Meilenstein der deutschen Geschichte: Das Wahlrecht für Frauen

Empfang Ruhr-Galerie Herdecke
Dass Frauen nicht wählen dürfen, scheint heute undenkbar. Doch erst seit 100 Jahren gibt es das Wahlrecht für Frauen – ein Grund zu feiern für Herdeckes Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster und ihre Gäste. (Foto: Stadt Herdecke)

Herdecke. Vor gut 100 Jahren, am 19. Januar 1919, durften Frauen erstmals ihre Stimme abgeben und sich selbst zur Wahl stellen – ein Meilenstein in der deutschen Frauenbewegung. Dieses hart erkämpfte Recht feierten Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Herdecke, Evelyn Koch, unlängst bei einem Empfang in der Ruhr-Galerie.

Nach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Gastgeber, wurde auf die Revolution des Frauenwahlrechtes angestoßen. Humorvoll ging es beim anschließenden Schweizer Kinofilm „Die göttliche Ordnung“ weiter, der mit Unterstützung der Filminitiative Herdecke vorgeführt wurde. In dem Drama lebt die Schweizer Hausfrau Nora mit ihrem Mann Hans und ihren beiden Söhnen ein ruhiges Leben auf dem Dorf.

Der soziale Wandel, der seit dem Mai 1968 durch das Land geht, ist an ihr bisher vorübergegangen. Doch plötzlich entdeckt sie ihr politisches Interesse und beginnt, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen. Das wird nicht überall im Dorf gern gesehen und sie benötigt ausgerechnet die Unterstützung der Männer, in deren Hand die Entscheidung letztendlich liegt.

Nach der Vorführung tauschten sich die Gäste über die Eindrücke des eindrucksvollen Films aus und lobten die gute Auswahl. Es fielen Sätze wie „Man hat sich an manche Dinge erinnert und konnte sich in die Frauen hineinversetzen“ und „Es hat sich glücklicherweise doch einiges verändert aber wir sind wohl noch nicht am Ziel angekommen. Wir Frauen müssen uns noch besser gegenseitig unterstützen“.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten eifrig über aktuelle Entwicklungen und Tendenzen, wie z.B. das Thema Pflege, den immer noch herrschenden Druck der Gesellschaft auf Frauen oder auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein rundum gelungener Abend, der viel Gesprächsstoff und Denkansätze lieferte.