Leischiks härtestes Rennen

Der Hagener Herzspezialist Roman Leischik nahm jetzt am Ironman im herbstlichen Südafrika teil. Bei Sturm und Regen wurde geschwommen, gelaufen und Rad gefahren. (Foto: privat)

Hagen. (anna) Schon mehrmals berichtete der wochenkurier über den Hagener Triathleten Roman Leischik, der bereits die ganze Welt bereiste, um sich in verschiedenen Triathlon-Wettbewerben sportlich zu messen. Der Hagener Kardiologe Dr. med. Leischik hat seine Praxis in der Volmestadt jetzt im April mit dem herbstlichen Südafrika getauscht, weil er das größte afrikanische Ironman-Ereignis nicht verpassen wollte.

Dabei schaffte es der Hagener Sportarzt sogar auf ein Zeitungs-Titelblatt in Südafrika. Im Vorbereitungstraining zum Ironman wurde in der südafrikanischen Tageszeitung der Hagener Arzt als Amateurathlet ausgewählt, um als Beispiel für die Weitgereisten zu dienen.

Am Sonntag, 22. April 2012, fand mit fast 2000 Teilnehmern das größte Ironman-Ereignis auf dem afrikanischem Kontinent statt. „Das erste große Rennen der Saison mit viel Wind, Sonne und Meeresblick ging zwar auf etwas holprigem Asphalt über die Bühne, bot aber unvergessliche Ausblicke“, berichtet Dr. Roman Leischik, „es war gekennzeichnet durch das sehr illustre Feld der Teilnehmer und durch die Freude der Bevölkerung an dem Event. Die Menschen sind hier unwahrscheinlich freundlich und begeistert. Die Stimmung ist einfach natürlich.“

„Die Landschaft im herbstlichen Port Elisabeth erinnert an die Atmosphäre in ‚Jenseits von Afrika‘ und Irland im Sommer, die Strände erinnern an die Ostsee und die Menschen an die UNO-Vollversammlung“, beschreibt Leischik seine Eindrücke, denn man findet hier fast alle Nationalitäten.“

Der Hagener Sportarzt Roman Leischik schaffte es sogar auf ein Zeitungs-Titelblatt in Südafrika. Im Vorbereitungstraining zum Ironman wurde in der südafrikanischen Tageszeitung der Hagener Arzt als Amateurathlet ausgewählt, um als Beispiel zu dienen. (Foto: privat)

Mit Frau und Tochter

Als Familie Leischik eine Woche vor dem Rennen in Südafrika ankam, war das Wetter mild und angenehm, nicht zu warm und nicht zu kalt. Für den Renntag verkündete der Wetterbericht allerdings nichts Gutes. Und es kam noch schlimmer als erwartet: Es hat schon mit dem Regen und Sturm in der Nacht angefangen,“ schildert der Hagener Herzspezialist das Problem, die Stürme sind hier anders als bei uns, heftiger und gewaltiger.“

„Die meisten Teilnehmer machen beim Ironman mit, weil sie unglaublich viel Spaß am Schwimmen, Laufen und Fahrrad fahren haben“, weiß Leischik, „aber das, was sich uns wettermäßig bot, hatte mit Spaß nichts mehr zu tun.“

Während die Teilnehmer zum Schwimmen ins Wasser stürmten, regnete und stürmte es. Aus dem kalten Wasser mussten tatsächlich einige Triathleten wegen Unterkühlung rausgefischt werden – trotz eines wärmenden Neoprenanzuges. „Dann ging es im Regen und Sturm auf die Radstrecke,“ so Leischik, der die Schwimmdisziplin gut gemeistert hatte. „Der Gegenwind war zum Teil derart stark, dass ich mit dem Rad stand und nicht mehr weiterfahren konnte, so als ob man gegen eine Wand führe. Dazu die Seitenböen, die einen fast vom Rad fegten.“

Zu diesem Zeitpunkt war Roman Leischik sicher, dass man das Rennen aus Sicherheitsgründen abbrechen würde, auch weil die Strecke zur Küste hinunter viel zu gefährlich war. Nach 6.40 Stunden war das Laufen an der Reihe. Das Teilnehmerfeld hatte sich schon gut gelichtet. Und der Wind gab sein Bestes. „Zwischen den Häusern war der Wind so stark, dass die Beine im Lauf verwirbelten“, beschreibt Leischik die Qualen, „es gab aber auch kurze sonnige Episoden, die mir ein Stück Leben zurück brachten.“

Bei einer Wassertemperatur von 17 Grad strömten die Teilnehmer des Ironman in Südafrika in die Fluten. Viele mussten wegen Unterkühlung heraus gefischt werden. (Foto: privat)

Und das Publikum?

„Es war großartig“, schildert Dr. Roman Leischik. „War Triathlon bisher mehr ein Sport für Weiße, wird er nun auch von der schwarzen Bevölkerung Südafrikas bejubelt. Denn begeistert waren alle, Teilnehmer wie Helfer, die Wind und Regen trotzten. Die Straßen waren voll, mit Musik, Tanz und Animation. So ist es sicherlich dem Publikum zu verdanken, dass die meisten Teilnehmer mental durchhielten. Auch meine Frau und meine Tochter, ohne deren Unterstützung ich die Anstrengung nicht schaffen würde, haben bei Wind und Wetter durchgehalten. So waren die Zuschauer auch die heimlichen Sieger, so ein Begeisterung und Unterstützung findet man kaum irgendwo.“

Von Leischiks sechs bisherigen Langdistanzrennen war das in Südafrika das härteste. Aber nach dem Finish war er auch noch nie so zufrieden. Er war zum Schluss 28. der Altersklasse 50-54, in der 120 Männer und Frauen gestartet waren. Von insgesamt 1818 Teilnehmern war er der 553. Allein 20 Prozent in der Altersklasse 50-54 haben abgebrochen.

Vorbild für Patienten

„Auch mit 50 gehört man also nicht zum ‚alten Eisen‘. Ich hoffe, dass ich mit meinem Aktionen viele meiner Patienten motiviere, sich mehr zu bewegen. Es muss kein Ironman sein, aber eine Stunde Sport am Tag bringt schon Veränderung.“

Roman Leischiks größter Wunsch wäre ein Fahrradweg von Haspe zur Hagener City auf der B7. Und dann nur eine einspurige B7 mit Geschwindigkeit von 30 km/h und umgeleiteten Lkw. „Dann wären viele unsere Bürger mit dem Rad unterwegs. Vielleicht bekommt unsere Stadtverwaltung das noch hin hin, dann wäre Hagen auch ein Ironman unter den Städten, weil man das Unmögliche möglich gemacht hätte…“