NRW-Derby gegen Bonn

Hagen. Das letzte Heimspiel von Phoenix Hagen in dieser Saison bietet mit dem einzigen NRW-Derby noch einmal einen echten Höhepunkt. Sprungball in der Partie gegen die Telekom Baskets Bonn ist am Sonntag, 26. April 2015, um 17 Uhr in der Enervie-Arena am Ischeland.

„Ticket“ gelöst

Sportlich läuft es bei den Gästen aus Bonn ziemlich rund: Das Playoff-Ticket haben sie längst in der Tasche. Gegen die ganz großen Teams tat sich der Tabellenvierte bislang allerdings – abgesehen von einem Sieg über Bamberg – eher schwer. Im Pokalwettbewerb qualifizierten sich die Bonner für das BB-Top-Four, wo sie im Halbfinale gegen den Gastgeber und späteren Pokalsieger Oldenburg ausschieden und Vierter wurden.

Die Saison ist fast zu Ende. Bei Phoenix wird die Verantwortlichen aufatmen, denn am Ischeland - der sonst so starken „Festung“ - war diesmal ziemlich der Wurm drin: Elf Siege und der frühzeitige Klassenerhalt sind zwar ein Erfolg, es ist aber ungewöhnlich, dass die Feuervögel davon neun Erfolge auswärts geholt haben. (Foto: Jörg Laube)
Die Saison ist fast zu Ende. Bei Phoenix wird die Verantwortlichen aufatmen, denn am Ischeland – der sonst so starken „Festung“ – war diesmal ziemlich der Wurm drin: Elf Siege und der frühzeitige Klassenerhalt sind zwar ein Erfolg, es ist aber ungewöhnlich, dass die Feuervögel davon neun Erfolge auswärts geholt haben. (Foto: Jörg Laube)

Der Kader der Telekom Baskets fällt durch seine besondere Konstanz auf. Point-Guard Eugene Lawrence führt das Team von Trainer Mathias Fischer an. Neben dem US-Amerikaner stehen meistens Andrej Mangold, der Litauer Benas Veikalas, Flügelspieler Angelo Caloiaro und Center Dirk Mädrich in der Starting Five.

Auch die zweite Riege der Baskets hat enorme Qualität. So ist der litauische Center Tadas Klimavicius, der meist von der Bank kommt, mit 12,9 Punkten Topscorer der Bonner und hat große Spielanteile. Ryan Brooks ist gleichberechtigter Back-up von Veikalas. Mickey McConnell sorgt für Entlastung auf der Aufbauposition. Auf den deutschen Positionen sind neben Mangold und Mädrich die beiden Flügelspieler Steve Wachalski und Florian Koch wichtige Akteure.

Bonner haben Rechnung offen

Während Phoenix Hagen gestern Abend in Oldenburg gastierte (nach Redaktionsschluss), spielte Bonn zu Hause gegen den FC Bayern München. Nach weniger als 48 Stunden Regeneration treffen beide Teams morgen in der Enervie-Arena aufeinander. Waren die Bonner früher so etwas wie ein kaum zu besiegender Angstgegner der Feuervögel, zeigt der Trend in die andere Richtung: Die letzten zwei Partien konnte Phoenix für sich entscheiden.

Am 6. Dezember des letzten Jahres gelang den Hagenern auch der erste Auswärtssieg in Bonn. Damit haben Larry Gordon & Co. nun die Chance, erstmals in einer Saison in beiden Spielen gegen die Telekom Baskets als Sieger vom Parkett zu gehen.


Drei Fragen an Ingo Freyer

Zwei Spiele sind es noch, darunter das Heimspiel gegen Bonn am Sonntag. Ist es schwer, das Team noch einmal zu motivieren?

Wir können nicht mehr viel gewinnen oder verlieren, das ist richtig. Trotzdem läuft das Training sehr gut. Du gehst immer in jedes Spiel, um es zu gewinnen, egal wo und gegen wen. Wir wollen die Saison, die eigentlich ganz gut gelaufen ist, möglichst positiv für uns beenden.

Was meinen Sie mit „ganz gut gelaufen“?

Wir hatten eine schwere sportliche und wirtschaftliche Situation im Klub, sind mit nur drei Ausländern in die Vorbereitung gestartet. Elf Siege und der frühzeitige Klassenerhalt sind ein Erfolg. Es ist aber ungewöhnlich, dass wir davon neun Erfolge auswärts geholt haben. Das ist einerseits stark, andererseits aber sehr schade für unsere Fans, die sich Heimsiege wünschen.

Wo sehen Sie rückblickend die Stärken und Schwächen Ihres Teams?

Wir haben keine Spieler für ein echtes Innenspiel und hatten auch schon einmal mehr gute Werfer. Wir sind darum sehr von unserer Verteidigung und von Schnellangriffen abhängig. Und wir gehörten früher zu den besseren Freiwurfteams, aber das ist in dieser Saison ins Gegenteil umgeschlagen. Insgesamt haben wir zu viele leichte Punkte liegen lassen. Wenn es uns gelungen ist, den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen, dann konnten wir häufig mithalten. Wir hatten auch einen guten Teamgeist und viel Erfahrung im Umgang mit der schwierigen Situation.