Hagen. (tau) Wenn Jackie Chang seine Messer schwingt, dann fließt kein Blut, höchstens etwas Gemüsesaft. Der chinesische Schnitzkünstler, der aus Kohlrabi Schmetterlinge und aus Roter Bete Rosen zaubert, ist derzeit im Restaurant „Kaisergarten“ zu erleben.

Der „Supertalent“-Star, der seinen Namen – eigentlich heißt er Chang Liu – von Jury-Chef Dieter Bohlen erhielt, fasziniert die schmausenden Gäste nicht nur mit fix geschnitzten, filigranen Gemüsekunstwerken und flotten Sprüchen. Er begleitet sich dabei auch selbst auf der Mundharmonika oder stimmt ein improvisiertes Liebeslied zur Gitarre an.

Kinderlied oder Klassiker

Insgesamt zehn Instrumente kann Jackie spielen, vom Klavier bis zur Kürbisflöte. Jackie ist kein Supertalent, er ist ein Multitalent. Multitaskingfähig. „Ich kann acht Dinge gleichzeitig“, betont er. Und schwupps greift er wieder zum ultrascharfen Messer, um aus einer Orange einen Hasen zu fertigen, eine Avocado-Freundin für ihn – und als Krönung ein Zitronenküken. Dazu wird mit einem Augenzwinkern „Alle meine Entchen“ angestimmt.

Kinder vergöttern Jackie, ganz klar, aber auch die ältere Generation sieht und hört dem sympathischen Wirbelwind staunend zu, wenn er plötzlich einen Ricky-King-Klassiker zur flugs gefertigten Rettich-Rose zupft. „Fünf Tage hält die“, erklärt er schmunzelnd. „Wenn Sie Hunger haben, können Sie die gleich noch als Salat essen. Aber das würde mich natürlich traurig machen.“

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Der Gemüse- und Obst-Künstler Jackie Chang ist derzeit im Kaisergarten in Hagen und zeigt da sein Können. Hier eine kleine Kostprobe:

Posted by Wochenkurier on Freitag, 26. Januar 2018

Menschen zum Lachen bringen

Wer Jackie live erlebt, bekommt Entertainment pur. Weltweit ist er unterwegs, um, wie er sagt, die Leute zum Lachen zu bringen. „Lachen ist die beste Medizin. Gut, dass ich aus Köln komme“, sagt der in Shanghai Geborene. „Da lacht man gerne, da ist man locker und geht aus sich heraus. Das kommt mir bei meiner Arbeit zugute.“ Und schon gibt er im köllschen Slang eine Anekdote zum Besten.

„Machen, was keiner kann“

Ursprünglich war Jackie „nur“ Koch. Er begann mit dem Gemüseschnitzen. Er machte Musik. „Aber dann wollte ich was machen, das keiner kann. All diese Dinge gleichzeitig.“ Diese Kunst macht ihn unverwechselbar – und eben erfolgreich.

In die Finger schneidet er sich übrigens nicht, berichtet er. „Nur wenn ich ich hinter meinem Rücken zum Beispiel einen Schmetterling schneide, dann muss ich aufpassen. Das erfordert höchste Konzentration.“ Spricht‘s und lässt messerscharf eine Blume aus einer Wassermelone entstehen. „Woaini“ ist bereits in die Schale geritzt: Jetzt weiß der Zuschauer auch, was „Ich liebe dich“ auf chinesisch heißt.

Neben Köstlichkeiten auf dem Teller darf man sich derzeit im „Kaisergarten“ (ehemals Kota Radja) also auch auf besondere Genüsse für Auge und Ohr freuen: Bis zum 4. Februar (außer Montag und Dienstag) ist Jackie Chang während der Mittags- und Abendzeit dort in Aktion zu erleben.