Hagen. (Red.) Wenn eine Zahl den Karnevalisten wichtig ist, dann ist es die „11“. Vor elf Jahren rief das damalige Prinzenpaar Silke III. (Strohschein) und Sven I. (Söhnchen) gemeinsam mit dem Leiter der Hagener AIDS-Hilfe, Andreas Rau, den Fummellauf in das jecke Leben der Heimatstadt. Der Lauf wurde in den Jahren zunehmend der Auftakt zur heißen Phase der sogenannten „5. Jahreszeit“.

Anfänglich froren die Fummelläufer und Zuschauer noch bei Winterwitterung auf dem Friedrich-Ebert-Platz, bis das Management der Volme-Galerie ein Einsehen hatte und die Veranstaltung ins Haus holte. Seitdem kamen Jahr für Jahr mehr Zuschauer zu dem bunten Treiben, in dem sich mehrere Mannschaften um den „Pokal für Anmut, Charme und Gefühl“ bewerben.

Moderner Dreikampf

Ein moderner Dreikampf in den Disziplinen Gesang, Tanz und Geschicklichkeit wird von einer fachkundigen Jury bewertet – die ihre Aufgabe ernst nimmt und dennoch den großen Spaß nicht aus dem Blick verliert. Zahlreiche amüsante Stunden haben die Fummelläufer dem Hagener Publikum beschert, aber nach 11 Jahren heißt es nun Abschied nehmen von dieser Episode im Hagener Brauchtum.

Schöne Geschichte

Eine verrückte Tradition, die jetzt zu Ende geht: der Fummellauf, der im Februar 2018 zum letzten Mal stattfindet. (Foto: Lara Zeitel/Wk-Archiv)

Fummellauf-Mitgründerin Silke Strohschein ist sich sicher, dass dieser Zeitpunkt eine richtige Wahl ist. „Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist“, verweist Strohschein auf das altbekannte Zitat. Ihr damaliger Karnevalsprinz Sven Söhnchen fügt, mit einer Träne im Auge, hinzu: „Wir haben sicherlich eine schöne Geschichte in unserer Heimatstadt geschrieben – aber wenn es in der Wade zwickt, sollte man sich doch lieber zurückziehen.“

Keine neuen Teams gemeldet

Mehrere Aufrufe haben in den vergangenen Jahren nicht dazu geführt, dass sich neue Teams für den Fummellauf fanden. Somit kamen die Organisatoren überein, „Nummer 11“ noch durchzuführen und dann in den wohlverdienten Ruhestand zu treten.

Andreas Rau arbeitet derzeit bereits an einem Konzept, wie der Veranstaltungszeitpunkt und zentrale Ort auch ab 2019 mit buntem Treiben belebt werden kann. Bevor es mit dieser Planung weitergeht, treten vier Mannschaften, weiblich kostümiert und auf möglichst hohen Stilettos, noch einmal an, um den Jurypokal zu ergattern – oder den „Harry-Wandke-­Gedächtnispreis“.

Hochkarätige Jury bewertet „Damen“

Beim letzten Fummellauf nehmen auf der Jurybank, neben Silke Strohschein, auch Petra Jochheim und der neue Centermanager und Fummellauf-Novize Thomas Eggert Platz. Jochheim vertritt den Sponsorpartner Sparda-Bank und Eggert ist als Hausherr ebenso konzeptioneller wie finanzieller Unterstützer dieser Traditionsveranstaltung.

Nach seinem Debüt im Vorjahr ist auch Theaterschauspieler Werner Hahn am Jurypult vertreten. An seiner Seite nimmt erstmals für die Stadtverwaltung die Kulturdezernentin Margarita Kaufmann Platz.

Zuschauerrekord erwünscht

Für die Fummelläufer wäre es ein schöner Abschluss, wenn die Volme-Galerie einen neuen Zuschauerrekord vernehmen könnte. Jährlich wurden mehr Gäste im Rund der Galerie gezählt – damit sollte auch am 8. Februar 2018 ab 17 Uhr nicht Schluss sein.