Neues Team, neue Ziele: Maler fit für die Zukunft

Neues Team, neue Ziele: Maler fit für die Zukunft
Neues Team, neue Ziele: Maler fit für die Zukunft

Hagen. „Handwerk hat goldenen Boden“, sagt Bernd Marquardt, Obermeister der Maler-Innung. Nur der berufliche Nachwuchs will dieser alten Weisheit nicht so ganz trauen. Studium und Industrie graben dem Handwerk die Talente ab.

Ein Grund: Die finanziellen Aussichten in der Lehre. „Da haben wir natürlich das Nachsehen gegenüber der Industrie“, gibt Marquardt zu. Die Motivation, im traditionsreichen Handwerk seine berufliche Zukunft zu finden, sei anderswo zu holen. „Unser Beruf ist extrem vielschichtig“, hebt der Obermeister einen positiven Aspekt des Malers hervor.

Ob Fassaden, Tapeten oder Dämmung – der Kunde von heute braucht bei der Vielzahl an Informationen, die im Internet auf ihn einprasseln, Beratung vom Fachmann – oder von der Fachfrau. Da könne man sich verwirklichen, so der Obermeister der Innung, der sein Amt, wie alle Innungskollegen, ehrenamtlich ausübt. Marquardt warnt Interessierte allerdings davor, mit den falschen Motiven ins Maler-Handwerk einzusteigen: „Ich höre von Bewerbern oft, dass sie kreativ sind. Aber das ist nicht das tägliche Brot.“ Kreativität sei gefragt bei der Problemlösung für Kunden, kunstvolle Arbeiten seien eher die Ausnahmen.

Keine Angst vor der Zukunft

Doch dafür sind die Aussichten auf einen Beruf mit Zukunft verlockend. Die Auftragslage ist gut, viele Leute wollen ihr Eigenheim verschönern oder kaufen gerade Immobilien.

Da werden Renovierungen fällig, die eine fachmännische Ausbildung erfordern. Doch hier liegt das Problem: Der Nachwuchs fehlt, viele Betriebe müssen in den kommenden Jahren Nachfolger finden, aber der Markt ist ziemlich leergefegt. Gerade viele kleinere Betriebe werden so – trotz langjähriger Tradition – vom Markt verschwinden.Malermeister die sich selbstständig machen, meiden dagegen immer mehr die Innung. Dabei hat das Netzwerk der Innung gleiche mehrere Vorteile parat. Gute Kontakte zu Lieferanten, Tipps und Tricks und vor allem wird der Solidaritätsgedanke hochgehalten.

„Wenn Betriebe Probleme haben, dann hilft man sich untereinander aus“, erklärt Marquardt. So könne man auch kurze personelle Durststrecken zum Beispiel überstehen.

Innovationstag

Neben den naheliegenden Leistungen der Innung kommen auch noch neue Aufgaben hinzu. „Wir wollen Handwerk wieder sexy machen“, gibt Marquardt die Richtung vor.
Dazu gehört auch ein Innovationstag auf dem Friedrich-Ebert-Platz. 2019 wird dieser zeitgleich mit „Hagen blüht auf“ stattfinden. Dadurch erhoffen sich die Veranstalter Synergieeffekte für den Innovationstag. Neben Ständen mit Informationsangeboten werden Attraktionen wie ein Showtruck eines namhaften Farbenherstellers dabei sein.

Es geht vorwärts

Die Maler-Innung hat mit vielen Projekten die Zukunft im Blick und will die Weichen dafür stellen, dass auch zukünftig die Hagenerinnen und Hagener von lokalen Fachkräften profitieren. Dafür haben sie ein junges und schlagkräftiges Team aus ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern, die die traditionsreiche Innung weiterführen.

Seit 1911 gibt es die Maler-Innung, über 40 Betriebe aus dem Innungsbezirk gehören ihr an. Wer Interesse an einer Mitgliedschaft hat, der kann sich bei den Vorstandsmitgliedern melden oder direkt über die Homepage (→ Mitglied werden) informieren und beitreten. Dort werden auch die diversen Vorteile einer Mitgliedschaft noch einmal beleuchtet und die ersten – möglichen – Fragen beantwortet.

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