OB Schulz blickt zurück, Teil 3: 2016 facettenreich

Hagen. (Red.) Oberbürgermeister Erik O. Schulz blickt im Wochenkurier auf das zu Ende gegangene Jahr zurück. Im heutigen letzten Teil geht es unter anderem um Karneval, Phoenix, diverse Jubiläen und um die Planungen zur Regionale 2022.
OB Schulz schreibt:

Kein Zug
Alle kleinen und großen Narren in unserer Stadt waren traurig, als der traditionsreiche Rosenmontagszug durch die Innenstadt aufgrund eines Sturmtiefs aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste.
Brand und Wache
Ein Großbrand im Umspannwerk Donnerkuhle sorgte dafür, dass rund 35.000 Menschen im Stadtgebiet zum Teil über Stunden ohne Strom- und Wasserversorgung waren.
Die neue Polizeiwache in der Bahnhofstraße (im Parkhaus) konnte ihrer Bestimmung übergeben werden.
Sportlicher Abstieg
Dramatisch insbesondere für die vielen begeisterten Fans gestaltete sich im Jahreslauf die Situation rund um das sportliche Aushängeschild unserer Stadt, Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen. Bereits im April war der Verein wegen Lizenzverstößen mit einem Punktabzug und einer Geldstrafe belegt worden.
Gleichwohl wurde der Klassenerhalt geschafft und die Spielberechtigung für die neue Saison erteilt. Mitte Oktober dann das böse Erwachen: aufgrund hoher finanzieller Altlasten, mangelnder Liquidität und sinkender Zuschauereinnahmen stellte Phoenix beim Amtsgericht einen Antrag auf Planinsolvenz unter Eigenverwaltung. Dies mit dem klaren Ziel, die Saison zu Ende zu spielen und im kommenden Jahr einen Neustart in der 2. Bundesliga „Pro A“ zu wagen.
Doch auch dieses Vorhaben musste mangels finanzieller Möglichkeiten korrigiert werden. Dem Vorhaben des Vereins, am 12. Dezember nur noch ein letztes Spiel vor heimischer Kulisse in der Ischelandhalle zu absolvieren, machte die Bundesliga Ende November einen Strich durch die Rechnung und entzog Phoenix mit sofortiger Wirkung die Spielberechtigung.
Ein wahrlich trauriges Ende eines großen Sportkapitels in unserer Stadt! Was bleibt, ist neben der Erinnerung an faszinierende Bundesligaspiele unter den Körben die berechtigte Hoffnung, dass im nächsten Jahr die finanziellen Mittel für einen Neustart in der „Pro A“ seitens des Vereins aufgebracht werden können.
Diese Möglichkeit wird Phoe­nix auch nach dem Zwangsabstieg seitens der Liga weiter offen gehalten. Hagen, die Stadt des Basketballs, tut gut daran, den Verein bei diesem Vorhaben tatkräftig zu unterstützen. Nicht nur für die vielen Basketball-Begeisterten, sondern auch für den Imageträger Phoe­nix, der den Namen unserer Stadt über viele Jahre würdig vertreten hat.
Feiern
Dem „Westfalentag“ des Westfälischen Heimatbundes sowie der Landeskonferenz der Wirtschaftsjunioren bot unsere Stadt eine hervorragende Veranstaltungsbühne und das Präsidium des nordrhein-westfälischen Landtags stattete Hagen, der Fernuniversität mit ihrer neuen Rektorin, Prof. Dr. Ada Pellert, sowie der Region erstmals einen umfangreichen Besuch ab.
Ihren jeweils 125. Geburtstag feierten die IG Metall, die Kaufmannsschulen sowie der in Hagen aus der Taufe gehobene SGV. Auch der Wochenkurier feierte Geburtstag – er wurde im September „40“.
Regionale
Und ganz zum guten Ausklang des Jahres ist es uns Anfang Dezember nach einer großen Kraftanstrengung gelungen, unter dem Motto „Region im Fluss“ eine gemeinsame Bewerbung der Stadt Hagen, des Ennepe-Ruhr-Kreises, der Städte Schwerte und Fröndenberg, des Regionalverbandes Ruhr (RVR) sowie der Kooperationspartner Dortmund und Bochum für die Regionale 2022/2025 fristgerecht bei der Landesregierung in Düsseldorf abzugeben. In nur gut zwei Monaten wurde ein umfangreiches Konzept erarbeitet, das uns die Möglichkeiten für künftige Fördermaßnahmen eröffnen soll, das Ruhrtal als attraktiven Wirtschafts- und Lebensraum im Süden der Metropole Ruhr weiterzuentwickeln. Ich bin mir ganz sicher, dass die Region mit ihrer Bewerbung überraschen und überzeugen und letztlich den Zuschlag erhalten wird.
Gelingt dies, wird die eigentliche Arbeit an tragfähigen Konzepten erst beginnen; ein Prozess, in den dann vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger intensiv miteingebunden werden sollen.
Mehr als erfreulich ist es dabei, dass wir den RVR als engen Partner an unserer Seite wissen, der sich auch unabhängig von der Regionale mit der Realisierung des Brückenprojektes, der Rettung des Koepchenwerks und der freizeittechnischen Erschließung weiterer Flächen im Bereich des Hengsteysees zunehmend engagieren wird.
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
schon dieser kurze und beileibe nicht vollständige Rückblick auf das Jahr 2016 zeigt, wie facettenreich sich das Leben in unserer Stadt einmal mehr präsentiert hat. Und ich bin mir sicher, dass wir gerade angesichts der zahlreichen positiven Ansätze, die vielleicht manches Mal zu wenig in den Fokus der Betrachtung gerückt worden sind, die aber gleichwohl das Leben an Volme, Ruhr, Lenne und Ennepe in den letzten zwölf Monaten gekennzeichnet haben, meiner festen Überzeugung nach wirklich gut daran tun, mit Zuversicht und einer gehörigen Portion Optimismus in die Zukunft zu blicken. Das tut uns gut – das tut unserer Stadt gut!
Ganz in diesem Sinne bleibt es mir, Ihnen allen einen stimmungsvollen Jahreswechsel zu wünschen. Gleichzeitig wünsche ich Ihnen und uns allen für das Jahr 2017 neben Erfolg vor allem Frieden, Gesundheit und Wohlergehen.
Soweit OB Schulz.
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