Rettung für Vieles und Viele

Hagen. (san) Es ist die Woche des aktuellen Pappnasen-Frohsinns mit einem rekordverdächtigen Fummellauf, die Besucherzahl in der Volme-Galerie war enorm. Seit Weiberfastnacht, Donnerstag, 11.11 Uhr haben Prinzessin Melanie I. und ihr Gefolge die Macht im Rathaus übernommen. Oberbürgermeister Erik O. Schulz rückte freiwillig den Schlüssel raus und überließ das Amtshaus den Hagener Jecken für das ausgelassene Treiben.

Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, noch am selben Tag ernste und schnelle Entscheidungen im Sinne der Flüchtlinge zu treffen, die in diesen und den nächsten Tagen wie in so viele Städte in NRW auch in die Volmestadt kommen. So steht das Gebäude der ehemaligen Regenbogenschule in Hohenlimburg für über 100 Menschen aus dem Kosovo bereit, Kapazitäten gibt es für weitere 100. Das Schulhaus mit angrenzender Turnhalle bietet die nötigen sanitären Einrichtungen sowie eine große Küche.

Anwohner mit Aufklärungsbedarf

Zwei Tage zuvor hatte Ratsfrau Ramona Timm-Bergs (SPD) Anwohner sowie die zuständige Sozialdezernentin Margarita Kaufmann und den stellvertretenden Bezirksbürgermeister Mark Krippner (SPD) in die Nahmer eingeladen. Die Gerüchte um die Bereitstellung von Häusern in den Straßen Zum Schlossblick, Wilhelmstraße und Unternahmer Straße sorgten für Aufklärungsbedarf. Dort traf Margarita Kaufmann noch die Aussage, dass die Verwendung der Regenbogenschule erst noch geprüft werden müsse und eine Belegung in den kommenden acht Monaten garantiert nicht umgesetzt werde.

Kritik an Asylpraxis

Auch die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Hohenlimburg sieht die aktuelle Asylpraxis skeptisch: „Viele den Kriegsflüchtlingen aus dem Nahen Osten und Afrika sehr positiv gegenüberstehende Menschen sind mit der CDU der Meinung, dass das neue nunmehr geltende Bundesrecht in NRW zögerlich und nicht konsequent angewendet würde und dass die finanziell notleidenden Kommunen in NRW die Flüchtlingsströme aus Syrien, Libanon, Irak und Afrika erheblich besser handhaben könnten, wenn andere abzulehnende Asylbewerber in ihre nunmehr als sicher anzusehenden Heimatstaaten zurückgesendet würden“, so meinen die CDU-Politiker vor Ort.

Das sieht man im NRW-Innenministerium ähnlich. Nach den Worten von NRW-Innenminister Ralf Jäger sind die Flüchtlinge, die derzeit aus dem Kosovo nach Deutschland ziehen, „Opfer falscher Versprechen von kriminellen Schleuserbanden. Sie kommen mit der Illusion, dauerhaft bleiben zu können.“ Fakt sei aber, dass der überwiegende Teil der Asylsuchenden aus den Westbalkanstaaten keinen Anspruch auf Flüchtlingsschutz habe. „Wir müssen ihnen schnell und ehrlich sagen, dass sie nicht hier in Deutschland bleiben können.“

Solange auf politischer Ebene noch Klärungsbedarf besteht, haben die in Hagen angekommenen Flüchtlinge nach den Strapazen ihrer anstrengenden Reise quer durch Europa erst einmal ein Dach über dem Kopf.

Garantien für den Muschelsalat

Damit ein beliebtes Stück Kultur in Hagen fortbestehen kann, gab es nun einen dicken Scheck von den Muschelsalatrettern: Auf der jüngsten Mitgliederversammlung sprach man sich dafür aus, für die Saison 2015 einen garantierten Zuschuss über 12.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Neben einigen Sponsoren sind die Muschelsalatretter im siebten Jahr nach ihrer Gründung zu einer festen Säule in der Finanzierung des beliebten Umsonst-und-Draußen-Festivals geworden. Vom 1. Juli bis zum 12. August dürfen sich die Hagener an insgesamt sieben Abenden auf ein tolles Programm freuen.