Schloss-Spiele Hohenlimburg: Probleme mit Fürst

Rheda/Hohenlimburg. Im Jahr 2017 wird es die beliebten Schloss-Spiele zum letzten Mal in der bisherigen Form geben. Der Freundeskreis Schloss-Spiele Hohenlimburg und die Schloss Hohenlimburg gGmbH verhandeln derzeit über den Zuschnitt der Veranstaltung ab 2018. Die anstehenden Veränderungen betreffen vor allem die nutzbaren Örtlichkeiten und die Dauer der Festspiele.
Hintergrund
Mit dem in einigen Monaten absehbaren Abschluss der Restaurierungs­arbeiten im Schloss wird der Fürstensaal – laut Schlosseigentümer Fürst Bentheim – aus Gründen des Denkmalschutzes nicht mehr für Aufführungen mit großen Besucher­mengen zur Verfügung stehen.
Auch die Zeitdauer der Spiele und das Problem, wie sich die Durchführung möglichst reibungslos mit dem Hochzeitsbetrieb synchronisieren lässt, stehen zur Diskussion. Bislang nutzten die Veranstalter der Schloss-Spiele die Innenhöfe des Schlosses drei Wochen lang einschließlich der Wochenenden. Das wird ab 2018 nicht mehr möglich sein: „Die gleichzeitige Nutzung des Schlossinnenhofes für Schloss-Spiele und Hochzeiten ist für beide Seiten ungünstig und unbefriedigend“, betont Fürst Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg.
„Wir haben uns daher mit Maria-Theresia Konder, der Vorsitzenden des Freundeskreises, auf einen Kompromiss geeinigt, der eine Nutzung der Vorburg und des Schosshofs ab 2018 für insgesamt zehn Tage mit einem Wochenende erlaubt – und daran halten wir fest.“
Vorschläge
Für die übrigen zehn Festspieltage hat das Schloss Hohenlimburg dem Freundeskreis Schloss-Spiele bereits Alternativ-Vorschläge unterbreitet. „Die Schloss-Spiele haben eine lange Tradition und sollen natürlich im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten fortgeführt werden“, betont Fürst Maximilian. „Sie sind ein gemeinnütziger Beitrag des Schlosses zur Kultur vor Ort.“ Daher stehe etwa der Barockgarten, der ja bereits mehrfach für Veranstaltungen im Rahmen der Schloss-Spiele genutzt wurde, dafür weiterhin zur Verfügung, ebenso wie das einstige Schlossrestaurant.
Möglich sei auch eine Zweiteilung der Schloss-Spiele in jeweils zehntägige Sommer- und Winter­spiele, wobei für letztere ebenfalls das Schlossrestaurant genutzt werden könne. „Aus unserer Sicht wäre auch eine Kooperation mit der Schloss Hohenlimburg gGmbH denkbar“, zählt Fürst Maximilian eine weitere Option auf.
Widerstand
„Jetzt liegt der Ball beim Freundeskreis Schloss-Spiele“, hofft der Fürst auf eine baldige einvernehmliche Entscheidung. Er rechnet besonders mit dem Widerstand des Intendanten der Schloss-Spiele, Dario Weberg. Dieser hatte bereits im Februar 2016 die Nutzung des Barockgartens für Open-Air-Schauspiele aufgrund „mangelnder Schlossatmosphäre“ abgelehnt.
Auch organisatorische Gründe wie Zeltkosten und Umkleidemöglichkeiten sprächen dagegen. „Die Etablierung des für uns wichtigen Hochzeitsgeschäfts ist aber nur möglich, wenn die Schlosshöfe während der Hochsaison im August frei von Veranstaltungen sind“, verdeutlicht Fürst Maximilian seinen pekuniären Standpunkt.
„In dieser Zeit stehen die Höfe maximal zehn Tage für ein gemeinnütziges Festival zur Verfügung.“