Stadt Hagen sucht Pflegefamilien

Hagen. (Red./AnS) Die Erziehung der eigenen Kinder überfordert junge Eltern immer häufiger. Bundesweit wurden im Jahr 2011 rund 28500 Kinder und Jugendliche aus Gefahrensituationen in Obhut genommen. Das bedeutete eine Steigerung seit 2005 von knapp 50 Prozent. Damit diese Kinder und Jugendlichen Schutz finden, unterstützt die Jugendhilfe überforderte Väter und Mütter. Ist das Kindeswohl durch diese Hilfen nicht ausreichend sicherzustellen, ist oft eine vorübergehende oder auch dauerhafte außerfamiliäre Unterbringung der Kinder und Jugendlichen erforderlich.

Die Stadt Hagen sucht dringend Pflegeeltern. Sie sollten Freude am Umgang und dem Leben mit Kindern haben. (Foto: AOK-Mediendienst)
Die Stadt Hagen sucht dringend Pflegeeltern. Sie sollten Freude am Umgang und dem Leben mit Kindern haben. (Foto: AOK-Mediendienst)

Um besonders kleinen Kindern die sichere Betreuung und Versorgung in einem überschaubaren Rahmen einer familiären Gemeinschaft sichern zu können, hat sich der Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Hagen die Förderung und den Ausbau der Vollzeitpflege vorgenommen.

Lebten 2005 noch 120 Kinder in Hagener Pflegefamilien, so hat sich deren Anzahl bis heute um über 70 Prozent erhöht. In einem Netz von Bereitschaftspflegen, Vollzeitpflegefamilien und Sonderpflegestellen für besonders entwicklungsverzögerte Kinder werden in Hagen derzeit circa 210 Kinder und Jugendliche betreut.

Wichtige Aufgabe

Die Familien, die diese Kinder aufnehmen, sind bereit, sich sozial zu engagieren und sehen in der Betreuung von Kindern eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Die Motivation zur Aufnahme reicht von dem Wunsch der Familiengründung bei ungewollter Kinderlosigkeit über verschiedene Aspekte der praktizierten Nächstenliebe bis hin zu einer humanistischen Verantwortung.

Allen gemeinsam ist die Freude am Umgang und dem Leben mit Kindern. Ihnen Versorgung, Vertrauen und Sicherheit zu bieten, ist die Aufgabe der Pflegefamilie. Dabei muss es den Pflegeeltern gelingen, eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind aufzubauen und gleichzeitig die Beziehungen zu ihrer Herkunftsfamilie zu akzeptieren.

Schutzraum und Entlastung

Pflegefamilien können für diese Kinder eine Art Schutzraum darstellen. In manchen Fällen werden die Pflegefamilien sogar zu einem Zuhause, in dem die Kinder neue, dauerhafte Bindungen und Beziehungen aufbauen können. Für die Versorgung und Erziehung des Kindes erhalten die Pflegeeltern materielle Hilfen in Form von pauschaliertem Pflegegeld und laufenden oder einmaligen Beihilfen.

Damit die fachliche Vorbereitung und Begleitung auch weiterhin sichergestellt werden kann, wird das Team des Fachdienstes für Pflegekinder aktuell um zwei neue Stellen erweitert. Bei sozialpädagogischen Pflegestellen für besonders entwicklungsbeeinträchtigte Kinder und in der familiären Bereitschaftsbetreuung arbeitet die örtliche Jugendhilfe auch mit freien Trägern der Jugendhilfen zusammen.

Fachdienst sucht noch Pflegeeltern

Damit aber auch in Zukunft weiterhin genügend Pflegestellen zur Aufnahme eines Pflegekindes bereit stehen, sucht der Fachdienst für Pflegekinder laufend geeignete und engagierte Pflegeeltern.

Diese sollten neben einer großen Portion Mut und Lebensfreude vor allem Zeit und Freude am Leben mit Kindern mitbringen. Aufgeschlossenheit und Toleranz für andere Lebens- und Verhaltensweisen sowie die Bereitschaft zur offenen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe sind weitere hilfreiche und notwendige Voraussetzungen.

Interessierte Bürger und Familien können sich für weitere Informationen an den Fachbereich Jugend und Soziales, Berliner Platz 22, per E-Mail an jugendsoziales@stadt-hagen.de oder an Frau Neumann unter Tel. 02331 / 207-4223 oder Herrn Steinhoff unter Tel. 02331 / 207-3674 wenden.