SonnTalk: Vielleicht 

Von Michael Eckhoff
Nun ist er in Amt und Würden: Donald Trump wurde gestern zum 45. Präsident der Vereinig­ten Staaten von Amerika gekürt. Ob wir wollen oder nicht und ob es uns passt oder nicht – seine Herrschaft in den vermutlich vier kommenden Jahren wird höchstwahrscheinlich auch beträchtliche Auswirkungen auf unsere beschauliche Region an Volme, Ruhr und Lenne haben.
Da sind zum Beispiel seine Ankündigungen, deutsche Autoeinfuhren mit hohen Strafzöllen belegen zu wollen. Setzt er das tatsächlich durch – allen aktuell gültigen Vereinbarungen mit den USA zum Trotz –, werden wir das schnell auch bei uns merken. Schließlich existieren hier zahlreiche Firmen, die von einer florierenden deutschen Autoproduktion abhängen. So mancher Arbeitsplatz könnte direkt gefährdet sein – was wiederum auch das Umfeld mit Wucht träfe.
Oder man denke an Trumps Aussagen über die Nato. Lässt er das Bündnis tatsächlich fallen, müssen sich Deutschland und Europa verteidigungspolitisch neu erfinden, was einerseits nicht schlecht sein muss, was andererseits aber reichlich Geld verschlingen würde. Vor allem deutsches Geld.
Wenig gefallen kann uns auch seine Sehnsucht nach weiteren Austritten aus der EU – in Anlehnung an den Brexit der Briten. Offenbar ist er sich mit seinem Kumpel Putin einig, dass es ziemlich gut für Amerika und Russland ist, wenn man den einen oder anderen Keil zwischen die Europäer treibt und sie auf diese Weise schwächt oder gar als Machtfaktor aus dem Weg räumt.
Um nur mal eine Zahl zu nennen: Allein macht Deutschland – das mit Abstand stärkste Land der EU – lediglich ein Prozent der weltweiten Bevölkerung aus. Gemessen an China, Indien, USA oder Russland ist das Land der Trumpschen Vorväter eher ein Winzling auf der Weltkarte.
Die Geschichte lehrt: Alle Jahre wieder stehen wir vor Umbrüchen mit oftmals großen Herausforderungen. Auch mit Trump scheint uns ein großer Umbruch zu drohen. Aber warten wir mal ein paar Wochen ab – vielleicht kann er ja doch mehr als „twittern“.
Schönen Sonntag.