Sicher leben an der Volme: Polizei Hagen zieht positive Bilanz

Zum Thema „Kriminalitätsstatistik 2016“ gaben Kriminaloberrätin Michaela Helm (l.) und Polizeipräsident Wolfgang Sprogies am vergangenen Montag

Zum Thema „Kriminalitätsstatistik 2016“ gaben Kriminaloberrätin Michaela Helm (l.) und Polizeipräsident Wolfgang Sprogies am vergangenen Montag, 6. März, aktuelle Zahlen bekannt. Darüber hinaus machten sie deutlich, dass der Einstieg ins Haus den Einbrech

Hagen. (Red./lz) „Die Zahlen sehen gut aus“, beginnt Polizeipräsident Wolfgang Sprogies seine Analyse. „Auch kritisch betrachtet, lässt sich in Hagen eine durchaus positive Entwicklung verbuchen“, fügt er an. Die Rede ist von der Kriminalitätsstatistik 2016.

Zahlen gesunken
Insgesamt 16.427 Straftaten verzeichnete die Polizei Hagen im letzten Jahr. Das waren immerhin 699 Fälle – also ganze 4,04 Prozent – weniger als im Jahr 2015.
Zudem wurde jede zweite Straftat aufgeklärt. Die Quote der Aufklärungen in der Volmestadt konnte auf 57,26 Prozent gesteigert werden und übertraf damit leicht den Vorjahreswert. Die Polizei Hagen liegt damit weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt von 50.68 Prozent.
Veränderungen anpassen
„Besonders die gesellschaftlichen Veränderungen haben auch die Hagener Polizei vor eine Reihe schwerer Aufgaben gestellt“, erklärt Präsident Sprogies. „Dennoch ist es uns gelungen, gerade im Bereich der Eigentumskriminalität die Zahlen wieder zu drehen.“
Insgesamt drei Tötungsdelikte
Insgesamt drei Tötungsdelikte zählt Sprogies auf, die im Jahr 2016 in Hagen verübt wurden, zweimal blieb es beim Versuch. Da gab es 2016 zum einen den Fall eines an Demenz erkrankten Mannes, der auf einen bettlägerigen Mann los ging, zum anderen den eines Einbrechers in der Leimstraße, der nachdem er erwischt worden war, sein Gegenüber massiv angriff. Das dritte Tötungs­delikt, das für Furore sorgte, war ein Ehemann, der vor seinem geplanten Suizid seine Lebensgefährtin in den Tod riss. 2015 waren es noch fünf Kapitaldelikte dieser Art.
Weniger Gewalt, mehr Angriffe auf Beamte
Während die Zahlen darlegen, dass Hagen sich in puncto Gewaltkriminalität leicht verbessert hat, scheinen jedoch die Angriffe gegenüber den Beamten immer mehr zu werden.
„Besonders in Situationen wie Fahrzeugkontrollen sehen sich viele Kollegen leider immer mehr der Gewaltbereitschaft der Autofahrer ausgesetzt“, erzählt Michaela Helm, Kriminaloberrätin der Polizei Hagen. Hierbei zeichnet sich ab, dass durch eine Vernetzung per Whatsapp und anderen sozialen Mediendiensten die Beamten vor Ort oft zahlenmäßig Angreifern unterlegen sind.
„Da stehen plötzlich mehrere aggressive Menschen vor einem, die provozieren und attackieren“, sorgt sich Helm um ihre Kollegen.
Um das Problem anzugehen, wird die Polizei Hagen sich weiterhin an die gelernten Deeskalationsstrategien halten. Dennoch scheinen Alltagssituationen zunehmend schneller zum Problem zu werden.
Als größtes Gewaltdelikt 2016 galt der Übergriff auf dem Sportplatz von Fichte Hagen, der bei der Polizei echte Besorgnis erregte. Trotzdem konnten die Beamten auch hier erste Erfolge verbuchen, immerhin sitzt einer der Täter bereits in U-Haft, die weiteren Ermittlungen dauern an.
Eigentum und Wohnungen sichern
Im Vergleich zu den Gewalttaten hat sich die Zahl der Eigentumsdelikte ebenfalls leicht verändert. Michaela Helm gibt sich wenig zufrieden. Das Problem liegt ihrer Meinung nach vor allem darin, dass die Täter überörtlich agieren.
Mit Konzepten wie „Riegel vor!“ oder „Augen auf und Tasche zu!“ versucht die Polizei landesweit für mehr Sicherheit zuhause und auf den Straßen zu sorgen. Insgesamt bildet die Hagener Statistik für 2016 noch 6.856 Eigentumsdelikte ab, ein Drittel der Rückgänge fällt dabei auf den Ladendiebstahl, die Hälfte verteilt sich auf die Einbruchsdelikte. „Hier heißt es weiter vorbeugend mitwirken“, betont Michaela Helm. Hierzu rät die Polizei die eigenen Selbstschutzfunktionen zu nutzen und selbst Augen und Ohren offen zu halten. „Lieber einmal zu viel die 110 gewählt“, meint auch Wolfgang Sprogies. „Hierbei kommt es darauf an, schnell zu agieren.“ Die Zahlen der Wohnungseinbrüche haben sich vermindert und sanken von 611 auf 575 Delikte.
Für alle, die zum Thema Wohnungseinbrüche noch Antworten suchen, gibt es am 29. März von 19 bis 21 Uhr eine Präventionssprechstunde auf der Facebook-Seite der Polizei Hagen.
Aufgeklärte Ladendiebstähle
Schaut man sich nach Eigentumsdelikten und Wohnungseinbrüchen nun die Zahlen der Ladendiebstähle an, zeigen die Zahlen von 2016 ebenfalls eine Verminderung. Auch die Jugendkriminalität hat sich deutlich verbessert. Während der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 im Jahr 2009 einen Höchstwert von 31.6 Prozent erreicht hatte, liegt der Wert derzeit bei 24,3 Prozent.
Dieser Rücklauf lässt sich vor allem auf die Überwindung der Sprachbarriere mit Initiativen wie „Kurve kriegen“ zurückführen. Ein hoher Anteil der sogenannten „Klau-Kids“ wird nicht nur mit der Sprache, sondern ebenso mit den deutschen Regeln vertraut gemacht.
Fazit
„Unterm Strich stimmt uns die Auswertung der Kriminalitätsstatistik positiv“, meint Wolfgang Sprogies. „Entgegen vieler lautwerdender Meinungen haben sich auch die Zuwanderung aus den EU-Ländern oder der Zuwachs der Flüchtlinge nicht in den Zahlen niedergeschlagen. Ein Ergebnis, dass in Tagen wie diesen vielleicht doch den ein oder anderen seine Vorurteile vergessen lässt.“
Michaela Helm rät: „Achtsam sein und aufeinander achten, das ist das, was wirklich hilft.“