Rahel-Varnhagen-Kolleg: Gregor Hippler ist zurück an alter Wirkungsstätte

Hagen. Nach knapp fünfjähriger Absenz, in der er als Schulleiter am Abendgymnasium Köln arbeitete, ist Gregor Hippler zurück am Rahel-Varnhagen-Kolleg, und zwar als neuer Schulleiter.

Stellvertretender Schulleiter

Eigentlich ist Gregor Hippler ein echter Hagener, geboren in Hagen, Abitur am Fichte-Gymnasium, Referendariat am Albrecht Dürer und einige Jahre an der Ricarda-Huch-Schule, bevor er 1986 zum damaligen Abendgymnasium Hagen wechselt, wo er über 15 Jahre lang als stellvertretender Schulleiter tätig war.

Während seiner Tätigkeit im Zweiten Bildungsweg entwickelte sich das beschauliche Abendgymnasium zu einem modernen Weiterbildungskolleg. Zunächst wurde der Vormittagsunterricht etabliert, etwas später kam der Abendrealschulzweig (mit Vormittagsunterricht) und das klassische Kolleg – Unterricht für Erwachsene im Ganztag – hinzu. Die Schule gehört außerdem zu den ersten Schulen, die „Abitur online“ als spezifischen Bildungsgang des Abendgymnasiums einführte.

Mehrere Umzüge

Die Schule wechselte von den baufälligen Pavillons der Ricarda-Huch-Schule in die Kaufmannschule I, zog Anfangs der Nuller-Jahre in das Schulzentrum Wehringhausen und befindet sich heute im Gebäude der ehemaligen Realschule Emst.

„Das mit Abstand schönste Gebäude seit Gründung des Abendgymnasium 1982, wenn auch die jetzige Anbindung an den ÖPNV alles andere als optimal ist“, findet der neue Schulleiter.

Strukturelle Veränderungen

Aber die Schule hat sich in ihren mehr als 35 Jahren nicht nur äußerlich verändert, die Studierendenschaft ist heterogener geworden, deutlich mehr Teilnehmer als früher bringen keine abgeschlossene Berufsausbildung mehr mit, viele Studierende haben Erfahrungen von Umbrüchen in ihrer schulischen, beruflichen und privaten Biographie gemacht.

Integration von Flüchtlingen

Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund ist gestiegen, neu sind die Flüchtlinge, die sich an der Schule sprachlich und soziokulturell integrieren. „Aufgaben, denen sich der Zweite Bildungsweg, der immer flexibel auf neue Herausforderungen reagiert hat, gerne stellt“, so Gregor Hippler.

Sozialpädagogen und Lehrer mit Deutsch als Zweitsprache sind längst eine Selbstverständlichkeit. „Wünschenswert“ für den neuen Schulleiter wäre vor allem, „wenn wir mehr Sozialpädagogen und Sozialarbeiter zur Unterstützung unserer pädagogischen Arbeit erhielten.“

Schulbesuch soll sich lohnen

Die pädagogische Leitlinie des Neuen ist: „Der Besuch muss sich tagtäglich für alle Studierenden, unabhängig von den unterschiedlichsten Voraussetzungen, die sie mitbringen, lohnen. Lernen wird für alle als bedeutsam erlebt und Lernzuwächse sind eine tägliche positive Erfahrung. Das ist eigentlich so banal wie selbstverständlich. Es klingt einfach, ist aber nicht immer so einfach umsetzbar.“

Das Ideal dürfe jedoch gerade im schulischen Alltag nicht aus den Augen verloren werden und der schulische Alltag müsse sich an diesem Ideal messen.