Neuer Code für mehr Medikamentensicherheit

Neuer Code für mehr Medikamentensicherheit
Seit dem 9. Februar dürfen in ganz Deutschland nur noch verschreibungspflichtige Arzneimittel von pharmazeutischen Herstellern in Verkehr gebracht werden, die einen individuellen Data-Matrix-Code (2-D-Codes) tragen. (Foto: securpharm)

Hagen. Die Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort gehört zu den sichersten Vertriebswegen überhaupt. Nur sehr selten haben gefälschte Arzneimittel den Weg in die öffentliche Apotheke gefunden. Damit die legale Vertriebskette vom pharmazeutischen Hersteller über den pharmazeutischen Großhandel bis hin zur öffentlichen Apotheke auch in Zukunft sicher bleibt, gibt es Securpharm. „Das ist ein Sicherheitssystem, das vom großen multinationalen Arzneimittelhersteller bis zur kleinsten Apotheke in Hagen greift“, erklärt Anja Beier, Sprecherin der Hagener Apothekerschaft.

So funktioniert Securpharm

Der Startschuss ist am vergangenen Samstag, 9. Februar, gefallen: Seit diesem Zeitpunkt dürfen in ganz Deutschland nur noch verschreibungspflichtige Arzneimittel von pharmazeutischen Herstellern in Verkehr gebracht werden, die einen individuellen Data-Matrix-Code (2-D-Codes) tragen. Hinter diesem Code verbergen sich

  • eine individuelle Seriennummer
  • die genaue Chargenbezeichnung sowie
  • das Verfallsdatum.

Jeden Code gibt es nur einmal. Dieser wird vor der Abgabe an den Patienten in der Apotheke vor Ort gescannt.

System schlägt Alarm

Sollte ein Code von Fälschern kopiert und auf eine Packung gedruckt werden, schlägt das europaweit vernetzte System Alarm: entweder weil bereits eine Packung mit derselben Nummer ausgebucht worden ist oder weil die Seriennummer nicht im System vorliegt. Falls der Securpharm-Check negativ ausfallen sollte, wird das Medikament nicht herausgegeben und somit der Patient vor einer möglichen Arzneimittelfälschung bewahrt.

Zudem erhält jede Packung einen Öffnungsschutz und ein Siegeletikett. Sie verhindern, dass die Packung zwar echt ist, der Inhalt jedoch ausgetauscht wurde. „Damit schaffen wir die größtmögliche Arzneimittelsicherheit. Die Patienten können ab sofort noch sicherer sein: In der Apotheke vor Ort gibt es keine gefälschten Arzneimittel“, betont Apothekerin Beier.

Am Datenschutz ändert sich mit der Einführung von Securpharm übrigens nichts, da über das Securpharm-System keine Patientendaten erfasst werden. Noch tragen jedoch nicht alle Packungen einen solchen Code: Packungen, die vor dem 9. Februar für den Verkauf oder Vertrieb freigegeben wurden, werden ohne Securpharm-Procedere bis zum Ablauf ihres Verfalldatums in der Apotheke abgegeben.

Das einzige, was Securpharm logischerweise nicht kann, ist den illegalen Markt mit Arzneimittelfälschungen in den Griff zu bekommen. So hart es sich auch anhört: „Wer wirklich meint, verschreibungspflichtige Arzneimittel über dubiose Händler rezeptfrei im Internet bestellen zu müssen, dem kann man wirklich nicht mehr helfen. Derjenige setzt schlicht und einfach seine Gesundheit aufs Spiel“, so Apothekerin Beier.