Nationales Denkmal Harkorten

Haspe. (ME) Es gibt weiterhin viele gute Nachrichten von Haus Harkorten. Zur Erinnerung: Das hochbedeutende Haus Harkorten in Haspe ist – samt seiner Nebengebäude – ein kulturgeschichtliches „Juwel“ und mittlerweile sogar ein „nationales Denkmal“.

Der einstige Freihof Harkorten besteht bekanntlich aus einer Gruppe unterschiedlicher Bauten, auf die eine wunderschöne und im Raum Hagen mittlerweile einzigartige Allee zuläuft. Im Mittelpunkt steht das berühmte „obere Haus“. An diesem schieferumkleideten, zweigeschossigen Fachwerkhaus auf verputztem Bruchsteinfundament springen insbesondere das außergewöhnliche Dach, der typisch bergisch-märkische Farb-Dreiklang (weiß umrahmte Schiebefenster, grüne Klappläden und schwarzgraue Verschieferung) sowie die reichhaltigen, künstlerisch wertvollen Rokoko-Holzschnitzereien ins Auge.

„Geburtshaus“: Bauplan fertig

Flankiert wird das „obere Haus“ von einigen weiteren, teils ebenfalls beeindruckenden Baudenkmalen – so etwa vom „Jungfernhaus“ (ca. 1705), vom Backhaus (1. Hälfte 18. Jahrhundert), von einer alten Scheune sowie vom geschichtlich überaus wertvollen ersten Haupthaus, das sich in einem „Kleid“ aus Holzschindeln präsentiert. Sein vorderer Wohnbereich stammt wohl aus dem Jahr 1681. „Gemeinhin wird es als Geburtshaus bezeichnet, weil hierin wichtige Industriepioniere wie Friedrich und sein Bruder Gustav Harkort vor über 200 Jahren das Licht der Welt der erblickt haben,“ weiß Olaf Penschuck vom Immobilien-Zentrum der Sparkasse Hagen.

Das Geburtshaus mit seiner 820 qm großen Nutzfläche wird nun in einer recht aufwändigen Sanierung restauriert. In einer ersten Stufe wurde Harkorten – im vergangenen Sommer – in das sogenannte Bundes-Denkmalschutz-Sonderprogramm IV aufgenommen. Daraus stehen 200.000 Euro bereit – der Bescheid liegt inzwischen vor. Der Hagener Bundestagsabgeordnete René Röspel hatte sich beim zuständigen Kulturstaatsminister für das Projekt eingesetzt.

Investor Hans Hermes aus Hilden will es denkmalgerecht in fünf Wohneinheiten und eine großzügige Gewerbeeinheit mit der Anschrift Haus Harkorten 2“ verwandeln. Der Zugang erfolgt durch einen alten Torbogen, der kürzlich ausgebaut wurde, um ihn sanieren zu können. Nun werden noch Mieter gesucht, die hier längerfristig einziehen möchten. Der Bauantrag wird der Stadt Hagen in der nächsten Woche vorliegen.

Informationen bei der Sparkasse

Hans Hermes hat ebenso den Großteil der anderen Harkorten-Gebäude vor einigen Monaten erworben und will auch sie – gleichsam als Mittelpunkt des angrenzenden Wohngebiets – zum neuen Leben erwecken.

Denn auf der ehemaligen Wiese neben dem Gut Harkorten entstand auf circa 30.000 Quadratmetern in Zusammenarbeit von Sparkasse Hagen und HEG bereits eine Siedlung mit freistehenden Einfamilien- und Doppelhäusern. Und auf einem rund 15.000 Quadratmeter großen Areal mittendrin erfolgte durch Investor Hermes der Bau einer Seniorenwohnanlage mit mehreren unterschiedlich konzipierten seniorengerechten Gebäuden. Es folgt aktuell noch die Bebauung des südlichen – unteren – Eckbereichs.

Auf dem Gutshof selbst wurden mittlerweile die Sanierungsarbeiten am Jungfernhaus und am Backhaus gestartet. Das Jungfernhaus wird – in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege – entkernt und soll nun im Innern auf einen zeitgemäßen Stadt gebracht und ergänzt werden, so dass hier ein modernes Wohnen im alten Gewand möglich ist. Drei Wohneinheiten mit 130 bis 190 Quadratmetern Fläche (im Dachgeschoss mit Atelier) entstehen darin. Der eigentliche Baubeginn erfolgt in Kürze.

Das Immobilien-Zentrum der Sparkasse Hagen vermarktet das gesamte Projekt. Nach wie vor können Grundstücke und Wohnungen erworben werden. Weitere Informationen hierzu gibt es bei Olaf Penschuck vom Immobilien-Zentrum der Sparkasse Hagen (Telefon 02331 / 206-4444).

In Kürze will sich übrigens auch der Hagener Landschaftsbeirat ein Bild machen und das alte Gut mit seiner ungewöhnlichen Parkanlage und wertvollen Bauwerken anschauen. Unter anderem geht es den Naturfreunden darum, einen besonders schützenswerten Baumbestand auf Dauer zu sichern.