Schau über Renate Hohrath-Vesper

Hagen. (EGr) Eine Keramik-Ausstellung nebst Foto-Dokumentation über die einstige Hagener Meisterwerkstatt Hohrath-Vesper präsentiert das Alte Stadtbad in Haspe ab Sonntag, 10. November 2013, in seiner Galerie im Wintergarten. Die Ausstellung wird um 11 Uhr eröffnet.

Am 10. November 1988 starb die in Hagen hoch geschätzte Töpfermeisterin Renate Hohrath-Vesper (1911-1988). Aus Anlass des 25. Todestages wird jetzt eine Ausstellung mit wichtigen Beispielen gezeigt. Unser Foto zeigt die Töpferin 1975 in ihrer Wehringhauser Werkstatt. (Foto: Veranstalter)
Am 10. November 1988 starb die in Hagen hoch geschätzte Töpfermeisterin Renate Hohrath-Vesper (1911-1988). Aus Anlass des 25. Todestages wird jetzt eine Ausstellung mit wichtigen Beispielen gezeigt. Unser Foto zeigt die Töpferin 1975 in ihrer Wehringhauser Werkstatt. (Foto: Veranstalter)

Am 10. November 1988 starb die in Hagen hoch geschätzte Töpfermeisterin Renate Hohrath-Vesper (1911-1988). Aus Anlass des 25. Todestages wird eine Werkausstellung mit wichtigen Beispielen aus dem Schaffen der Künstlerin gezeigt. Das Ausstellungskonzept wurde von der Hagenerin Renate Fuhrmann erarbeitet. Sie hat eine umfangreiche Sammlung von Keramikobjekten zusammengetragen, die durch eine umfassende Fotodokumentation ergänzt wird. Das vielseitige Wirken der herausragenden Kunsthandwerkerin Renate Hohrath-Vesper wird auf diese Weise erstmals anschaulich dargestellt.

40 Jahre Werkstatt in Wehringhausen

Renate Hohrath-Vesper betrieb ihre Töpferwerkstatt über 40 Jahre, von 1947 bis 1988, in Wehringhausen, zuletzt in der Bismarckstraße 19. Die Werkstatt stellte vorwiegend Keramiken für den privaten Bereich her, die bevorzugt in Hagener Kunstgewerbegeschäften, wie z.B. bei Paffrath, Spinngasse 4-6, angeboten wurden. Daneben gab es aber auch Aufträge der Stadt Hagen für öffentliche Gebäude, u.a. für Kindergärten und Schulen, zum Beispiel in der Haldener Karl-Ernst-Osthaus-Schule. Und im Alten Stadtbad Haspe existiert in der heutigen Senioren-Wohnanlage noch die große Tierkreiszeichen-Wanduhr der ehemaligen Schwimmhalle von 1952.

Ihre Gefäße orientierten sich an traditionsgebundenen Formen. Die Grundformen bezogen sich auf klassische Vasen bzw. Krugformen. Beliebt war die bäuerliche Knebeltechnik, aber auch das Malen auf Ton, hier überwiegend Naturdarstellungen mit Blumen und Tiermotiven. Die meisten Arbeiten aus der Werkstatt wurden mit einem H und dem „Eichenblattmotiv“ in Anlehnung an das Hagener Stadtwappen signiert und teilweise zusätzlich mit dem Logo der Töpferin, RH.

Bis zur Schließung der Meisterwerkstatt für Keramik im Jahr 1988 waren die handgeformten und handbemalten, überaus hochwertigen Unikate geschätzte Sammlerobjekte weit über Hagens Grenzen hinaus. Bei ihren Arbeiten handelt es sich um Einzelstücke, nie wurden Arbeiten in Serie hergestellt. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Nordrhein-Westfalen und der Künstlervereinigung Hagenring beteiligte sich Renate Hohrath-Vesper mit ihren Keramikarbeiten regelmäßig auch an Kunstausstellungen.

Renate Hohrath-Vespers "Fischbrünnlein" ziert die Eingangshalle der früheren Volksschule Halden an der Berchumer Straße, das ist heute die Karl-Ernst-Osthaus-Grundschule. (Foto: Fuhrmann, Aufnahme von 2012)
Renate Hohrath-Vespers „Fischbrünnlein“ ziert die Eingangshalle der früheren Volksschule Halden an der Berchumer Straße, das ist heute die Karl-Ernst-Osthaus-Grundschule. (Foto: Fuhrmann, Aufnahme von 2012)

Ratschläge für Emil Schumacher

Die Wertstellung des Kunsthandwerks in Hagen erfuhr unter Karl Ernst Osthaus zu Anfang des 19. Jahrhunderts großen Zuspruch und Unterstützung. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Hagen vielfältige Aktivitäten von namhaften Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern. Die Leiterin des Osthaus-Museums, Dr. Hertha Hesse-Frielinghaus, kaufte Arbeiten des Ateliers für die Sammlung an. Auch der bekannte Maler Emil Schumacher wurde auf die Qualität der Werkstatt aufmerksam und suchte das Atelier mehrfach auf, um das Wissen von Renate Hohrath-Vesper für seine eigenen Keramiken zu nutzen. Zu einer Zusammenarbeit kam es aufgrund der zu unterschiedlichen Charaktere allerdings nicht. Mit dem Künstler Erwin Hegemann hingegen arbeitete die Hagener Töpferin erfolgreich zusammen. Hegemann ließ Keramiken, Kacheln, Krüge und Teller in ihrer Töpferwerkstatt erstellen, um sie schließlich zu bemalen.

In heutiger Zeit steht das individuell gefertigte Einzelstück im harten Wettbewerb zum serienmäßig hergestellten Massenprodukt. Ziel dieser Gedächtnisausstellung ist es, einen Rückblick auf das handwerklich gefertigte Unikat zu richten. Die Einführung in die Ausstellung erfolgt durch Renate Fuhrmann. Die Ausstellung ist bis zum 8. Dezember in der Wintergarten-Galerie im Alten Stadtbad Haspe, Berliner Straße 115, montags bis freitags von 9 bis 12 und 12.30 bis 18 Uhr, sowie samstags und sonntags von 11.30 bis 16.30 Uhr, zu sehen. Der Eintritt ist frei.