Realschule Haspe: Aus für Schulkiosk

Würden lieber heute als morgen den Kiosk an der Realschule Haspe eröffnen: Hakan Karakalkan und Lebenspartnerin Elwira Kawalec. Das Paar hatte bereits einen Vertrag mit der Gebäudewirtschaft der Stadt Hagen (GWH) geschlossen, der ihnen das Aufstellen eines Verkaufscontainers gestattete. Jetzt hat die Stadt urplötzlich einen Rückzieher gemacht. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Die Idee zu dem Projekt stammt von Hakan Karakalkans Tochter. Sie ist nämlich Schülerin und Schulsprecherin der Realschule Haspe an der Kurze Straße. Die etwa 400 Kinder dieser Schule, die weit und breit keine Einkaufsmöglichkeiten haben, wünschen sich nur eins: einen Kiosk mit frischen Brötchen, Getränken und Leckereien.

Als Vater Hakan Karakalkan (43) davon hörte, war sofort klar: das Projekt „Kiosk“ wollte er in Angriff nehmen. Von der Schuldirektorin holte er sich das Einverständnis, von den Kindern hörte er sich deren Wünsche an. Die Suche nach Räumlichkeiten gestaltete sich schwierig, denn die Schule liegt am räumlichen Limit.

Dann kam Hakan Karakalkan auf die Idee, einen Container auf dem Schulgelände zu installieren. Wochenlang reiste er durch NRW, um sich alle Container-Modelle anzuschauen. Den geeignetsten fand er letztendlich in Münster.

Auflagen erfüllt

Nun galt es dem Schulamt, dem Bauamt und dem städtischen Immobilienbetrieb (Gebäudewirtschaft Hagen, kurz: GWH) seine Idee schmackhaft zu machen und entsprechende Genehmigungen zu erhalten. Die ihm gestellten Auflagen wie Führungs- und Gesundheitszeugnis und ein erstelltes Konzept für sein Vorhaben erfüllte er alle. Das Bauamt hatte inzwischen einen Lageplan für den Kiosk erstellt und Anfang April kam es dann zum Vertrag mit der GWH.

Darin überlässt die GWH auf dem Schulhof der Realschule Haspe eine Stellplatzfläche zur Errichtung eines Verkaufskiosks in einer Größe von 3 mal 2,50 Meter für einen monatlichen Mietpreis von 100 Euro. Der Verkauf sei nur „für schulische Zwecke gestattet“, heißt es weiter. Der Verkauf von Alkohol und Zigaretten ist untersagt. Speisen- und Getränkeangebote sowie deren Preise seien mit der Schulleitung abzusprechen. Für die benötigen Wasser- und Stromanschlüsse müsse Hakan Karakalkan selber aufkommen. Ab dem 1. Mai könne er dort verkaufen, wenn entsprechende Genehmigungen eingeholt worden seien.

„Erst einmal nichts“

Da Hakan Karakalkan von allen Ämtern keine negativen Signale erhalten hatte, legte er los, um am 1. Mai die Eröffnung feiern zu können. Zusammen mit Lebenspartnerin Elwira Kawalec mietete er einen Container an, verlegte Strom und Wasser auf eigene Kosten und kaufte die Basisprodukte für den Kiosk. Viel Geld, viel Arbeit und akribische Planung hatte der 43-Jährige bereits in sein Projekt gesteckt, als ihn urplötzlich ein Anruf des Bauordnungsamtes zurückpfiff. Unternehmen sie erst einmal nichts“, ließ ein Mitarbeiter des Bauordnungsamtes ohne Begründung verlauten. Das war leichter gesagt als getan, denn Karakalkan hatte bereits alles unternommen, um den Kiosk zu eröffnen. Er hatte ein Gewerbe angemeldet, einen Container fest gemietet, hatte die Installationen vorgenommen und jede Menge Produkte eingekauft.

Jetzt war er verzweifelt und verstand die Willkür der Ämter, die ihm zunächst Grünes Licht signalisiert hatten, nicht. „Ich kann mir doch mit so einem Schüler-Kiosk keine goldene Nase verdienen“, ist Hakan Karakalkan ratlos, „das ist doch schon fast eine ehrenamtliche Tätigkeit.“

Mittlerweile ist ihm die fristlose Kündigung des Vertrages mit der GWH ins Haus geflattert. Wie ein Pressesprecher der Stadt Hagen auf Anfrage erklärt, wollen sich am Montag noch einmal alle betroffenen Ämter des Falles annehmen. Mit welchen Ergebnis, das blieb bislang unklar.

Der wk meint: Hört sich schon wieder nach einem echten Hagener Schildbürgerstreich an…