Stoppok kommt: Solo-Konzert im Kultopia

Stoppok (Foto: Stoppok Office)

Stoppok hat mittlerweile rund 180 Songs geschrieben – unabhängig vom Massengeschmack und ohne sich je bei großen Produktionsfirmen angebiedert zu haben. Erfolgreich ist er trotzdem über all die Jahrzehnte, ob solo oder mit Band. (Foto: Stoppok Office)

Hagen. (san) Er tummelte sich bereits in der 70ern in der hiesigen Musikerszene, weit bevor es mit der Neuen Deutschen Welle (NDW) losging, und gefühlte Lichtjahre entfernt vom aktuellen Boom deutscher Singer und Songwriter.
Und hat vor wenigen Monaten sein 17. Studioalbum „Operation 17“ veröffentlicht: Stoppok, mittlerweile 61 Jahre, hat allen vorgemacht, wie man als guter Musiker jahrzehntelang auf der Bühne bleibt, wenn man sich nicht des schnellen Ruhms wegen vermarkten lässt.
Der begnadete Gitarrist mit Schnodderstimme und nicht alltäglichen Songtexten zum Alltagsleben („Samstagabend buntes Flimmern/Einer sucht den Superstar/Goldene Kehlen wimmern…/die Jury hat entschieden und alle sind gerührt/ Und du fragst mich, was ich dabei fühl“) ist nun live im städtischen Hagener Jugendkulturhaus Kultopia, Konkordiastraße, 23-25, zu erleben.
Noch gibt es Karten im Vorverkauf für dieses Stoppok-Solo-Konzert am Donnerstag, 16. März, 20.30 (Einlass 20 Uhr).
Der Wochenkurier sprach mit Stoppok.
Du wirst beschrieben als Liedermacher, Folksänger, Rockmusiker, bist aber auch Kleinkunst- und Weltmusikpreisgewinner, unbestrittener Gitarrenkünstler zudem. Was von all dem bist du denn am ehesten?

Ich verstehe mich in erster Linie als Musiker.
… mit einer treuen Fangemeinde über all die lange Zeit.
Das kommt auch von meinem Starrsinn, als klassischer Einzelhändler zu agieren. Ich wollte und will mich nicht vermarkten lassen. Zwar kann man auf die kommerzielle Weise groß rauskommen. Das war bei mir ja fast soweit Anfang der 90er. Aber ich hatte immer Angst davor, dann zu einseitig zu werden. Der Kommerz verpflichtet dazu, gefällig zu werden und das führt zum „Tod“ eines jeden Künstlers.
Du bist noch da, die NDW ist längst Geschichte.
 Ja, ich habe also die ganzen Jahre richtig gelegen.
Neben deiner Stimme ist auch dein Sound unverwechselbar. Was macht den aus?
Sicherlich meine Gitarren und die Spielart. Meine alte Yamaha-Akustikgitarre ist immer dabei, die Gitarre für die Solokonzerte überhaupt. Oder die alten Hagström-Gitarren, alles Modelle aus den 50ern. Die spiele ich in der Band. Meine erste Hagström hab ich mal für 150 Mark in ‘nem Trödelladen erstanden. Die hat einen ganz speziellen Sound.
Die ist auch am 16. März mit in Hagen?
Neben der Yamaha hab ich so sechs bis sieben weitere Gitarren dabei, auch zwei zwölfsaitige. Natürlich alle schon vorgestimmt, sonst wäre es blöd fürs Publikum.
Mal sehen, welche zum Einsatz kommen.
Weil du noch nicht weißt, welche Nummern du spielst?
Ich weiß noch nicht, was ich in Hagen bringe. Ich habe keine Lust auf Langeweile, deshalb wird es auch spontan, eine bunte Mischung aus den beiden letzten Scheiben und alten Liedern. Das Repertoire ist ja groß genug. Es muss nicht immer „Dumpfbacke“ dabei sein, kann aber, ist Stimmungssache.
Mit Hagen hast du Berührungen aus alten Folk-Club-Zeiten aus den 70er Jahren. Aber eigentlich bist du nicht regional zu verorten. Geboren in Hamburg, aufgewachsen in Essen, deshalb dort als „Ruhri-Institution“ verehrt, dann lange Jahre in Bayern …
… was mich nicht kulturell auf einen neuen Weg gebracht hat…
… dann nun wieder – eher zufällig – in Hamburg. Was ist dir Heimat?
Ich bin meine eigene Heimat. Eigentlich bin ich ortsunabhängig, wenn es mir nur irgendwo gefällt. Natürlich kann ich nicht verhehlen, dass mich die Zeit im Ruhrgebiet geprägt hat.
Wenn du nun in Hagen auftrittst, kommst du dann wieder ein wenig dahin zurück?
Ja, schon. Aber ich sage dann auch gern, ich komme ins Sauerland, damit ich für alle diejenigen bei euch, die sich nicht als Ruhris sehen, auch ein Konzert gebe.