Neues Eilper Schmuckstück eingeweiht

Eilpe. (AnS) „Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!“ Dieses Zitat von Oscar Wilde ist Rüdiger Neumann wie auf den Leib geschneidert. Wobei die Versuchung eine echte Herausforderung war…

Die Herausforderung: Ein altes und heruntergekommenes Fachwerkhaus in Eilpe, das Rüdiger Neumann jetzt renoviert hat und das sich mittlerweile zum Schmuckstück gemausert hat. Da kommt es schon mal vor, dass Spaziergänger bewundernd stehen bleiben. Auch die Nachbarn sind froh, dass sich der einstige Schandfleck im Karl-Schlickum-Weg derart verwandelt hat.

Dass er mal in Hagen landen würde, hätte der Weltenbummler vor ein paar Jahren sicher noch nicht gedacht. „Nach dem Tod meiner Mutter habe ich erfahren, dass sie in der Volmestadt geboren wurde, und zwar ganz in der Nähe von meinem jetzigen Wohnort“, erzählt Neumann. Das Gebäude – ebenfalls ein Fachwerkhaus – stand einst oberhalb der Rundturnhalle an der Selbecker Straße.

„Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, in diese Gegend zu ziehen. Wo meine Mutter geboren worden ist, will ich sterben“, erklärt er.

Löcher in Wänden

Dass nur ein paar hundert Meter entfernt von der Geburtsstätte ein Gebäude zum Verkauf stand, war Zufall. „Als ich das Haus zum ersten Mal sah, habe ich mich sofort darin verliebt. Nichtsahnend, was auf mich zukam.“ Denn das Gemäuer aus dem Jahr 1880 war in einem mehr als schlechten Zustand. „Die Wände hatten Löcher, das Fundament war kaputt, Putz war abgeplatzt, Wasser war im Haus.“

Zudem stand das Haus von außen unter Denkmalschutz, einige Auflagen waren folglich zu beachten. „Die Absprachen haben aber wunderbar geklappt“, lobt Neumann die Hagener Denkmalbehörde mit ihrer Leiterin Ina Hanemann.

Wohnung und Gewerbe

Glück hatte er, dass alle Holzbalken intakt waren, der Zahn der Zeit hatte nur an den Füllungen genagt, die fachgerecht ersetzt werden mussten. Auch die Fenster mussten teilweise erneuert werden. Ein alter Durchguck fand sich sogar unter Rigipswänden versteckt. Auch innen ging es den alten Mauern an den Kragen. Wände wurden herausgerissen, versetzt, das komplette Innenleben neu aufgeteilt, Böden ausgehoben. Entstanden sind so über 100 Quadratmeter auf zwei Etagen, zuzüglich gibt es noch einen Spitzboden. In der ersten Etage hat sich Rüdiger Neumann eine kleine, gemütliche Wohnung eingerichtet, im Erdgeschoss baut er seine Firma „Neumann.Grip“ auf.

„Im Haus gab es immer schon einen Gewerbebetrieb“, weiß der aus dem Ruhrgebiet stammende Neumann. „Zunächst beherbergte Haus Nummer drei eine kleine Schmiede, bevor später ein Schuhmacher einzog.“ Von seinem Büro aus will er die „unsichtbare Badematte“, die Dusch- und Badewanne rutschsicherer macht, vertreiben.

Gemütliches Heim

Im alten Fachwerkhaus kommt jetzt der Feinschliff: Blumenkübel schmücken das Haus: „Auf einen ordentlichen Eindruck zu jeder Jahreszeit lege ich Wert“, erklärt der Neu-Hagener, der auch die fehlenden alten Pflastersteine in der Einfahrt ersetzen ließ. Eine Bank soll zum Verweilen einladen. „Demnächst möchte ich zudem passende Fensterläden anbringen lassen.“ Dann ist die Herausforderung abgeschlossen und Rüdiger Neumann froh und glücklich, der Versuchung nachgegeben zu haben.