Protest mit roten Händen

Hagen. (AnS) Hätten Sie es gewusst? Deutschland ist drittgrößter Kleinwaffenexporteur: Ein Fakt, der zunächst kein großes Aufsehen erregen mag. Dass diese Waffen aber trotz aller Vorsicht und Konventionen in dunkle Kanäle geraten und womöglich noch in die Hände von Kindersoldaten, sollte stutzig machen. Terre des Hommes setzt sich mit der Aktion „Gib uns deine Rote Hand“ für die Rechte von Kindern ein – weltweit und eben auch in Hagen.

Ein Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonventions verbietet, dass Kinder unter 18 Jahren in Kriegen als Soldaten eingesetzt werden dürfen. Trotzdem werden sie immer wieder für bewaffnete Konflikte benutzt, weil sie nicht nur billig, sondern auch manipulierbar sind. Auf diesen Missstand macht die Menschenrechtsgruppe aufmerksam mit einer besonderen Aktion. Sie sammelt seit zehn Jahren immer am 12. Februar Handabdrücke, die allein eine Aussage haben: „Stopp“ zu sagen zum Missbrauch von Kindern als Soldaten, nach Schätzungen sind es übrigens rund 250.000, die zum Kämpfen gezwungen werden.

In der Volmestadt beteiligten sich in diesem Jahr Schüler des Albrecht-Dürer-Gymnasiums, des Fichte-Gymnasiums und der Werkstatt-Schule an den Aktivitäten. Das Thema war beispielsweise im Fichte-Gymnasium Unterrichtsstoff in einem Religionskurs. „Meine Schüler waren sofort betroffen, sind Kindersoldaten doch oft in dem gleichen Alter wie sie“, erklärt Lehrerin Tela Zabel, die mit zwei Klassen unter anderem einen Film schaute. Für die Kinder war eine Solidarisierung mit der Aktion selbstverständlich und so wurden fleißig viele Hände und Forderungen wie „Keine Kinder in den Krieg“ auf Papier verewigt. Ähnlich sah es an den anderen Schulen aus. Edgar Marsh von der heimischen Arbeitsgruppe freut sich über das Engagement des Projektes, das in jedem Jahr mehr Anhänger findet: „Rund 400 Proteste“, schätzt er, „wurden in Hagen 2014 so dokumentiert. Ein tolles Signal.“

Damit die Botschaft ankommt, wurden die Handabdrücke jetzt an den Bundestagsabgeordneten René Röspel übergeben, damit auch die Bundespolitik die Papiere weiter im Auge behält. Der Hagener nimmt die Protestäußerungen übrigens mit nach Berlin. Er möchte gemeinsam mit der Arbeitsgruppe überlegen, wie sie vielleicht zum 25. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 2014 bei einer Aktion in Berlin eingesetzt werden könnten.

Zur Forderung von Terre des Hommes gehört schließlich auch ein sofortiges Verbot von Waffenexporten in Konfliktregionen und an Staaten, die Menschenrechte verletzen und Kindersoldaten rekrutieren.