Operation bei Adipositas: Auszeichnung für das Ev. Krankenhaus Haspe

Das Team vom Adipositas-Zentrum Hagen (v.l.): Geschäftsführer Frank Bessler

Das Team vom Adipositas-Zentrum Hagen (v.l.): Geschäftsführer Frank Bessler, Sr.
Susanne Huuk, Chefarzt Dr. Claas Brockschmidt, Oberarzt Emin Köksal, Koordinator Christian Fricke. (Foto: Evangelische Stiftung Volmarstein)

Haspe. Das Evangelische Krankenhaus Haspe („Mops“) wurde zum „Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie“ zertifiziert. Dr. Claas Brockschmidt, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Mops, freute sich mit seinem Team über die Auszeichnung.
„Die interdisziplinäre Beratung und Behandlung unserer Patientinnen und Patienten ist uns sehr wichtig. Mit dieser erfolgreichen externen Überprüfung zeigen wir deutlich, dass wir mit unserer großen Erfahrung für alle Patienten dauerhaft eine gleiche hohe Qualität der Versorgung gewährleisten“, so Chefarzt Dr. Brockschmidt. „Das schafft niemals eine Person allein. Deshalb bin ich stolz, dass bei uns im Mops von der Geschäftsführung bis zum Transportdienst alle Hand in Hand so gut und engagiert zusammengearbeitet haben, um dieses Ziel zu erreichen.“
Mit „Adipositaschirurgie“ sind chirurgische Eingriffe zur Bekämpfung der krankhaften Fettleibigkeit gemeint. „Eine Operation reduziert nicht automatisch das Gewicht“, betont Dr. Brockschmidt. „Es geht nicht darum, ein Stück des Fettgewebes wegzuoperieren oder abzusaugen, sondern um eine Veränderung des Magen-Darm-Traktes, die einen Gewichtsverlust und nachfolgend Gewichtsstabilität ermöglicht. Deshalb kann die Operation nur eingebettet in ein Gesamtkonzept von Diättherapie, Bewegungstherapie, psychologische Beratung und Teilnahme an einer Adipositas-Selbsthilfegruppe erfolgen.“
Seit vier Jahren baut der Chefarzt mit einem interdisziplinären Team das Adipositas-Zentrum Hagen aus. Inzwischen suchten mehr als 2000 Patienten den Rat am Mops. „Wir haben an der Gründung von 18 Selbsthilfegruppen mitgewirkt – nicht nur in Hagen, sondern in der gesamten Region“, berichtet Dr. Brockschmidt. Das mache den hohen Bedarf deutlich. Hinzu kommen Aqua-Fit-Kurse für adipöse Menschen im Therapiezentrum am Mops sowie eine spezielle Sprechstunde. Um stark übergewichtige Menschen auch besonders schonend, d.h. minimalinvasiv operieren zu können, wurden OP-Instrumente für übergewichtige Menschen angeschafft, die besondere Längen und Größen haben.
Außerdem gibt es jetzt zwei mobile OP-Tische, die bis zu 370 kg Gewicht tragen können. Hinzu kamen übergroße Möbel auf der Station und in der Ambulanz. „Krankhaft fettleibige Menschen haben ein sehr langen Leidensweg hinter sich“, weiß der Experte. „Zahlreiche Folgeerkrankungen wie Diabetes oder Gelenkverschleiß machen zusätzlich Probleme.
Nicht nur die OP bei Außenminister Sigmar Gabriel unterstreiche, dass eine interdisziplinäre Therapie und eine Verkleinerung des Magens die Gesundheit der Patienten nachhaltig verbessern.“ Übrigens: Nach einer Magenverkleinerung bleiben die Patienten lebenslang zur jährlichen Kontrolle ins Adipositas-Zentrum.