Tagesmütter statt Kita?

Liebevolle, flexible Betreuung ist auch für die Kleinsten möglich - die Nachfrage nach Tageseltern steigt immer mehr. (Foto: txn)

Hagen. (ric) Der kleine Patrick ist gerade einmal zwei Jahre alt. Er ahnt nichts von den Problemen, die seine Eltern plagen. Die müssen nämlich beide arbeiten. Einen Kindergartenplatz haben sie für ihren Sohn nicht bekommen. Und auch die alleinerziehende Mutter von Lara hat ein großes Problem: Die 30-Jährige arbeitet im Schichtdienst und benötigt eine Betreuung für ihre Tochter außerhalb „normaler“ Zeiten. Was nun?

„In diesen Fällen ist oft die Kindertagespflege eine gute Alternative“, erklärt Jasmin Mielke vom Fachdienst Kindertagespflege. Die Tagesmütter bzw. Tagesväter wurden für ihre Aufgabe speziell ausgebildet und sind mit Herz und Seele dabei. Mit den Eltern des Kindes werden die Umstände und Bedingungen genau geklärt: In welchem zeitlichen Rahmen benötigt das Kind eine Betreuung? Müssen ältere Kinde zum Sport oder zu Freunden gebracht werden? Welche Gewohnheiten hat das Kind, was mag es? Die Kinder werden in enger Absprache mit den Eltern betreut. „Das ist flexibel und sehr persönlich“, ergänzt Julia Schröder, Fachbereichsleiterin beim Caritasverband. „Wir bilden die Tagesmütter aus und vermitteln Familien die geeignete Betreuerin für ihre Kleinen.“

Vertrauen und Sympathie

Schließlich ist nicht jede Betreuerin für jede Familie geeignet. Nicht nur die Qualifikationen, sondern auch Vertrauen und Sympathie müssen stimmen. Schließlich entsteht zwischen Tagesmutter, Eltern und Kind eine enge Bindung. Und auch hinsichtlich der Erziehungsmethoden ist Übereinstimmung gefragt – die Chemie muss einfach stimmen. „Die Beteiligten müssen überzeugt sein, dass sie zueinander passen“, sagt auch Jasmin Mielke. Als Mitarbeiterin beim Caritasverband hält sie engen Kontakt zu den Tageseltern.

„Die Tagesmütter tragen eine große Verantwortung“, erklärt Jasmin Mielke. Daher werden Interessenten auch von Grund auf geprüft – eine pädagogische Ausbildung ist aber nicht nötig. Wer die Tätigkeit ausüben möchte, benötigt zuerst einmal ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis. Im nächsten Schritt statten das Jugendamt und die Caritas den Bewerbern einen Hausbesuch ab. Schließlich muss nicht nur die Eignung festgestellt werden. Auch die räumlichen Bedingungen spielen eine Rolle bei der passenden Vermittlung. Bei der Caritas werden die künftigen Tagesmütter und -väter dann grundlegend eingearbeitet.

In einem Kurs lernen sie alles über die Anforderungen einer Betreuung. Aber auch Themen wie die Entwicklungspsychologie eines Kindes, Spielpädagogik, Kommunikation oder Erste Hilfe spielen eine wichtige Rolle. „Die Tageseltern müssen zudem, wie in einer pädagogischen Einrichtung auch, die Entwicklung des Kindes dokumentieren“, erklärt Mielke. Und da die Betreuung eine selbstständige Arbeit ist, nimmt auch das Steuerrecht eine zentrale Rolle im Kurs ein.

Nicht allein gelassen

Doch nach der ausführlichen Schulung wird keine Tagesmutter allein gelassen. In einer gemütlichen Frühstücksrunde sitzen die Betreuer regelmäßig mit den Mitarbeitern der Caritas zusammen. „Zusätzlich zu unserem Fortbildungs- bzw. Weiterbildungsangebot bietet das Frühstück eine perfekte Möglichkeit, um sich auszutauschen“, ist sich die Mitabeiterin der Kindertagespflege sicher. So können Probleme und Schwierigkeiten frühzeitig erkannt und gelöst werden. Die Tageseltern profitieren gegenseitig von ihren Erfahrungen. Und auch für Krankheitsfälle ist so vorgesorgt: „Fällt mal jemand aus, gibt es ja untereinander Kontakte. Die Kinderbetreuung ist somit reell gesichert.“

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Betreuungsplätzen sucht der Caritasverband immer nach Personen, die sich zur Tagesmutter bzw. zum Tagesvater ausbilden lassen wollen. Im März beginnt ein neuer Ausbildungskurs. Die nächste Informationsveranstaltung findet am heutigen Mittwoch, 16. Februar, um 10 Uhr im Fachdienst Kindertagespflege in der Heilig-Geist-Straße 10 statt. Informationen gibt es auch unter Telefon 0 23 31 / 3 67 42 23.