Nahles sprach in Schwerte von „Göttinnendämmerung“ – Stimmung war eher verhalten

Schwerte. (Red.) Zuversicht tanken wollten wohl die meisten Genossen beim Politischen Aschermittwoch der SPD-Region Westliches Westfalen im Freischütz, wo traditionell sozialdemokratische Prominenz auf der Bühne steht. Vor allem auf Andrea Nahles, designierte neue Bundesvorsitzende der SPD, war das Publikum gespannt. Doch so richtig Stimmung wollte – verständlicherweise – nicht aufkommen.

Norbert Römer, Vorsitzender der SPD-Region Westliches Westfalen, stellte zunächst den Mitgliederzuwachs in der eigenen Partei heraus und ging dann mit der schwarz-gelben Landesregierung hart ins Gericht. Kämpferisch zeigte sich Michael Groschek, Landesvorsitzender der NRW-SPD. In den Koalitionsverhandlungen habe man die CDU zu „Quietsche-Entchen“ gemacht, jetzt sei es Zeit zu kämpfen.

Als Hauptrednerin betrat dann Andrea Nahles die Bühne. Sie sei nun ein zweites Mal in Schwerte und werde auch ein drittes Mal kommen, wenn SPD-Bürgermeisterkandidat Dimitrios Axourgos am 4. März die Bürgermeisterwahl gewinne.

In Hinblick auf die geschwächte Position von Angela Merkel sprach die heiser werdende Nahles von „Göttinnendämmerung“. Eine Chance für die SPD, wieder zu alter Stärke zu finden und sich zu erneuern. Alte Stärke jedoch war beim Politischen Aschermittwoch im Freischütz allerdings weniger spürbar, vielmehr zeigten sich die meisten Genossen verhalten, der Beifall war denn auch eher kurz. Die Probleme der SPD standen, wenn auch nicht direkt angesprochen, im Raum.

Abschließend beschwor Andrea Nahles den Zusammenhalt der Partei, betonte die Erfolge der Koalitionsverhandlungen und warb um Zustimmung für die GroKo.