Suppenküche kocht wieder

Am Sonntag, 5. Dezember, wird die Suppenküche am CVJM am Märkischen Ring nach der Fertigstellung ihres Erweiterungsbaus mit einem großen Fest wiedereröffnet. Es beginnt um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in der Johanniskirche.

Hagen. (anna) Acht Wochen lang war die Suppenküche in der Kirche am Widey untergebracht, um Hilfsbedürftige auch während des Umbaus mit Essen versorgen zu können. Nun zieht sie zurück in neue erweiterte Räumlichkeiten, die den gewachsenen Ansprüchen entsprechen.

Der Gastraum der Suppenküche wurde um mehr als 20 Quadratmeter erweitert und hat eine Schallisolierung bekommen. Die Atmosphäre hat sich dadurch sehr verbessert. Ferner sind auf 30 Quadratmetern Funktionsräume für die Ausgabe der ‚Lunchpakete‘, der Lagerung von Material sowie ein ebenso großer Lager-Keller mit Tiefkühlzelle und Kartoffelrutsche hinzugekommen.

Etwa 200.000 Euro hat der Erweiterungsbau gekostet. Die Kosten konnten durch insgesamt über 400 Spendern, den Lionsclub Hagen-Harkort, die evangelische und katholische Kirchengemeinden sowie durch die Unterstützung der Kreishandwerkerschaft aufgebracht werden. Der CVJM Hagen als Vermieter und das Bauordnungsamt der Stadt Hagen haben alle baurechtlichen Probleme kooperativ gelöst. „Auch unser Architekt Ernst Weide hat hervorragende Arbeit geleistet“, freut sich Jens Haasen vom Vorstand der Suppenküche.

„So haben wir jetzt für unsere 150 bis 250 Gäste, die viermal die Woche (montags, mittwochs, donnerstags und samstags in der Zeit von 11.30 bis 13.30 Uhr) kostenlos ein warmes Mittagessen, Kaffee und ein Lunchpaket für den Abend bekommen, einen guten ‚Ort der Gastfreundschaft‘ schaffen können.“

Geschichte der Suppenküche

Der Verein Suppenküche wurde Ende 1995 nach dem Tod eines wohnungslosen Mannes in Vorhalle gegründet. Diese Initiative wollte Wohnungslosen einen gastlichen Raum schaffen. Einen Raum, wo sie willkommen sind und nicht vertrieben werden. Am Rosenmontag 1997 öffnete die Suppenküche ihre Türen im Anbau des CVJM-Hochhauses am Märkischen Ring. Wohnungslose und bedürftige Menschen sind seitdem eingeladen, an diesem warmen Ort kostenlos zu essen, einen Kaffee zu trinken und ein Lunchpaket für den Abend mitzunehmen.

Oberstes Ziel der Mitarbeiter in der Suppenküche ist es, ihren Gästen, die oft unter sehr schwierigen Bedingungen leben müssen, in einer Weise zu begegnen, die ihrer Würde entspricht und sie achtet. Deshalb stehen zahlreiche freiwillige Mitarbeiter frühmorgens auf, um Wohnungslosen und Bedürftigen in wohliger Atmosphäre ein nahrhaftes, kostenloses Mittagsessen und eine Kaltverpflegung zur Verfügung zu stellen. Viele von den insgesamt 55 „Küchen-Leuten“ sind Rentner und mit hohem Engagement und Spaß bei der Sache.

Großes Fest zur Eröffnung

Die Suppenküche e.V. feiert ihre Wiedereröffnung am Sonntag, 5. Dezember, mit einem großen Fest. Es beginnt mit einem Gottesdienst um 11 Uhr in der Johanniskirche am Markt zum Thema „Außer sich sein – Zu sich finden“. Schauspieler des Lutz am Theater Hagen zeigen mit Werner Hahn Ausschnitte aus der Produktion ‚Michael Kohlhaas’. Der Gottesdienst wird von Mitarbeitern und Gästen der Suppenküche gestaltet.

Zudem wird im Gottesdienst die Eröffnungsbroschüre ‚Auge in Auge – Hand in Hand‘ verteilt, die Interviews mit Gästen und Mitarbeitenden der Suppenküche enthält und die etwa 400 Sponsoren des Erweiterungsbaus namentlich nennt. Sie wurde von Arwed Fritsch geschrieben, mit Fotos von Thomas Seuthe versehen und von Thomas Gebehenne gestaltet. Eine ausführliche Zusammenfassung der Interviews von Vanessa Ther mit 16 Gästen der Suppenküche ist darüber hinaus in der Suppenküche erhältlich.

Danach lädt die Suppenküche gegen 12.30 Uhr zu einer Gulaschsuppe bei zwanglosem Gespräch und adventlicher Musik ein.

Am Nikolaustag, 6. Dezember, um 12 Uhr, besucht der Weihnachtsmann (vom Lionsclub Hagen-Harkort gestellt) die Suppenküche und erfreut die Gäste mit kleinen Nikolaustüten, die von verschiedenen Sponsoren gefüllt werden.