Portemonnaie im Beutel: Ehrliche Finderin gesucht

Hagen. „Wie Weihnachten“ fühlte sich Gudrun Fischer in diesem Jahr schon fünf Tage vor Heiligabend. Wie ein kleines Wunder kam ihr vor, was sie an diesem Mittwoch, 19. Dezember, nach einem Riesenschreck erlebte. Die 68-Jährige hatte an diesem Tag viel vor. Sie wollte erst zur Krankengymnastik und anschließend Weihnachtsgeschenke einkaufen. Dafür hatte sich die Mutter und Großmutter mit rund vierhundert Euro Bargeld versorgt.

Ausgerüstet mit ihrer Sporttasche und dem Portemonnaie in einem Stoffbeutel fuhr sie in die Stadt, parkte im Parkhaus der Volme-Galerie und machte sich zunächst auf zur Krankengymnastik in einer Praxis direkt am Friedrich-Ebert-Platz. Anschließend flitzte die Haldenerin hinüber in einen Blumenladen an der Mittelstraße. „Als ich meine Blumen bezahlte, hatte ich meine Sporttasche und den Beutel mit dem Portemonnaie in der rechten Hand“, erinnert sich Gudrun Fischer genau.

Ein Riesen-Schreck

Vom Blumenladen eilte sie zurück in die Volme-Galerie, bezahlte ihr Parkticket, fuhr mit dem Aufzug hinauf, fischte den Schlüssel aus der Jackentasche und strebte zu ihrem Auto. Die Sporttasche und die Blumen positionierte sie auf der Rückbank und dann wollte sie losfahren. „Und plötzlich merkte ich, dass der Leinenbeutel mit dem Portemonnaie fehlte“, denkt die Seniorin mit Schrecken zurück.

Voller Panik sprang sie aus ihrem Fahrzeug und suchte den Weg zurück zum Fahrstuhl und zum Parkscheinautomaten ab immer mit dem Blick am Boden. „Ich hätte ihn gleich gesehen, denn der Beutel ist auffällig.“ Gudrun Fischer fand aber nichts. Sie fragte beim Parkhaus-Personal nach, aber auch dort war der Beutel nicht abgegeben worden.

Ein Nervenkrieg

„Jetzt bekam ich richtig das große Zittern“, sagt sie. „Denn außer dem Geld waren im Portemonnaie auch mein Führerschein, der Fahrzeugschein, der Personalausweis, die Krankenversicherungskarte und zwei Kontokarten. Ich habe dann vorsichtshalber bei den Parkhausmitarbeitern meine Kontaktdaten hinterlassen – allerdings mit ganz wenig Hoffnung.“
Danach hat sie den gesamten Weg von der Volme-Galerie zurück bis zum Blumenladen inspiziert. Vergeblich. Ob der Beutel doch irgendwo im Auto lag? Gudrun Fischer lief zurück und durchsuchte gründlich den Wagen. Wieder vergeblich.

Das Herz sank ihr tiefer und tiefer, als sie schließlich zurück nach Hause fuhr, um von dort aus ihren Mann zu verständigen und die Bankkarten sperren zu lassen. Schließlich fuhr sie zum Polizeipräsidium an der Hoheleye und meldete ihr Portemonnaie als entweder verloren oder gestohlen.

Wie ein Wunder

Zwei Stunden später fuhr sie erneut ins Parkhaus der Volme-Galerie hinein und be­gab sich schnurstraks wiederum zum Glaskasten gegenüber dem Eingang zu den Fahrstühlen. „Ich hatte kaum einen Funken Hoffnung, als ich an die Glasscheibe klopfte, erzählt Gudrun Fischer. „Aber da kam mir die Parkhausmitarbeiterin schon entgegen und fragte, ob ich nicht die sei, die ihren Leinenbeutel vermisse und hielt ihn mir schon entgegen.“

Atemlos untersuchte sie den Inhalt und fand alles ordnungsgemäß, vollzählig und unberührt vor. „Das kommt mir wie ein kleines Wunder vor“, strahlt Gudrun Fischer. „Das ist doch wohl nicht selbstverständlich. Ich würde mich so gerne bei der Finderin bedanken und erkenntlich zeigen.“

Bitte melden!

Das allerdings wird erst einmal nichts, denn die Finderin hat leider ihren Namen nicht hinterlassen. Eine Dame sei es gewesen. Mehr konnte man ihr im Parkhaus nicht sagen.
Die Finderin wird nun gebeten, sich in der Wochenkurier-Redaktion zu melden unter Tel. 02331 / 92255-30 oder am besten per E-Mail an redaktion@wochenkurier.de.