Sozialverband Deutschland: 100 Jahre Kampf für mehr Gerechtigkeit

Beim Sozialverband Deutschland im Einsatz für die Vereinsmitglieder: (v.r.) Juristin Edda Backhaus (Geschäftsführerin des SoVD-Bezirks Iserlohn – Hagen – Wuppertal)

Beim Sozialverband Deutschland im Einsatz für die Vereinsmitglieder: (v.r.) Juristin Edda Backhaus (Geschäftsführerin des SoVD-Bezirks Iserlohn – Hagen – Wuppertal), Bezirksvorsitzende Barbara Lazaris und Sekretärin Sonja Berger. Jeden Dienstag gibt es in

Hagen. (tau) Der Sozial­verband Deutschland feiert sein 100-jähriges Bestehen in diesem Jahr. Gegründet wurde er 1917 als „Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten“ mit dem Ziel, sich für die Versorgung der Opfer des Ersten Weltkrieges einzusetzen. Fünf Jahre nach seiner Gründung hatte der Bund bereits 830.000 Mitglieder, die nicht nur für finanzielle Unterstützung der Hinterbliebenen und Versehrten kämpften, sondern auch für den Aufbau einer sozialen und solidarischen Gesetzgebung.

Interessen vertreten
Die Zeiten haben sich geändert, der Name auch: Aus dem „Sozialverband Reichsbund e.V.“ wurde 1999 der „Sozial­verband Deutschland e.V.“. Geblieben ist das Ziel des SoVD: Die Mitglieder-­Interessen auf politischer Ebene zu vetreten und Anlaufstelle für Menschen zu sein, die eine persönliche Beratung und eventuell eine juristische Unterstützung bei sozialen Fragen brauchen.
Beratung
In Hagen (Hindenburgstraße 13) können sich die Rat­suchenden jeden Dienstag zwischen 9 und 12.30 Uhr in einer offenen Sprechstunde mit ihren Problemen an Juristin und Bezirks-­Geschäftsführerin Edda Backhaus wenden.
„Schwerbehinderung und Erwerbs­minderungsrente sind aktuell die beiden Haupt­themen der Besucher“, sagt die Anwältin, die seit 26 Jahren beim SoVD tätig ist. „Viele scheitern bereits daran, die Bescheide zu durchschauen. Wir helfen dabei, Formulare auszufüllen, Anträge zu stellen oder Widersprüche zu formulieren.“
Persönlich
Der persönliche Kontakt spielt eine wichtige Rolle. „Die Menschen schätzen es, immer den selben Ansprechpartner zu haben. Das schafft Vertrauen. Manche haben schwere Schicksalsschläge erlebt, gesundheitliche oder finanzielle Probleme. Dann ist man für sie auch ein bisschen Seelen­tröster,“ sagt Edda Backhaus.
Erfolge
Jedes Jahr erkämpft der Sozialverband Deutschland für seine Mitglieder Erstattungen und Zahlungsausgleiche in Millionenhöhe. 2016 waren es in NRW über 5,5 Millionen Euro.
In den Fällen ging es häufig um den Grad einer Behinderung und das entsprechende Merkzeichen im Ausweis, um Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Rentenansprüchen, Streitigkeiten im Bereich Pflege, Krankenversicherung sowie Sozialhilfe und Arbeitslosenrecht.
Die Mitgliedschaft im SoVD, die nur 6 Euro im Monat kostet, rentiert sich schnell, selbst wenn man erst nach Jahren einmal Hilfe braucht.
Der Verband vertritt seine Mitglieder nicht nur vor den Kostenträgern, sondern auch vor dem Sozialgericht und Landes­sozialgericht, falls eine Einigung im Vorfeld nicht gelingt.
Solidargemeinschaft
Dabei ist der SoVD keineswegs nur ein preiswerter Rechtsschutz, den man sich „mal eben“ mit einem Vereins­beitritt sichert und nach Erledigung seines Anliegens wieder kündigt. „Wir sind eine Solidargemeinschaft, werden nicht bezuschusst und zahlen unsere Arbeit alleine aus den Mitgliedsbeiträgen“, betont Bezirksvorsitzende Barbara Lazaris, die bereits seit 42 Jahren beim SoVD arbeitet, bis 2000 als Sekretärin, seitdem ehrenamtlich. „Mitglied werden kann bei uns jeder. Alter, Geschlecht oder Nationalität spielen keine Rolle.“
Neue Mitglieder
Was mittlerweile ein bisschen zu kurz kommt, sind Aktivitäten, die vor Jahren noch fest auf dem Plan standen. Ausflüge zum Beispiel, die bei den Mitgliedern sehr beliebt waren. Deshalb würde sich der Hagener Ortsverband über neue Leute, zur Mitarbeit im Vorstand, neue Ideen – eben frischen Wind in seinen Reihen freuen.
Geburtstag
Der 100. SoVD-Geburtstag wird am Dienstag, 23. Mai, natürlich mit Hagener Teilnahme, auf Bundesebene in Berlin gefeiert. Gastrednerin ist Kanzlerin Angela Merkel. Der Hagener Ortsverein begeht das Jubiläum dann im Rahmen seines Herbstfestes im Oktober.
Kontakt zum SoVD gibt‘s unter Tel. 02331 / 28005. Viele Informationen findet man auch unter www.sovd.de.