Spende für das Arztmobil

Hagen. (je/Red.) Schon seit einigen Jahren gibt es das „Arztmobil Hagen“, das Menschen in finanziellen Notlagen eine medizinische Versorgung bietet. Die Mediziner stehen dabei immer donnerstags von 10 bis 11 Uhr an St. Bonifatius in Haspe wie auch von 11 bis 12 Uhr bei der Suppenküche am CVJM in der Innenstadt. So werden vorhandene Angebote, sozialer Kontakt und medizinische Versorgung verbunden.

Auch vor Ort in „Luthers Waschsalon“ wird eine Behandlung angeboten, immer montags und donnerstags von 9 bis 11 Uhr. Dort gibt es zudem ein neues Angebot für EU-Binnenflüchtlinge. Den Menschen aus beispielsweise Bulgarien und Rumänien steht eine medizinische Behandlung zu, aufgrund der sehr unterschiedlichen Krankenversicherungssysteme innerhalb der EU liegt aber auf keine Versicherung vor. Die Kosten für eine Behandlung sowie insbesondere für Medikamente übersteigen daher – wie auch bei vielen deutschen Hartz-IV-Empfängern – deutlich die Grenzen des selbstständig Finanzierbaren.

Heidrun Schulz-Rabenschlag, seit vergangenem Jahr Fachressortleiterin der sozialen Dienste der Diakonie, ist froh über das Angebot des Arztmobils: „Das ist ein tolles Projekt für Menschen, die von Armut betroffen sind. Die ehrenamtlich aktiven Ärzte bringen aber nicht nur ihr Fachwissen mit, wir profitieren ebenso von ihren Netzwerken.“ So wurde etwa erreicht, dass rezeptfreie Medikamente durch die Apotheke des Allgemeinen Krankenhauses gespendet werden.

Dennoch reichen die Fördermittel oft nicht aus, um die nötigen Kosten zu stemmen. Reparaturen am Fahrzeug etwa oder auch die Unterstützung bei Zuzahlungen zu Medikamenten sind eine starke Belastung für das Team des Arztmobils. „Umso mehr freuen wir uns, dass rund um das Wehringhauser Antifa-Fußballturnier an uns gedacht wurde“, betont Schulz-Rabenschlag.

Die Organisatoren des im Sommer bereits zum 22. Mal veranstalteten Traditionsturniers – das Kulturzentrum Pelmke und der Fußball-Kreisligist „Roter Stern Wehringhausen“ – überreichten am gestrigen Freitag in den Räumen von Luthers Waschsalon eine Spende von 1.000 Euro an das Team des Arztmobils.

Normalerweise erhalten alle am Turnier auf dem Sportplatz Waldlust mitspielenden Hobby-Mannschaften im Anschluss Preise. „Darauf haben wir seit über zwanzig Jahren erstmals verzichtet“, erklärt Roter-Stern-Präsident Uli Schäfer. „Angesichts der Situation vieler Flüchtlinge wollten wir das Geld sinnvoll verwenden und eine lokale Initiative unterstützen.“

Sarah Jung vom Kulturzentrum Pelmke ergänzt: „Wir haben noch den Gewinn aus der diesjährigen Kunstveranstaltung ’Exhibition’ und dem Wehringhauser Stadteilfest mit in den Topf gelegt. Und der ’Aktionskreis Antifaschismus’, der bei der traditionellen Party im Anschluss an das Turnier Getränke verkauft hat, hat die Spende noch aufgestockt.“

Insgesamt waren so über 1.400 Euro zusammengekommen, von denen nun eintausend an das Arztmobil gehen. Der Rest wurde bereits an „Pro Asyl“ gespendet.