Notunterkunft für 300 Flüchtlinge in Spielbrinkschule

Haspe. (th) In der Spielbrinkschule wird ab dem 17. August 2015 eine neue Notunterkunft für 300 Flüchtlinge eingerichtet, die mindestens ein Jahr bestehen wird. Damit werden 200 Plätze, die im Käthe-Kollwitz-Berufskolleg wieder freigemacht werden müssen, sowie 100 neue Plätze geschaffen. Am Mittwoch, 4. August und am Freitag, 7. August, gibt es verschiedene Treffen zu diesem Thema.

Infoabend
für Anwohner

Haspes Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser informiert am Mittwoch, 4. August, um 17.30 Uhr die Bezirksvertretung Haspe, ab 19 Uhr tagt dann im Ev. Gemeindezentrum Kückelhausen, Rolandstraße 17, ein runder Tisch der Vereine, die bei der Flüchtlingsarbeit helfen möchten. In der Turnhalle der Spielbrinkschule bietet die Stadt am Freitag zwischen 17 und 19 Uhr eine umfassende Informationsveranstaltung für alle Anwohner an.

Die sogenannten Notunterkünfte stellen für die Flüchtlinge nur einen Zwischenhalt für wenige Tage oder Wochen dar, nachdem sie in Erstaufnahmeeinrichtungen angekommen sind und bevor sie als Kontingentflüchtlinge in einer Kommune untergebracht werden. Die Kosten für die Notunterkünfte trägt das Land NRW. Stellt eine Kommune Notunterkunftsplätze zur Verfügung, muss sie dafür weniger Kontingentflüchtlinge aufnehmen.

Steigende
Zahlen

Zunächst werden Hagen also wahrscheinlich nicht noch weitere Flüchtlinge zugewiesen, wobei sich die Entwicklung schwer abschätzen lässt. Die Zahlen zu erwartender Flüchtlinge ändern sich ständig, allein seit Ferienbeginn wurden die Prognosen stark nach oben korrigiert, so Hagens Beigeordneter Thomas Huyeng. Mit den 200 Plätzen in der Regenbogenschule stellt Hagen ingesamt 500 Plätze in Notunterkünften zur Verfügung, dazu kommen zwischen 700 und 800 Kontingentflüchtlinge.

Da das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg für den kommenden Schulbeginn wieder betriebsbereit gemacht werden muss, müssen die Flüchtlinge dort schon am morgigen Donnerstag, 6. August, ausziehen. Die Spielbrinkschule kann aber erst zum 17. August bezogen werden, hauptsächlich weil vorher keine Duschcontainer zur Verfügung stehen. Für die Zwischenzeit werden 100 Plätze in der Pestalozzischule eingerichtet, die restlichen Flüchtlinge werden vom Land anderweitig verteilt.

Hilfe und
Verständnis

Die Pestalozzischule wird – genau wie auch die Spielbrinkschule – seit Ende des abgelaufenen Schuljahres nicht mehr für den Schulbetrieb genutzt. Aus verschiedenen Gründen eignet sich dieser Ort aber nicht für die dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen, die weitere Nachfolgenutzung ist noch ungeklärt. Während die Flüchtlinge vorübergehend dort einziehen, kommt es zu

Ausfällen beim VHS-Programm und bei der Benutzung der Sporthalle. Die Turnhalle der Spielbrinkschule soll jedoch uneingeschränkt benutzbar bleiben.
In so kurzer Zeit eine Schule zu räumen und gleich zwei neue Unterkünfte einzurichten bedeutet einen enormen logistischen Aufwand. Bei der Bewältigung dieser Herausforderung sollen auch Flüchtlinge, die bereits in Hagen untergebracht sind, helfen. Die ersten Freiwilligen haben sich bereits gemeldet. Die Stadt hofft auch auf Mithilfe und vor allem Verständnis der Anwohner.