Ruhr-Aue macht’s möglich

Einkaufen und Wohnen: Das Ruhr-Aue-Center macht es möglich. Zahlreiche Parkmöglichkeiten gibt es direkt vor der Haustür. (Foto: Michael Eckhoff)

Herdecke. (Red./AnS) Einkaufen und Leben in Herdecke wird immer attraktiver. Im Dezember 2012 haben die ersten Geschäfte im neuen Quartier Ruhr-Aue eröffnet. Die Promenade ist fertig, das Ruhrvorland wird noch in diesem Jahr modelliert und auch das Seniorenheim des GVS nimmt Konturen an. Nun folgt ein weiterer Planungsabschnitt, nämlich der für den hinteren Teil des ehemaligen Westfaliageländes. Eine knapp 40.000 Quadratmeter große Industriebrache steht dafür zur Verfügung. Dort sollen sowohl Einfamilienhäuser als auch Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstehen. So sieht es das städtebauliche Konzept der Stadt vor.

Aus einer Industriebrache wurde das schicke Herdecker Ruhr-Aue-Einkaufszentrum. Aber: Die Planungen des ehemaligen Westfalia-Geländes sind noch längst nicht abgeschlossen. (Foto: Michael Eckhoff)

Die Planungen auf dem ehemaligen Westfaliagelände laufen seit dem Weggang des Unternehmens im Jahre 2003. Auf der Industriebrache sollte ein Gelände entstehen, das einlädt zu verweilen: Bummeln, Einkaufen, Leben und Wohnen – das sollte hier in Sichtweite der Ruhr gleichzeitig möglich sein. In einvernehmlicher Nachbarschaft.

Geschichtlicher Rückblick

Mit einer Druckerei und einer Blaufärberei begann vor mehr als 190 Jahren die wirtschaftliche Nutzung des Grundstücks. Der Unternehmer Heinrich Habig erweiterte das Familienunternehmen auf einen Großbetrieb mit weltweiten Geschäftsbeziehungen und 1.600 Mitarbeitern. Als 1966 das Familienunternehmen die Produktion aufgab, startete noch im selben Jahr die Westfalia-Separator AG ihre Herstellung von Produkten rund um die Melktechnik. Bis zur Schließung des Standortes im Jahre 2003 erweiterte und modernisierte die unter neuem Namen tätige Westfalia-Surge AG den Betrieb in Herdecke und beschäftigte zuletzt noch mehr als 400 Personen.

Noch ist der Straßenbau in Hinblick auf die Westumgehung nicht fertiggestellt. Kreisel beschleunigen den Verkehr. (Foto: Michael Eckhoff)

Die Planungen

Die Stadt Herdecke ist seit Dezember 2009 im Besitz von 30.000 Quadratmetern Ruhrvorland sowie 5.000 Quadratmetern, die sie zum Zwecke der Erschließung mit Hilfe von Fördergeldern gekauft hat. Die Westumgehung ist derzeit in der Bauphase und wird bald fertig gestellt sein.

Die Kräling Grundstücksgesellschaft mbH hat im ersten Halbjahr 2010 knapp 24.000 Quadratmeter von der GEA Real Estate (ehemals Westfalia-Surge) gekauft. Hier ist das Quartier Ruhr-Aue entstanden. Am 6. Dezember 2012 eröffneten die ersten Geschäfte. Eine gesunde Mischung aus Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie und Wohnen wurde hier verwirklicht. Weitere Geschäfte und ein Café öffneten Anfang März 2013, die Promenade wird mit den ersten Sonnenstunden des Jahres von den Bürgerinnen und Bürgern bereits recht gut angenommen.

Wohnen an der Ruhr

Im hinteren und dritten Teil des Areals soll das „Wohnen am Fluss“ verwirklicht werden. Und zwar so, dass es zu Herdecke passt. „Das Planungsamt hat sich dafür selbstständig auf die Suche nach Investoren gemacht“, erklärt Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster.

Die Promenade lädt mit Bänken zum Verweilen ein. Und während die Großen sich ausruhen, finden die Kleinen immerhin ein Spielelement. (Foto: Michael Eckhoff)

„Wir wünschen uns eine aufgelockerte Bebauung mit wesentlich weniger Wohneinheiten und eine Bebauungsstruktur, die sich zur Ruhr hin öffnet“, erläutert Daniel Matißik, Leiter des Planungsamtes, die städtebaulichen Ziele. Im ursprünglichen Masterplan waren noch 450 Wohneinheiten vorgesehen. Die Bebauungsdichte ist nunmehr deutlich reduziert. „In etwa 200 Wohneinheiten sind vorgesehen“, so der Leiter des Planungsamtes. Und dies mit einem interessanten Mix verschiedener Wohnformen. Das Konzept sieht neben Mehrfamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäuser auch freistehende Einfamilienhäuser vor. „Ganz wichtig war uns Planern die Realisierung von Sichtachsen innerhalb des Quartiers“, beschreibt der 38-Jährige. Bedauerlich indes, dass dafür einer der schönsten Industriebauten der Region – ein Zwanzigerjahre-Bauwerk von Habig – weichen soll.

Flexible Planung

Das vorgestellte Konzept sieht im südlichen Bereich des Plangebietes Stadthäuser vor. Im mittleren Bereich sind Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser geplant. Im nördlichen Bereich der Fläche schließen Reihenhäuser und Doppelhäuser an den Bestand an. Nach Osten bilden drei Mehrfamilienhäuser den Anschluss an das Quartier Ruhr-Aue. „Insgesamt lässt sich der Entwurf flexibel umsetzen“, beschreibt Daniel Matißik.

Ein möglicher Zeitplan zur Umsetzung der Pläne sieht nun vor, dass die Verhandlungen mit Grundstückseigentümer und Investor in diesem Jahr intensiviert werden, so dass im Frühjahr 2014 ein entsprechender Bebauungsplan vom Rat der Stadt verabschiedet werden kann.