Phoenix nach dem Berlin-Sieg

Hagen. Das 81:76 gegen Alba Berlin am vergangenen Samstag war – jedenfalls aus Hagener Sicht – sicherlich das bisherige Highlight der Basketball-Bundesliga-Saison. Fast noch wichtiger ist aber die nächste Partie gegen die „s’Oliver“-Baskets aus Würzburg: Sollte es Phoenix Hagen am kommenden Samstag, 22. Februar 2014, ab 19 Uhr gelingen, die Würzburger nach dem 86:79 im Hinspiel auch in der Enervie-Arena zu besiegen, so dürften sich die Wege beider Teams in dieser Saison auch tabellarisch nicht mehr kreuzen.

Wechselhaftes Jahr für Würzburger

Es war bislang ein schweres Jahr für die Korbjäger aus Würzburg. Nach einem sportlichen Fehlstart kamen wirtschaftlichen Probleme hinzu. Deswegen wurden den Würzburgern zwei Pluspunkte von der Spielleitung abgezogen. Bis auf Platz 16 hat sich die Mannschaft des neuen Trainers Stefan Koch aber bereits wieder vorgearbeitet. Tendenziell gab es zuletzt deutliche Verbesserungen bei den Ergebnissen: Würzburg siegte mit 92:85 in Vechta und mit 78:70 gegen Quakenbrück, verlor aber auch mit 63:82 gegen Tübingen.

Personell haben sich die Würzburger Baskets neu aufgestellt. Seit Februar führt Dominic Waters Regie. Für den 27-Jährigen ist Würzburg bereits die sechste Station in Europa. Die Verpflichtung hat sich gelohnt: Waters kam bisher auf durchschnittlich 16,7 Punkte und 5,7 Assists. Ebenfalls neu ist Forward Marcellus Sommerville (11,5 Punkte, 6,5 Rebounds), der aus der Türkei geholt wurde und Steven Esterkamp ablöste.

Ole Wendt meldete sich nach seinen Rückenproblemen eindrucksvoll. Der Aufbauspieler bekam am Samstag mit 26 Minuten sogar mehr Spielanteile als Henry Dugat und verbuchte neben einer guten Abwehrarbeit 7 Punkte, 3 Rebounds, 1 Assist und 2 Steals. (Foto: Jörg Laube)
Ole Wendt meldete sich nach seinen Rückenproblemen eindrucksvoll. Der Aufbauspieler bekam am Samstag mit 26 Minuten sogar mehr Spielanteile als Henry Dugat und verbuchte neben einer guten Abwehrarbeit 7 Punkte, 3 Rebounds, 1 Assist und 2 Steals. (Foto: Jörg Laube)

Das Team der vielen Guards

Eine große Auswahl an Guards charakterisiert den Würzburger Kader. Neben Waters stehen Maurice Stuckey, Casey Jacobsen, Jimmy McKinney, Ricky Harris und John Little zur Verfügung. Nicht selten stehen bei den Baskets drei Guards gleichzeitig auf dem Feld. Einen großen Leistungssprung hat Power Forward Maximilian Kleber gemacht. Der hochtalentierte 22-Jährige erzielt im Schnitt zehn Punkte und fängt 7,1 Rebounds. Ruben Spoden kam zuletzt etwas weniger zum Einsatz, während der Ex-Ulmer Sebastian Betz mit Knieproblemen passen musste. Die Centerposition besetzen Jason Boone (7,8 Punkte, 4,2 Rebounds) und Chris McNaughton (8,4 Punkte, 4,5 Rebounds).

Würzburg nimmt insbesondere von der Dreipunktelinie viele Würfe und ist gut aufgestellt beim Defensivrebound. Sieben Ausländer gehören zum Kader. Meist muss darum ein Guard aussetzen. In den letzten beiden Partien erwischte es Ricky Harris.

Überragendes gegen die Albatrosse

Für Phoenix Hagen wird es darauf angekommen, die eigenen personellen Probleme in den Griff zu bekommen und die prickelnde und faszinierende Energie des Alba-Spiels zu konservieren. Es fehlen Niklas Geske (Unterarmbruch), Moritz Krume (Sprunggelenksverletzung) und eventuell auch Nikita Khartchenkov (Virusinfektion). Dino Gregory wird nach der Beisetzung seines Vaters wieder zurück im Team erwartet.

Beim 81:75 gegen die Albatrosse aus Berlin zeigte Phoenix Hagen eine überragende Leistung. „Wir hatten uns eine Menge vorgenommen. Jeder musste noch mehr verteidigen, noch mehr Intensität geben. Nach dem Berliner 9:0-Lauf zu Beginn des dritten Viertels sind wir cool geblieben. Wir haben danach gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Der Dunking von Larry Gordon war dafür exemplarisch“, sagt Trainer Ingo Freyer. Gordon überragte mit 31 Punkten bei zehn Rebounds. 19 Zähler gelangen dem Forward alleine im Schlussviertel. Für Alba Berlin war es die erste Pleite nach zehn Siegen.