Schon Humboldt liebte die „kessen Bohnen“

Hagen. Auch wenn Schokolade für echte Schoko-Fans das ganze
Jahr über eine Köstlichkeit ist: Die Winterzeit birgt ganz besondere Reize, denn
in diesen Tagen ist das Angebot ausgesprochen verlockend.
Das kakaohaltige Genussmittel ist bei Klein und Groß aber nicht nur zur
Weihnachtszeit sehr beliebt. So lag der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2014 bei rund
9,6 Kilo Schokolade. Damit isst jeder Bundebürger im Schnitt acht Tafeln à 100
Gramm im Monat. Zum Vergleich: 1970 waren es noch vier Tafeln.
Schokolade kann Blutdruck senken
„Viele haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie zu Schokolade greifen“, sagt
Gesundheitsexperte Peter Schuster von der Krankenkasse KKH. Doch das muss nicht
sein, wenn sie in Maßen genossen wird, denn: „Schokolade hat einige
gesundheitsförderliche Effekte.“
Laut wissenschaftlicher Studienergebnisse kann Schokolade den Blutdruck
senken und die Blutfettwerte verbessern, das Risiko für Schlaganfall und
Herzerkrankungen senken, kognitive Leistungen verbessern und durch das
enthaltene Kakaopulver anregend und stimmungsaufhellend wirken, was besonders in
der dunklen Jahreszeit gut tut.
„Damit Schokolade ihr Plus für unsere Gesundheit voll entfalten kann, ist es
entscheidend, sie in kleinen Mengen zu genießen“, rät Peter Schuster. Immerhin
enthält zum Beispiel eine 100 Gramm Tafel Vollmilchschokolade gut 500
Kilokalorien, ist also eine echte Kalorienbombe. Täglich eine Tafel
zartschmelzender Mischungen aus Kakao, Zucker und Milch ist daher weder
figurförderlich noch gesundheitlich ratsam.
Entscheidend ist neben der Menge auch die Art der Schokolade.
Bitterschokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 60 Prozent enthält kaum
oder keine Milch, wenig Zucker und den höchsten Anteil an Kakaomasse, die sich
durch viele bioaktive Inhaltstoffe auszeichnet. Der Anteil an Kakaomasse
bestimmt, wie dunkel Schokolade ist. So ist nur wenig davon in Milchschokolade
enthalten. In weißer Schokolade, der reichlich Zucker, Milch sowie Kakaobutter
mit hohem Fett- und Energiegehalt beigemengt ist, kommt sie gar nicht vor.
Bitterschokolade ist kalorienreich
Ein weiterer Pluspunkt von Bitterschokolade: Sie ist reich an Flavonoiden, so
genannten sekundären Pflanzenstoffen, die zellschädigende freie Radikale
neutralisieren. Zudem wirken sie sich vorteilhaft auf Blutgefäße sowie Blutdruck
aus und können vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Kleiner Wermutstropfen:
Bitterschokolade ist genauso kalorienreich wie Milchschokolade. Wer also nach
dem Genuss von zwei, drei Stück Schokolade oder ein, zwei Pralinen noch Appetit
auf Süßes verspürt, greift besser zu Apfel, Nuss und Mandelkern.
Wissenswert: Schon Alexander von Humboldt erkannte die gesundheitsfördernden
Eigenschaften von Schokolade, die aus Kakaobohnen gewonnen wird. Er schrieb:
„Kein zweites Mal hat die Natur eine solche Fülle der wertvollsten Nährstoffe
auf einem so kleinen Raum zusammengedrängt wie gerade bei der Kakaobohne.“