Original "HaFri" aus den 1950ern

Der früher bedeutende Modeschöpfer Hanns Friedrichs: Seine Tätigkeit an der Volme soll jetzt im „HagenBuch“ dokumentiert werden. (Foto: Sammlung Stromberg)

Von Michael Eckhoff

Hagen. Unter der Überschrift Auf den Spuren von Mode-Legende Hanns Friedrichs berichtete der wochenkurier am 1. August 2012 von den Bemühungen der Hagener Textilwissenschaftlerin Dr. Katja Stromberg. Sie möchte das Leben eines Mannes beleuchten, den früher alle Welt am liebsten den „Dior vom Rhein“ nannte.

Wer im Wirtschaftswunder das nötige Geld parat hatte, ließ bei Hanns Friedrichs in Hagen/Düsseldorf schneidern und setzte sich damit überall gekonnt in Szene. (Foto: Sammlung Stromberg)

Zur Erinnerung: Vor knapp zwei Jahren setzte sich der weltweit bekannte Modeschöpfer Hanns Friedrichs (meist „HaFri“ oder einfach „HF“ genannt) zur Ruhe – 82-jährig. Zu seinen Kundinnen gehörten unter anderem die Schauspielerinnen Brigitte Mira, Lil Dagover, arabische Prinzessinnen und die Stars des „Denver Clans“.

Seltsam: Fast immer wurde der „deutsche Dior“ in der Vergangenheit nur als Düsseldorfer bezeichnet – dabei vergaß man allzu häufig, dass er auch über ein wichtiges Standbein in Hagen verfügte. Katja Stormberg will seine Tätigkeit an der Volme dokumentieren – und zwar in einem Beitrag für das jährliche erscheinende, vom Heimatbund zusammen mit dem Ardenkuverlag (Petra Holtmann) herausgegebene „HagenBuch“.

Bei HaFri gekauft

Aufgrund des wochenkurier-Artikels haben sich in den vergangenen zwei Wochen bei der Autorin bereits zahlreiche Zeitzeuginnen gemeldet, die den „Meister“ in seinem Atelier am Emilienplatz erlebt, bei ihm gearbeitet oder auch Kleidungsstücke bei ihm gekauft haben. „Eine Kundin,“ berichtet eine glückliche Katja Stromberg dem wochenkurier, „ließ in den 1950er Jahren bei HaFri zwei Kleider anfertigen, die sie tatsächlich heute noch besitzt und die sie mir jetzt für meine Arbeit übergeben hat. Natürlich konnte sie mir auch erzählen, wo und wann sie diese trug.“ Genau solche Hagener Kundinnen sind es, die die Autorin nach wie vor sucht.

Katja Stromberg: „Ich freue mich über noch mehr Geschichten rund um die Modelle, die Hanns Friedrichs entworfen und realisiert hat. Denn mich als promovierte Modehistorikerin interessieren einerseits natürlich die Textilien, aber insbesondere auch die Geschichten, die damit verbunden sind, also zum Beispiel warum ein bestimmtes Kleid angefertigt und getragen wurde, warum es verwahrt wurde und dergleichen mehr. Da reicht es vollkommen aus, wenn ich ein Foto von den guten Stücken machen darf. Und selbstverständlich wird – wenn gewünscht – alles anonymisiert.“ Zu erreichen ist die Forscherin weiterhin unter Telefon 0178- 6836846 oder per Mail: katjastromberg@t-online.de.

Foto falsch

Alle Kundinnen seien sich überdies einig gewesen, dass Hanns Friedrichs ein großartiger Mensch war und ist – mit viel Gespür für Menschen und Stoffe, so Katja Stromberg. Doch bei aller Freude über den wochenkurier-Artikel, gab es auch einen Punkt der Kritik: der wk hat am 1. August den falschen Mann abgebildet. Der wk erhielt vom HagenBuch-Verlag Ende Juli ein Foto aus den 50er Jahren mit der Bildbezeichnung „Friedrichs“, so dass die Redaktion annehmen musste, darauf sei „HaFri“ zu sehen. Gezeigt wurde aber „nur“ ein Gehilfe. Dank einiger Zeitzeuginnen haben wir inzwischen neues Bildmaterial bekommen und können jetzt den „wahren Dior vom Rhein“ präsentieren.