Saisonauftakt in der Beko-BBL

Der 2,06 Meter große Edward Seward, der aus Bayreuth zu den Hagenern stieß, trainiert nach seinen Bandscheibenproblemen wieder voll mit und konnte auch im Test gegen Gent schon eingesetzt werden. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Auf geht‘s: Phoenix Hagen startet am kommenden Samstag, 2. Oktober, in die neue Saison der Beko-Basketball-Bundesliga! Erster Gegner sind die WALTER Tigers Tübingen. Sprungball zur Auftaktpartie ist um 20 Uhr in der Paul-Horn-Arena an der Europastraße in Tübingen.

Nach dem nervenaufreibenden Kampf um den Klassenerhalt im Vorjahr wartet auch 2010/2011 wieder Spektakuläres auf die Feuervögel und ihren Anhang: Neben tollem Basketball stehen der Umzug in die umgebaute Ischelandhalle und das Highlight-Spiel gegen den Deutschen Meister und Pokalsieger Brose Baskets Bamberg in der Westfallenhalle 1 in Dortmund auf dem Programm!

Rund 600.000 Euro kostete der Umbau der alten Industriehalle in Hohenlimburg, die Phoenix Hagen 2009/2010 als provisorische Spielstätte in der Beko-BBL nutzte. Das ist viel Geld, aber ohne diese öffentlichkeitswirksame Phoenix-Halle würde es künftig wohl auch keine nach Bundesliga-Regularien umgebaute Ischelandhalle geben. Dorthin wird Phoenix Hagen in der neuen Saison zurückkehren!

Endlich wieder „Ische“

Gutes Ballhandling, sehr beweglich, starker „Schuss“: Der 26-jährige Jacob Burtschi ist ein Kraftpaket. Nach drei Jahren bei der amerikanischen Air Force konnte sich Phoenix die Dienste des 2,01 Meter großen Forwards sichern, der 2007 schon mal auf dem Sprung in die NBA war. (Foto: Jörg Laube)

Der 8,75 Millionen Euro teure Um- und Ausbau soll bis Ende Oktober abgeschlossen sein. 500.000 Euro, verteilt über fünf Jahre, wird Phoenix davon tragen. 3.200 Zuschauer finden auf den neuen Tribünen rund um das Spielfeld Platz. Ihr Debüt in der Ischelandhalle wollen die Feuervögel am 31. Oktober geben, wenn die EnBW Ludwigsburg an die Volme reist.

Damit es vorher nicht nur Auswärtsspiele gibt – immerhin stehen im Oktober insgesamt sechs Partien an – hat sich die Hagener Geschäftsführung etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Gegen den Deutschen Meister Baskets Bamberg wird am 8. Oktober um 20 Uhr in der Westfalenhalle 1 in Dortmund gespielt, die dann 7.382 Basketball-Begeisterten Platz bietet.

„Neben dem schnellen sportlichen Aufstieg und dem seit Januar laufenden Umbau der Ischelandhalle ist das Gastspiel in Dortmund ein weiterer Meilenstein für uns. Wir wollen die Marke Phoenix in der Region bekannter machen und neue Anhänger gewinnen. Dass es dann noch gegen Bamberg geht, macht das Spiel in der Westfalenhalle zu einem echten Leckerbissen. Wir freuen uns darüber, dass wir den vielen Basketballbegeisterten im Ruhrgebiet so ein Spiel anbieten können“, erklärt Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann.

Verheißungsvolle Tests

Nach einer starken ProA-Saison in Cuxhaven fand der 24-jährige Mark Dorris den Weg an die Volme. Bei den Norddeutschen kam der 1,88 Meter große Guard zuletzt auf 18,3 Punkte, 4,8 Rebounds und 3,6 Assists. Neben seinen Scorer-Qualitäten ist der vielseitige US Amerikaner ein guter Verteidiger. (Foto: Jörg Laube)

Doch jetzt geht es erst einmal nach Tübingen. Die Vorbereitung verlief verheißungsvoll für die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer. Alle zehn Testspiele wurden gewonnen, darunter auch die Partien gegen die Liga-Konkurrenten aus Gießen, Ludwigsburg und Bonn. Bei der Generalprobe gegen den belgischen Erstligisten Optima Gent gab es zuletzt einen 92:76-Erfolg. Doch davon will Ingo Freyer nichts mehr wissen: „Das ist alles wertlos. Erst die Ligaspiele geben nach und nach Aufschluss darüber, wo wir wirklich stehen.“

Runderneuertes Team

Und diese Aufklärung tut auch Not, denn das Hagener Team präsentiert sich runderneuert. Elf Spieler verließen den Club, acht kamen hinzu. Besonders richten sich die Augen natürlich auf die neuen US-Boys. Aus Cuxhaven kam Guard Mark Dorris, aus Dakota der erfahrene Aufbauspieler David Bell. Jacob Burtschi, der sich in der Vorbereitung schon in die Herzen der Fans spielte, verstärkt die Flügelposition. Als Center wurden Rasta-Mann Eddie Seward und Matt Terwilliger aus Paderborn verpflichtet, beide 2,06 Meter groß.

Der 29-jährige US-Amerikaner David Bell hat schon in einigen amerikanischen und europäischen Profiteams gespielt. Der 1,86 Meter große Guard ist ein guter Schütze, aber auch stark in der Verteidigung. Als erfahrener Aufbauspieler geholt, kann er genauso die Zwei spielen. (Foto: Jörg Laube)

Doch auch die Tigers aus Tübingen sind kaum einzuschätzen. In elf Testspielen gab es sechs Siege, darunter gegen Liga-Konkurrent Ulm (85:80) und gegen den österreichischen Meister Gmunden Swans (102:62). Dem stehen fünf Niederlagen, unter anderem gegen den französischen Erstligisten Straßburg (51:84 und 71:72) und gegen den tschechischen Erstligisten Decin (57:74), gegenüber.

Sieben in Tübingen

Trainer Igor Perovic setzte dabei vor allem auf sieben Spieler, ergänzt um die Deutschen Jay Thomas und Nicolai Simon. Als Leistungsträger der Vorsaison sind der starke Aufbauspieler Branislav Ratkovica (10,7 Punkte, 5,7 Assists) sowie Power-Forward Dane Watts (10,2 Punkte, 5,4 Rebounds) und Center Kenneth Wilkins (9,1 Punkte, 4,0 Rebounds) verblieben.

Neu ist Shooting-Guard Johannes Herber, der bei Alba Berlin nur zu wenig Einsatzzeit kam. Vom Mitteldeutschen BC wurde der russische Center-Hüne Anatoly Kashirov (12 Punkte, 4,1 Rebounds) geholt. Aus Serbien kam Guard Radovan Markovic. Prominentester Neuer ist vielleicht Chris Oliver. Der Power-Forward erzielte im Vorjahr 14,9 Punkte und 6,5 Rebounds für die BG Göttingen, mit der er Europapokalsieger wurde.

Eines haben Hagen und Tübingen vor der Saison jedenfalls gemeinsam: Man kann die beiden neuformierten Teams kaum einschätzen. Sport-Experte Stephan Baeck sieht es so: „Tübingen muss sich gewaltig anstrengen, um einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu erreichen.“ Noch weniger blumig fällt allerdings Baecks Einschätzung der Feuervögel aus: „Eine schwere Saison mit dem Kampf um den Klassenerhalt steht bevor.“ Ob der Ex-Nationalspieler Recht behält?