste um Phoenix Hagen und ist längst zum Teil der Familie geworden“, sagt Geschäftsführer Oliver Herkelmann. Nicht zuletzt für die vielen jungen Spieler ist Bell ein wichtiger Anker: „Unseren Jugendweg wollen wir weitergehen. Auch darum ist die Weiterverpflichtung von Dave ein Meilenstein in unseren Planungen.“

Einige Fans - zum Beispiel Arne aus Haspe - kamen gut ausgerüstet zur Wochenkurier/Phoenix-Autogrammstunde. Er hatte seinen eigenen, schwarzen Basketball-Schuhe dabei, die er sich am Montag stilecht mit einem weißen Edding signieren ließ. (Wk-Foto: Tim Haacke)
Einige Fans – zum Beispiel Arne aus Haspe – kamen gut ausgerüstet zur Wochenkurier/Phoenix-Autogrammstunde. Er hatte seinen eigenen, schwarzen Basketball-Schuhe dabei, die er sich am Montag stilecht mit einem weißen Edding signieren ließ. (Wk-Foto: Tim Haacke)

Die Gespräche über die weiteren Vertragsveränderungen laufen spätestens nach dem morgigen Donnerstag an. Schließlich kann es den Coach und die anderen Verantwortlichen nicht zufrieden stellen, dass die früher schier uneinnehmbare „Festung Ischeland“ so viele Heimpleiten wie noch nie zu sehen bekam. Demgegenüber standen zahlreiche unerwartete Siege in fremden Hallen. „Aber,“ gibt Freyer zu bedenken, „wir hatten auch mit großem Verletzungspech zu kämpfen und konnten nur selten in Bestbesetzung aufspielen.“

Phoenix beim Wochenkurier

Zwischen den beiden letzten Partien galt es im Übrigen für Freyer und seine „Jungs“, erstmalig den Wochenkurier in seinen neuen Räumlichkeiten zu besuchen.: Am vergangenen Montag, 27. April 2015, waren die Phoenix-Bundesliga-Stars von 15 bis 16 Uhr zu Gast im Haus Körnerstraße 45. Hier stand ein Großteil der Mannschaft inklusive den Trainern Ingo Freyer und Steven Wriedt allen Fans nicht nur Rede und Antwort, sondern David Bell und Co. verteilten natürlich auch Autogramme und kleine Geschenke. Eine Belohnung für die Treue all’ derjenigen Zuschauer, die während der vergangenen Saison tapfer zu ihrer Mannschaft gehalten haben und sie zu Hause in der Enervie-Arena und auch auswärts kräftig anfeuerten.

Etliche Fans – darunter zahlreiche Kinder – nutzten denn auch die Gunst der Stunde, noch einmal mit der aktuellen Mannschaft zu sprechen, Erinnerungsfotos zu machen und dem Team zur großartigen Leistung gegen Bonn zu gratulieren.