THG-Kurs hatte sechs Wochen lang Laurentius-Jungs zu Gast

Angeleitet von Claudia Wiecierz (r.), Lehrerin am Theodor-Heuss-Gymnasium, haben acht junge Männer aus der Laurentius- Werkstatt sechs Wochen lang am regulären Sportunterricht des THGs teilgenommen. Gespielt wurde Futsal, eine besondere Art des Hallenfußballs. (Foto: Christina Schröer)

Hagen. (cs) Der Sportkurs von Claudia Wiecierz besteht eigentlich aus 28 Schülerinnen und Schülern. Doch in den vergangenen sechs Wochen hat das Theodor-Heuss-Gymnasium unter dem Motto „Inklusion durch Sport“ noch acht weiteren sportbegeisterten Teilnehmern aus der Laurentius-Werkstatt im Lennetal die Chance gegeben, mitzutrainieren.

Vom Basketball zum Fußball

Einige der Jungs aus der Werkstatt sind in Hagen vor allem für ihr Können im Basketball bekannt. Durch die Teilnahme an der Unterrichtsreihe „Futsal“ sind sie aber auch begeisterte Hallenfußballer geworden. Beim Futsal wird mit einem kleineren Ball als beim gewöhnlichen Fußball gespielt, der zudem weniger Sprungkraft besitzt. „Grundsätzlich ist Futsal weniger körperbetont“, erklärt Sportlehrerin Claudia Wiecierz.

Athleten und Partner

Dass es in der Sportgruppe so oder so harmonisch zugeht und Inklusion hier das ist, was der Begriff verspricht, zeigt sich bereits beim Aufwärmprogramm. Beim „Fangen“ ist kaum mehr zu erkennen, wer zu den Jugendlichen des THGs und wer zur Werkstatt gehört. Von Berührungsängsten keine Spur. Bei der anschließenden Mannschaftsaufteilung werden ähnlich wie beim Basketballprojekt „Unified“ (der WK berichtete) die Laurentius-Jungs gleichmäßig auf die THG-Schüler aufgeteilt.

Bevor das Futsal-Training losgeht, wurden die Jungs aus der Werkstatt und die THG-Schüler in Mannschaften eingeteilt. (Foto: Christina Schröer)

Sportlich gefordert

Damian Tatusch, der auch für das Unified-Team des TSV Hagen 1860 Basketball spielt, freut sich über die neue Herausforderung. Durch die Futsal-Einheiten steht er nun drei Mal die Woche in der Sporthalle: „Ich finde Fußball und Basketball eigentlich gleich gut. Montags spiele ich bei Laurentius Fußball, donnerstags ist Futsal und freitags Basketballtraining mit Unified.“ Doch nicht nur Damian nutzt seine freie Zeit immerzu für sportliche Aktivitäten.

Dazu lernen

Für Amin Sultana, der bei Laurentius unter der Leitung von Eva Berwe Fußball spielt, hat die Teilnahme am THG-Sportunterricht auch etwas mit Neugierde zu tun. „Ich möchte einfach immer dazu lernen, deshalb bin ich auch beim Futsal dabei“, erklärt er.

Weitere Kooperation

Dass es aufgrund der positiven Resonanz, auch von Seiten der Schülerinnen und Schüler des THGs, schon bald wieder zu einer Kooperation kommen könnte, davon gehen die Verantwortlichen um Schulsportleiter Tobit Schneider sowie Unified-Coach und Initiator Heinz-Werner Schmunz aus: „Die Kooperationen zwischen unseren Athleten und dem Theodor-Heuss-Gymnasium gibt es im Grunde schon ewig. Die Schülerinnen und Schüler haben uns häufig als Helfer bei den Special Olympics unterstützt“, berichtet Schmunz. Dass jedoch die jungen Männer aus der Laurentius-Werkstatt am Sportunterricht des THGs teilnehmen, ist eine Neuheit, die Tobit Schneider als Pilotprojekt ansieht: „Wir wollten testen, ob es gelingen kann, die Jungs in den Regelunterricht zu integrieren.“

Dass das Projekt gelungen ist, zeigen knapp 40 zufriedene Gesichter am letzten Tag der Futsal-Unterrichtsreihe. Für die Laurentius-Jungs ist die „Inklusion durch Sport“, nicht zuletzt durch die Offenheit der Schülerinnen und Schüler des THGs und den unermüdlichen Einsatz von Menschen wie Heinz-Werner Schmunz, wieder einmal gelungen.