„Läuft wieder!“ im Freilichtmuseum Hagen

Das KFZ-Handwerk steht im Mittelpunkt einer liebevoll gemachten Ausstellung im Mäckingerbachtal – zu sehen im „Haus Sümmern“ (Hintergrund). Auf die zum Rahmenprogramm gehörende Ford-Schau freuen sich nicht nur die Alt-Ford-Freunde

Das KFZ-Handwerk steht im Mittelpunkt einer liebevoll gemachten Ausstellung im Mäckingerbachtal – zu sehen im „Haus Sümmern“ (Hintergrund). Auf die zum Rahmenprogramm gehörende Ford-Schau freuen sich nicht nur die Alt-Ford-Freunde, sondern auch Ausstellun

Hagen. (ME) Ach, waren sie nicht schön, die Autos der 60er Jahre? In ihren Motorräumen sah es noch recht „übersichtlich“ aus. Es gab keine Elektronik, es roch „richtig“ nach Öl – und Reparaturen konnten häufig genug von „Hobby-­Schraubern“ durchgeführt werden. Auch die Profis – also die ausgebildeten KFZ-Handwerker – arbeiteten eher mit dem Hörrohr oder banalen Schraubenschlüsseln und kaum mit „Hightech“.
Wie in einer Auto-Werkstatt
Diese Zeit lebt jetzt wieder im Hagener Freilichtmuseum im Mäckingerbachtal auf: Denn die diesjährige Sonderausstellung hat das KFZ-Handwerk im Blick. Über 200 Objekte wie Werkzeuge, Kassenbücher und Rechnungen, die mit persönlichen Geschichten inszeniert sind, lassen die Besucher in der Zeit vom 21. Mai bis zum 31. Oktober durch die Ausstellung wie durch eine KFZ-Werkstatt der 1960er Jahre wandeln.
Der Titel „Läuft wieder!“ erinnert an einen typischen Satz jener Zeit. Erleichterung machte sich breit, wenn Autobesitzer diesen Satz vom Mechaniker in der Autowerkstatt hörten. Kein Klappern, kein Quietschen, kein Stottern mehr, das Auto fuhr wieder einwandfrei.
Des „Deutschen liebstes Kind“ steht seit über hundert Jahren im Mittelpunkt des KFZ-Handwerks – mit bewegter Geschichte: „Bis heute verändert sich der Beruf stetig, immer entsprechend dem neuen technischen Fortschritt“, sagt Ausstellungsleiterin Dr. Lisa Maubach. „Trotz dieser permanenten Entwicklung ist das KFZ-Handwerk bislang nur selten präsentiert worden.“
Das Hagener LWL-Freilichtmuseum als Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik richtet zum ersten Mal mit einer Museumsausstellung den Blick auf den „Kosmos Autowerkstatt“.
Die Besucher gehen im Ausstellungshaus „Sümmern“ (zu finden „oben“ im Dorf) durch die Ausstellung wie durch eine Werkstatt: Kundendienst, Werkstatt, Lager und akustisch animierter Belegschaftsraum.
Die einzelnen Räume sind mit über 200 Objekten wie Rechnungen, Kassenbüchern und Werkzeugen sowie persönlichen Geschichten inszeniert.
Weitere Bereiche beschäftigen sich mit der Arbeitssicherheit und der Ausbildung. Spielfilmszenen zeigen Pannen- und Werkstattszenen, ein spezieller Aktionsbereich fordert die Besucher – auch die Kinder – heraus, sich zu prüfen: „Amateur oder Profi?“.
Begleitprogramm
Zur Ausstellung gibt es ein Buch sowie ein umfangreiches Begleitprogramm.
So heißt es an mehreren Wochenenden „Achtung Oldtimer!“: Verschiedene Clubs zeigen rollende Automobilgeschichte auf dem Museumsgelände. Außerdem gibt es ein Impro-Theater und Führungen.
Beim Kinderfest heißt es ebenfalls „Läuft wieder!“: Verschiedene Fahrzeuge stehen zum Fahren bereit. Führungen, Mitmachangebote und Ferienaktionen runden die Sonderausstellung ab.
Eröffnet wird die Schau am Sonntag, 21. Mai, unter anderem dreimal (um ca. 14 Uhr, 15.15 Uhr und 16.15 Uhr) mit dem Improtheater „Rund ums Auto“ der Gruppe „DelikatEssen“.
Bereits am 27. und 28. Mai folgt ab 11 Uhr „Die rollende Autogeschichte der Firma Ford“, präsentiert von den Alt-Ford-Freunden. Am Sonntag, 4. Juni, kommt es zum großen Oldtimertreffen („Oldie-Cars & Coffee“). Und am Mittwoch, 21. Juni, steht ab 19 Uhr der Vortrag „Zwischen Kombi und Kleintransporter“ auf dem Programm: Ingo Buschmann stellt „Handwerkerautos“ aus der Zeit des „Wirtschaftswunders“ in Wort und Bild vor.
Das „Kinder-Rahmenprogramm“ erfährt seinen Höhepunkt am Sonntag, 23. August, zwischen 12 und 17 Uhr. „Es rollt und knattert: Nicht nur kleine Rennfahrer und Autofans finden dann viele Aktio­nen zum Staunen, Mitmachen und Ausprobieren“, mit diesen Worten lockt Museumschef Dr. Uwe Beckmann auch die kleineren KFZ-Enthusiasten ins Mäckingerbachtal.